Geysire, das Tal des Mondes und Höhenkrankheit

Trip Start Oct 01, 2006
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Trip End Oct 21, 2007


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Flag of Chile  ,
Monday, July 16, 2007

San Pedro de Atacama war ein winziges Dorf, das groesstenteils von Backpackern besiedelt war. Die Haeuser und Mauern waren weiss angestrichen und mit unzaehligen Holzschildern versehen, in denen die Einwohner San Pedros Dienste wie Touren, Waescherei oder Essen anpriesen. Es gab wirklich viele verschiedene Touren, aber die schoenste sollte die zur Valle de la Luna, dem Tal des Mondes, sein, wie mir schon viele Reisende berichtet hatten. Wir machten uns also auf zu den unterschiedlichen wundersamen Felsformationen, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Unser Tourguide erklaerte stets die geologischen Grundlagen der Formationen, und wie sich die Berge damals zurechtgeschoben haben. Im Tal des Todes, das zwischen zwei Felsformationen liegt, waechst wirklich kein Halm. Die Vulkane ragen majestaetisch mit ihren Schneekuppen hervor; sie sind heilig, und auf ihnen wurden die Mumien gefunden, die ich in Salta gesehen hatte. Es gab ausserdem maennliche und weibliche Vulkane, je nach dem, wie spitz oder flach sie waren. Im Tal des Mondes gab es apart geformte Felsen, in die die Salzminen-Arbeiter, die diese Landschaft als erstes zu Gesicht bekamen, heilige Figuren hineininterpretierten. Wir hatten ausserdem das Glueck, dass der Vollmond schien - wie erbaermlich musste es nur den Leuten gehen, die bei Neumond ins Tal des Mondes kamen? Wir sollten durch einen Canyon wandern, in dem durch die Temperaturunterschiede die Felswaende nur so krachten. Manche Waende waren auch schon eingefallen. Ich machte einen grossen Bogen um die Felswaende - trotzdem ganz schoen gefaehrlich. Zum Sonnenuntergang stiegen wir auf einen Gebirgskamm, und es war beeindruckend, die Farbuebergaenge auf dieser unwirklichen Mondlandschaft zu betrachten. Als es dukel war, konnte man sehr deutlich die Venus sehen. Diese Beschreibungen hier koennen aber nicht die Schoenheit dieser Landschaft wiedergeben. Schaut Euch lieber die Fotos an!Am naechsten Morgen nahmen wir an der Tour zu den Geysiren teil, eine Moerdertour. Nur die Harten kommen in den Garten. Ich war eigentlich ganz schoen aufgeregt, weil ich nicht wusste, wie mein Koerper mit diesen Strapazen klarkommen wuerde. Um 4 Uhr Morgens wurden wir abgeholt; es war eisekalt. Dann wurden wir innerhalb von einer zweistuendigen Fahrt auf eine Hoehe von 4600 m befoerdert, wo es um diese Uhrzeit -20 Grad Celsius waren. Ich blieb waehrend der Fahrt wach, was sich als sehr gut erwies - im Wachzustand kann sich der Koerper viel besser auf den Sauerstoffmangel einstellen. Wir watschelten im Halbdunkeln zwischen den Geysiren umher. Angeblich ist diese Zeit des Tages die Beste, da dann der Temperaturunterschied zwischen dem Wasser und der Erdwaerme am groessten ist, daher die ganze Quaelerei. Eigentlich waren diese Geysire langweilig; ich hatte schon in Neuseeland viel bessere gesehen. Die Franzosen stellten sich ueber die Loecher und liessen sich vom heissen Rauch anpusten, ganz schoen gefaehrlich. Unsere Tourbroschuere bestand nur aus Erste-Hilfe-Massnahmen gegen Verbrennungen, wie ich spaeter feststellte. Erwaehnte ich bereits, dass Suedamerika in den Sommer-Urlaubsmonaten ueberbevoelkert ist von Franzosen, vorzugsweise unkommunikative Paare und nervende Teenager? Ich will ja gar nicht meckern, ich habe auch viele nette Franzosen getroffen, und sollen sie doch ihren wohlverdienten Urlaub nehmen. Ich kann Euch nur raten, dass in den naechsten Wochen Frankreich sehr ruhig und billig sein wird, falls irgendjemand hinfahren moechte. Dann gab es Fruehstueck, mit in den heissen Loechern erhitztem Kakao. Es schien eine Art Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Touroperatoren zu sein, wer die schoenste Fruehstueckstafel herzaubern konnte. Wir fuhren zu einer heissen Quelle, in der man baden konnte. Zuerst schauten wir uns aber die putzigen Chinchillas an, die ueberall froehlich und frei herumhoppelten und alles anknabberten und es auch durften! Ich kann Euch nur raten, wenn sich jemand Chinchillas anschafft, dass sie eine Menge Platz brauchen, und das Herumknabbern kann man ihnen auch nicht abgewoehnen. Sie sind auch sehr reproduktionsfreudig, die Babys haben eckige Koepfe und sehen nach drei Wochen genau so aus wie die Eltern. Wir bekamen noch eine Art Moosgewaechs gezeigt, um das ein Riesen-Brimborium gemacht wird, da es angeblich vom Aussterben bedroht ist, Oh Weh. Ja, es waechst nur einen Zentimeter pro Jahr, aber ich habe es wirklich ueberall, selbst an den lebensfeindlichsten Orten in den Anden gesehen.Die anderen Leute aus unserer Gruppe gingen nun schwimmen in einem Becken, das aufgrund seiner angenehmen Temperatur und dem Saeufzen beim Hineinsteigen der Orgasmus-Pool genannt wird. Ich hatte extra keine Badesachen mitgenommen, weil ich mir das nun wirklich nicht zumuten wollte. Es war draussen noch immer empfindlich kalt, und beim Baden bei 40 Grad Celsius wuerde mein Kreislauf doch nun garantiert absacken. Also beobachtete ich lieber die Leute, die nur Bikini und Pudelmuetze trugen und bestaunte die mit Eiskristallen bewachsenen Graeser. Auf der Rueckfahrt sahen wir wunderschoene Vulkanlandschaften, Teiche mit Voegeln und Legionen von Lamas. Es gibt eigentlich drei Arten: Lamas, Alpakas und Guanakos, die eine Art schlankere Urform des Lamas sind. Wir besichtigten ein kleiens Dorf, in dem die Haeuser alle bunte Kreuze auf dem Dach trugen, und in dem es eine niedliche Kirche gab. Nach einer Fahrt durch Kakteenwaelder und einer guten Sicht auf die Atacama-Salzwueste, die aber selbst nicht so aufregend ist, ging es zurueck nach San Pedro. Nachdem ich diesen Haertetest gut ueberstanden hatte, war ich nun zuversichtlich, auch die geplante 3-taegige Jeep-Tour nach Uyuni/Bolivien zu ueberleben!
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