Im Auto Australiens Ostkueste entlang.
Trip Start
Jun 10, 2005
1
21
24
Trip End
Jun 05, 2006
Nach dem 2,5woechigen Strandurlaub in Indien, ging es ab Anfang Maerz mit Susann, einer Freundin von der Uni, wieder auf die Strasse. Wir hatten einen kleinen gemuetlichen Campervan, mit dem wir insgesamt ca. 3.555km von Sydney bis nach Townsville zuruecklegten. Unser eigentliches Ziel war Cairns, aber da ein uebler Zyklon ueber die noerdliche Ostkueste fegte, waren saemtliche Strassen blockiert. Die Gefahr war gross, dass auch die Flughaefen geschlossen werden und Susann ihren Flug nach Hause verpassen wuerde. Von daher gingen wir auf Nummer Sicher und aenderten ihren Rueckflug, was sich im Nachhinein als sehr richtig und angenehm herausgestellte. Denn so konnten wir uns wesentlich mehr Zeit nehmen, um die traumhafte Gegend noerdlich von Brisbane zu erkunden und zu geniessen.
Die kleinen Staedte auf dem Weg nach Brisbane, was so etwa auf halber Strecke lag, waren teilweise wirklich malerisch. Die Strassen sind sehr sauber und huebsch angelegt und die kleinen Geschaefte haben irgendwie einen Westerncharakter. Meistens lagen diese kleinen Staedchen am Wasser, so dass wir sehr oft die Chance nutzten, um uns hinzusetzen, das schoene Wetter, die fantastische Aussicht auf Haefen, Buchten oder endlos erscheinende Straende zu geniessen und dabei einen Kaffee zu schluerfen.
Natuerlich nahmen wir auch die wenigen Sehenswuerdigkeiten mit, wie zum Beispiel eine Pelikanfuetterung oder den Besuch im Koalakrankenhaus, wo die armen Kerlchen, die nachts vom Auto erfasst oder von ihren natuerlichen Feinden angegriffen wieder gesund gepflegt werden.
Ich muss sagen, dass wir ein paar sehr angenehm erholsame Tage verlebt haben, denn die Ostkueste Australiens ist von traumhaft schoenen Straenden gesaeumt, die haufenweise Surfer anlocken. Es war wahrhaft faszinierend wie sie erst Ausschau nach den Wellen hielten, um dann zu entscheiden, ob es sich lohnt sich in die brechende Flut zu stuerzen.
Steve Irwin duerfte wohl allen ein Begriff sein oder vielmehr sein Synonym 'Crocodile Hunter'. Sein Australia Zoo befindet sich ca. eine Autostunde von Brisbane entfernt. Der Tag war sehr sonnig und daher vielversprechend. Im Zoo wurden dem Besucher jede Menge Shows angeboten, wie eine Schlangen-, Tiger-, Vogel- und Krokodilshow. Dabei sorgten Animatuere fuer gute Stimmung und einige Lacher. Ich habe sogar einen Elefanten gefuettert, der mir gierig das Stueck Mais aus der Hand sog und einen schleimigen Film hinterliess.
Mein schoenstes Erlebnis war, als wir ein Foto mit einem Koala machen liessen, denn ich duerfte den kleinen scheuen und niedlichen Kerl auf dem Arm tragen und ihn mal so richtig knuddeln. Allerdings gefiel diesem dies gar nicht, denn er hat sich vor Angst in die Hose gemacht und mir ein paar Keckel vor die Fuesse gesetzt J
Noch am selben Tag fuhren wir in einen nahegelgenen Nationalpark, wo wir uns eine Dusche im Freien goennten, ein Gesellschaftsspiel im Scheinwerferlicht unseres Autos spielten und, wir glaubten unseren Augen kaum, einen Koala ueber die Strasse rennen sahen. Noch nie habe ich einen Koala so aktiv gesehen, denn sie schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Man kann dies also einen wahrhaft gluecklichen Umstand nennen. Dieser Nationalpark hat mir besonders gut gefallen, die Aussicht war atemberaubend: endlose Weite des berauschenden Meeres; ab und an tauchte ein Insel aus dem Nichts auf.
Der Wanderweg fuehrte direkt an der Kueste entlang, haufenweise Jogger kamen mir entgegen und unten im Wasser warteten etliche Surfer auf die 'perfekte Welle'.
Umbedingt moechte ich euch von Hervey Bay erzaehlen, denn dort lernten wir Christoph und Anke kennen, mit denen wir gemeinsam einige Kilometer bis nach Townsville reisten und mit denen wir uns ueber die doch recht lange gemeinsame Zeit sehr gut angefreundet haben.
Von Hervey Bay aus machten wir eine Bootsfahrt nach Frazer Island, was die weltweit groesste Sandinsel darstellt. Wir wurden mit einem 4x4 Bus durch tropischen Regenwald bis zum 75 Milen Sandstrand gefahren und haben uns dort farbenfrohe Sandduenen sowie ein altes Schiffswrack angesehen.
Unser lustiger Busfahrer nannte den Strand Highway 1. Zu unserer grossen Ueberraschung landeten dort sogar kleine Flugzdeuge und Helikopter, es herrschte also ein reges Treiben.
Der Eli Creek ist ein klarer flacher Fluss, der ins Meer fliesst. Das Wasser war eisig kalt, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, mich von der Stroemung auf dem Ruecken liegend, treiben zu lassen, was ein fantastisches Gefuehl war.
Unweit von Hervey Bay liegt Bunderberg, wo der in Australien so beliebte Rum gebraut wird. Die Destillerie ist fuer Besucher zugeaenglich und bietet am Ende jeder Fuehrung eine Geschmacksprobe an. Allerdings frage ich mich, wie der Bunderberg Rum zu Australiens Nr. 1 Getraenk werden konnte, denn bei mir bewirkte die Spirituose nur Eins-die Verzerrung meines Gesichts.
Am selben Tag in der gleichen Stadt erlebten wir eines unserer Highlights auf unserer Reise. Wir duerften teilhaben, wie sich ca. 75 geschluepfte Schildkroeten aus ihrem geschuetzten Nest den Weg ins Meer bahnten. Einfacher wurde es ihnen gemacht, indem man ihnen mit der Taschenlampe den Weg weiste, weil Schildkroeten instinktiv dem Licht folgen. Dabei duerften ca. 7 Leute breitbeinig in der Mitte von zwei Zuschauerlinien stehen, um die possierlichen Kleinen zu unterstuetzen und das wunderbare Gefuehl zu erfahren, wie etliche kleine Wesen ueber die Fuesse und durch die Beine durchrrennen. Und ratet was...ich war Eine von ihnen, was fuer mich eine sagenhafte Erfahrung war.
In Airlie Beach angekommen, regnete es fast ununterbrochen. Saemtliche Bootfahrtanbieter streikten, weil die See in Anbetracht des Zyklons einfach zu rauh war. Vor der Kueste liegen die traumhaft schoenen Whitsunday Inseln. Stellt euch einfach die Raffael-Werbung vor und ihr koennt euch ein ungefaires Bild machen.
Da wir noch viel Zeit bis zu unserem naechsten Ziel hatten, beschlossen wir dennoch ein paar Tage im kleinen lebhaften Ort zu bleiben und beschaeftigten uns mit dem Besuch zu einer Hai-Ausstellung, wo wir ein echtes 2-Tonnen Exemplar in einer Glastiefkuehltruhe sehen konnten, oder mit einer Quad Bike Tour, die aufgrund der schlammigen und nassen Piste gleich dreimal soviel Spass gemacht hat.
Zu unserem grossen Glueck beruhigte sich das Meer und die Anbieter fuhren am naechsten Tag wieder raus, so dass wir uns sogleich fuer eine Schnorcheltour zum ca. 2 Stunden entfernten Great Barrier Reef entschieden. Es war unglaublich schoen. Wir verbrachten den ganzen Tag draussen auf dem Riff, konnten so oft schnorcheln gehen wie wir wollten, wurden mit koestlichen Gerichten versorgt und mit dem Glasboot noch naeher und tiefer an die farbenfrohen Korallen und noch nie gesehenen Fische gefahren. Wir hatten auch das Glueck einen Tauchlehrer kennenzulernen, der uns bei einem gemeinsamen Schnorchelgang Seegurken, Seesterne und andere Meeresbewohner in die Hand drueckte. Manche fuehlten sich etwas glibbrig an, andere wiederum total hart wie Stein. Die Unterwasserwelt ist schon sehr faszinierend.
Unser Urlaub sollte in der naechsten Stadt Townsville enden. Dort trafen wir auf Darren, mein Gastgeber aus Darwin, mit dem ich das Auto nach Cairns bringen wollte.
Mir wurde gesagt, dass es in Townsville eine Coyote Ugly Bar gibt. Da mir der Film sehr gut gefiel, wollten wir uns einen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen. Der Abend war wirklich schoen und lustig, allerdings war die Bar nicht halb so interessant wie die aus dem Film.
Vor der Kueste Townsvills liegt Magnetic Island. Die Insel ist der noerdlichste Punkt Australiens, wo man Koalas in ihrer natuerlichen Umgebung sehen kann. Mit der Faehre fuhren wir rueber und gammelten erstmal am Strand herum. Das Wetter war bombig, allerdings war es untersagt, ins Wasser zu gehen, weil dort in der sommerlichen Regenzeit der bedrohliche Box Jelly Fish lauert.
Da es mir etwas langweilig war, entschied ich mich, am Strand zu joggen. Musste aber schon bald aufgeben, weil sich durch den groben Strandsand riesige Blasen an meinen Fuessen gebildet haben. Zu meiner Rettung hielt gerade im richtigen Moment ein Jetskifahrer, der mich auf eine Fahrt einlud. Die einzigste Tuecke war, dass ich bis zur Huefte ins Wasser musste, um auf den Jetski zu klettern...
Wir sind bestimmt 25 Minuten wie die Irren auf dem Wasser herumgekurvt. Zwischendrin haben wir uns mit dem Fahren abgewechselt. Es hat mega Spass gemacht und wenn man erst mal Vertrauen zu dem Ding gefasst hat, dann wird man auch etwas mutiger J
Die Koalawanderung haben wir uns fuer den Nachmittag aufgehoben, weil die Wahrscheinlichkeit hoeher ist, die Tiere entweder fruehs oder am Nachmittag zu beobachten. Tatsaechlich haben wir einen gesehen, der ziemlich weit oben in der Baumkrone hing. Haetten wir allerdings keinen Hinweis von anderen Wanderern erhalten, waeren wir vermutlich daran vorbei gelaufen.
Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir an unserem Camper. Wir luden Christoph, Anke und Darren zum Essen ein, kochten gemeinsam, unterhielten uns angeregt und schluerften einen guten Tropfen Wein. Der Australische Wein ist wirklich sehr koestlich, aber den habe ich ja auch schon zu Hause geliebt.
Morgens um vier war die Nacht vorbei. Fuer Susann, Christoph und Anke war die schoene Urlaubszeit vorueber und die Arbeit rufte. Fuer mich ist es jedes Mal ein merkwuerdiges Gefuehl, Freunde zu verabschieden und zu wissen, dass fuer mich die Abenteuer weitergehen...
Noch am selben Tag holte ich Darren von seinem Hotel ab, von wo aus wir uns auf den Weg ins nicht sehr weit entfernte Cairns machten. Da wir insgesamt fuenf Tage Zeit hatten bis der Camper bei Britz abgegeben werden musste, er nach Hause und ich nach Brsibane flog, um dort einen Freund zu treffen und mich im super comfortablen Hotel mit eingelassener Wanne und Whirlpool vom 'Reisestress' zu erholen, liessen wir uns Zeit und besichtigten einige Nationalsparks mit beeindruckenden Wasserfaellen.
Cristal Creek hat mir besonders gut gefallen. Die Stromschnellen flossen durch eine uralte Steinbruecke hindurch und bildeten kleine Badeloecher. Das Wasser war eisig. Es brauchte ein Weile bis wir endlich drin waren, aber dafuer war es dann umso erfrischender. Ploetzlich sahen wir einen anderen Wasserfall, der schwer zugaenglich zu sein schien. Da packte uns die Neugierde und Abenteuerlust und wir begaben uns auf eine Klettertour. Die Tatsache, dass ich Badelatschen trug, vereinfachte die Aktion natuerlich nicht, aber man waechst ja bekanntlich an seinen Herausforderungen.
Der kleine Wasserfall war malerisch schoen. Direkt unter ihm war ein Stein platziert, so dass wir uns quasi darunter duschen konnten. Die Wucht des Wassers war so massiv, dass es mir fast das Bikinioberteil wegspuelte. Dafuer war der Massageeffekt um so groesser.
Ordentlich durchgeknetet, machten wir uns auf die Suche nach dem groessten flugunfaehigsten Vogel der Welt, dem Cassowary. Er hat einen blauen Hals, einen tuerkisen Kopf, auf dem ein riesiger Hoecker sitzt, mit dem er seinen Feinden maechtig gefaehrlich werden kann. Allerdings nahm uns ein Ranger jede Hoffnung, indem er uns mitteilte, dass er selber innerhalb von sieben Jahren nur vier Exemplare gesehen hat. Wir hatten also keine grossen Erwartungen, fuhren die Strasse entlang als er dort ploetzlich im Busch stand und nach Nahrung suchte. Mit quietschenden Bremsen hielten wir an, fuhren zurueck und machten ein paar Aufnahmen, bevor er im Wald verschwand.
In meiner Sammlung der heimischen Tiere Australiens, die ich bisher in freier Wildbahn beobachten konnte, fehlt mir nun nur noch der Platypus.
Wir hatten mehr als ein Mal die Moeglichkeit, an bekannten Platypus Wasserloechern zu stoppen und eventuell eins der ueberaus schuechternen Tiere zu sehen. Und obwohl wir uns wahnsinnig viel Zeit nahmen und ganz still lauerten, war uns das Glueck nicht vergoennt.
Zu den negativen Erlebnissen zaehlte, dass wir durch den kleinen unscheinbaren Ort Inesfail fuhren. Jenen Ort, der von dem Zyklon 'Larry' total verwuestet wurde. Die Strassen waren erst seit einigen Tag wieder passierbar. Als wir Inesfail durchquerten, wurde uns das Ausmass dieser Tragoedie erst bewusst. Von vielen Haeusern waren die Daecher abgetragen, ueberall lagen Schutthaufen und umgekippte Baeume. Wahre Baumgiganten wurden samt Wurzel aus dem Boden gerissen. Die Bananenfelder waren total niedergemetzelt, was zu einer deutlichen Steigerung der Bananenpreise fuehrte. Erstaunlicher Weise behielten die Einwohner ihren Optimismus und waren schon eifrig dabei, das Chaos zu beseitigen.
Da es die restlichen Tage wie aus Eimern regnete, beschlossen wir in Cairns zu bleiben und die Stadt unsicher zu machen. Wir gingen Shoppen, unterzogen uns einer sehr relaxten Pedikuere, sahen uns 'Basic Instinct 2' im Kino an und tanzten uns durch Cairns Nachtleben.
Wir haben uns in der kurzen Zeit sehr gut kennengelernt und unglaublich gut verstanden. Fuer mich war es ein grosses Kompliment, dass er aufgrund meiner Erfahrungen und Reiseeuphorie seinen Job gekuendigt hat, um auch etwas zu reisen und sich mal hier und dort um Arbeit zu bemuehen. Er wird Australien nicht verlassen, aber er hat fuer sich erkannt, dass das Leben viel lebenswerter durch einen Job wird, den man geniessen kann, selbst wenn das grosse Gehalt nicht umbedingt lockt.
Die kleinen Staedte auf dem Weg nach Brisbane, was so etwa auf halber Strecke lag, waren teilweise wirklich malerisch. Die Strassen sind sehr sauber und huebsch angelegt und die kleinen Geschaefte haben irgendwie einen Westerncharakter. Meistens lagen diese kleinen Staedchen am Wasser, so dass wir sehr oft die Chance nutzten, um uns hinzusetzen, das schoene Wetter, die fantastische Aussicht auf Haefen, Buchten oder endlos erscheinende Straende zu geniessen und dabei einen Kaffee zu schluerfen.
Natuerlich nahmen wir auch die wenigen Sehenswuerdigkeiten mit, wie zum Beispiel eine Pelikanfuetterung oder den Besuch im Koalakrankenhaus, wo die armen Kerlchen, die nachts vom Auto erfasst oder von ihren natuerlichen Feinden angegriffen wieder gesund gepflegt werden.
Ich muss sagen, dass wir ein paar sehr angenehm erholsame Tage verlebt haben, denn die Ostkueste Australiens ist von traumhaft schoenen Straenden gesaeumt, die haufenweise Surfer anlocken. Es war wahrhaft faszinierend wie sie erst Ausschau nach den Wellen hielten, um dann zu entscheiden, ob es sich lohnt sich in die brechende Flut zu stuerzen.
Steve Irwin duerfte wohl allen ein Begriff sein oder vielmehr sein Synonym 'Crocodile Hunter'. Sein Australia Zoo befindet sich ca. eine Autostunde von Brisbane entfernt. Der Tag war sehr sonnig und daher vielversprechend. Im Zoo wurden dem Besucher jede Menge Shows angeboten, wie eine Schlangen-, Tiger-, Vogel- und Krokodilshow. Dabei sorgten Animatuere fuer gute Stimmung und einige Lacher. Ich habe sogar einen Elefanten gefuettert, der mir gierig das Stueck Mais aus der Hand sog und einen schleimigen Film hinterliess.
Mein schoenstes Erlebnis war, als wir ein Foto mit einem Koala machen liessen, denn ich duerfte den kleinen scheuen und niedlichen Kerl auf dem Arm tragen und ihn mal so richtig knuddeln. Allerdings gefiel diesem dies gar nicht, denn er hat sich vor Angst in die Hose gemacht und mir ein paar Keckel vor die Fuesse gesetzt J
Noch am selben Tag fuhren wir in einen nahegelgenen Nationalpark, wo wir uns eine Dusche im Freien goennten, ein Gesellschaftsspiel im Scheinwerferlicht unseres Autos spielten und, wir glaubten unseren Augen kaum, einen Koala ueber die Strasse rennen sahen. Noch nie habe ich einen Koala so aktiv gesehen, denn sie schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Man kann dies also einen wahrhaft gluecklichen Umstand nennen. Dieser Nationalpark hat mir besonders gut gefallen, die Aussicht war atemberaubend: endlose Weite des berauschenden Meeres; ab und an tauchte ein Insel aus dem Nichts auf.
Der Wanderweg fuehrte direkt an der Kueste entlang, haufenweise Jogger kamen mir entgegen und unten im Wasser warteten etliche Surfer auf die 'perfekte Welle'.
Umbedingt moechte ich euch von Hervey Bay erzaehlen, denn dort lernten wir Christoph und Anke kennen, mit denen wir gemeinsam einige Kilometer bis nach Townsville reisten und mit denen wir uns ueber die doch recht lange gemeinsame Zeit sehr gut angefreundet haben.
Von Hervey Bay aus machten wir eine Bootsfahrt nach Frazer Island, was die weltweit groesste Sandinsel darstellt. Wir wurden mit einem 4x4 Bus durch tropischen Regenwald bis zum 75 Milen Sandstrand gefahren und haben uns dort farbenfrohe Sandduenen sowie ein altes Schiffswrack angesehen.
Unser lustiger Busfahrer nannte den Strand Highway 1. Zu unserer grossen Ueberraschung landeten dort sogar kleine Flugzdeuge und Helikopter, es herrschte also ein reges Treiben.
Der Eli Creek ist ein klarer flacher Fluss, der ins Meer fliesst. Das Wasser war eisig kalt, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, mich von der Stroemung auf dem Ruecken liegend, treiben zu lassen, was ein fantastisches Gefuehl war.
Unweit von Hervey Bay liegt Bunderberg, wo der in Australien so beliebte Rum gebraut wird. Die Destillerie ist fuer Besucher zugeaenglich und bietet am Ende jeder Fuehrung eine Geschmacksprobe an. Allerdings frage ich mich, wie der Bunderberg Rum zu Australiens Nr. 1 Getraenk werden konnte, denn bei mir bewirkte die Spirituose nur Eins-die Verzerrung meines Gesichts.
Am selben Tag in der gleichen Stadt erlebten wir eines unserer Highlights auf unserer Reise. Wir duerften teilhaben, wie sich ca. 75 geschluepfte Schildkroeten aus ihrem geschuetzten Nest den Weg ins Meer bahnten. Einfacher wurde es ihnen gemacht, indem man ihnen mit der Taschenlampe den Weg weiste, weil Schildkroeten instinktiv dem Licht folgen. Dabei duerften ca. 7 Leute breitbeinig in der Mitte von zwei Zuschauerlinien stehen, um die possierlichen Kleinen zu unterstuetzen und das wunderbare Gefuehl zu erfahren, wie etliche kleine Wesen ueber die Fuesse und durch die Beine durchrrennen. Und ratet was...ich war Eine von ihnen, was fuer mich eine sagenhafte Erfahrung war.
In Airlie Beach angekommen, regnete es fast ununterbrochen. Saemtliche Bootfahrtanbieter streikten, weil die See in Anbetracht des Zyklons einfach zu rauh war. Vor der Kueste liegen die traumhaft schoenen Whitsunday Inseln. Stellt euch einfach die Raffael-Werbung vor und ihr koennt euch ein ungefaires Bild machen.
Da wir noch viel Zeit bis zu unserem naechsten Ziel hatten, beschlossen wir dennoch ein paar Tage im kleinen lebhaften Ort zu bleiben und beschaeftigten uns mit dem Besuch zu einer Hai-Ausstellung, wo wir ein echtes 2-Tonnen Exemplar in einer Glastiefkuehltruhe sehen konnten, oder mit einer Quad Bike Tour, die aufgrund der schlammigen und nassen Piste gleich dreimal soviel Spass gemacht hat.
Zu unserem grossen Glueck beruhigte sich das Meer und die Anbieter fuhren am naechsten Tag wieder raus, so dass wir uns sogleich fuer eine Schnorcheltour zum ca. 2 Stunden entfernten Great Barrier Reef entschieden. Es war unglaublich schoen. Wir verbrachten den ganzen Tag draussen auf dem Riff, konnten so oft schnorcheln gehen wie wir wollten, wurden mit koestlichen Gerichten versorgt und mit dem Glasboot noch naeher und tiefer an die farbenfrohen Korallen und noch nie gesehenen Fische gefahren. Wir hatten auch das Glueck einen Tauchlehrer kennenzulernen, der uns bei einem gemeinsamen Schnorchelgang Seegurken, Seesterne und andere Meeresbewohner in die Hand drueckte. Manche fuehlten sich etwas glibbrig an, andere wiederum total hart wie Stein. Die Unterwasserwelt ist schon sehr faszinierend.
Unser Urlaub sollte in der naechsten Stadt Townsville enden. Dort trafen wir auf Darren, mein Gastgeber aus Darwin, mit dem ich das Auto nach Cairns bringen wollte.
Mir wurde gesagt, dass es in Townsville eine Coyote Ugly Bar gibt. Da mir der Film sehr gut gefiel, wollten wir uns einen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen. Der Abend war wirklich schoen und lustig, allerdings war die Bar nicht halb so interessant wie die aus dem Film.
Vor der Kueste Townsvills liegt Magnetic Island. Die Insel ist der noerdlichste Punkt Australiens, wo man Koalas in ihrer natuerlichen Umgebung sehen kann. Mit der Faehre fuhren wir rueber und gammelten erstmal am Strand herum. Das Wetter war bombig, allerdings war es untersagt, ins Wasser zu gehen, weil dort in der sommerlichen Regenzeit der bedrohliche Box Jelly Fish lauert.
Da es mir etwas langweilig war, entschied ich mich, am Strand zu joggen. Musste aber schon bald aufgeben, weil sich durch den groben Strandsand riesige Blasen an meinen Fuessen gebildet haben. Zu meiner Rettung hielt gerade im richtigen Moment ein Jetskifahrer, der mich auf eine Fahrt einlud. Die einzigste Tuecke war, dass ich bis zur Huefte ins Wasser musste, um auf den Jetski zu klettern...
Wir sind bestimmt 25 Minuten wie die Irren auf dem Wasser herumgekurvt. Zwischendrin haben wir uns mit dem Fahren abgewechselt. Es hat mega Spass gemacht und wenn man erst mal Vertrauen zu dem Ding gefasst hat, dann wird man auch etwas mutiger J
Die Koalawanderung haben wir uns fuer den Nachmittag aufgehoben, weil die Wahrscheinlichkeit hoeher ist, die Tiere entweder fruehs oder am Nachmittag zu beobachten. Tatsaechlich haben wir einen gesehen, der ziemlich weit oben in der Baumkrone hing. Haetten wir allerdings keinen Hinweis von anderen Wanderern erhalten, waeren wir vermutlich daran vorbei gelaufen.
Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir an unserem Camper. Wir luden Christoph, Anke und Darren zum Essen ein, kochten gemeinsam, unterhielten uns angeregt und schluerften einen guten Tropfen Wein. Der Australische Wein ist wirklich sehr koestlich, aber den habe ich ja auch schon zu Hause geliebt.
Morgens um vier war die Nacht vorbei. Fuer Susann, Christoph und Anke war die schoene Urlaubszeit vorueber und die Arbeit rufte. Fuer mich ist es jedes Mal ein merkwuerdiges Gefuehl, Freunde zu verabschieden und zu wissen, dass fuer mich die Abenteuer weitergehen...
Noch am selben Tag holte ich Darren von seinem Hotel ab, von wo aus wir uns auf den Weg ins nicht sehr weit entfernte Cairns machten. Da wir insgesamt fuenf Tage Zeit hatten bis der Camper bei Britz abgegeben werden musste, er nach Hause und ich nach Brsibane flog, um dort einen Freund zu treffen und mich im super comfortablen Hotel mit eingelassener Wanne und Whirlpool vom 'Reisestress' zu erholen, liessen wir uns Zeit und besichtigten einige Nationalsparks mit beeindruckenden Wasserfaellen.
Cristal Creek hat mir besonders gut gefallen. Die Stromschnellen flossen durch eine uralte Steinbruecke hindurch und bildeten kleine Badeloecher. Das Wasser war eisig. Es brauchte ein Weile bis wir endlich drin waren, aber dafuer war es dann umso erfrischender. Ploetzlich sahen wir einen anderen Wasserfall, der schwer zugaenglich zu sein schien. Da packte uns die Neugierde und Abenteuerlust und wir begaben uns auf eine Klettertour. Die Tatsache, dass ich Badelatschen trug, vereinfachte die Aktion natuerlich nicht, aber man waechst ja bekanntlich an seinen Herausforderungen.
Der kleine Wasserfall war malerisch schoen. Direkt unter ihm war ein Stein platziert, so dass wir uns quasi darunter duschen konnten. Die Wucht des Wassers war so massiv, dass es mir fast das Bikinioberteil wegspuelte. Dafuer war der Massageeffekt um so groesser.
Ordentlich durchgeknetet, machten wir uns auf die Suche nach dem groessten flugunfaehigsten Vogel der Welt, dem Cassowary. Er hat einen blauen Hals, einen tuerkisen Kopf, auf dem ein riesiger Hoecker sitzt, mit dem er seinen Feinden maechtig gefaehrlich werden kann. Allerdings nahm uns ein Ranger jede Hoffnung, indem er uns mitteilte, dass er selber innerhalb von sieben Jahren nur vier Exemplare gesehen hat. Wir hatten also keine grossen Erwartungen, fuhren die Strasse entlang als er dort ploetzlich im Busch stand und nach Nahrung suchte. Mit quietschenden Bremsen hielten wir an, fuhren zurueck und machten ein paar Aufnahmen, bevor er im Wald verschwand.
In meiner Sammlung der heimischen Tiere Australiens, die ich bisher in freier Wildbahn beobachten konnte, fehlt mir nun nur noch der Platypus.
Wir hatten mehr als ein Mal die Moeglichkeit, an bekannten Platypus Wasserloechern zu stoppen und eventuell eins der ueberaus schuechternen Tiere zu sehen. Und obwohl wir uns wahnsinnig viel Zeit nahmen und ganz still lauerten, war uns das Glueck nicht vergoennt.
Zu den negativen Erlebnissen zaehlte, dass wir durch den kleinen unscheinbaren Ort Inesfail fuhren. Jenen Ort, der von dem Zyklon 'Larry' total verwuestet wurde. Die Strassen waren erst seit einigen Tag wieder passierbar. Als wir Inesfail durchquerten, wurde uns das Ausmass dieser Tragoedie erst bewusst. Von vielen Haeusern waren die Daecher abgetragen, ueberall lagen Schutthaufen und umgekippte Baeume. Wahre Baumgiganten wurden samt Wurzel aus dem Boden gerissen. Die Bananenfelder waren total niedergemetzelt, was zu einer deutlichen Steigerung der Bananenpreise fuehrte. Erstaunlicher Weise behielten die Einwohner ihren Optimismus und waren schon eifrig dabei, das Chaos zu beseitigen.
Da es die restlichen Tage wie aus Eimern regnete, beschlossen wir in Cairns zu bleiben und die Stadt unsicher zu machen. Wir gingen Shoppen, unterzogen uns einer sehr relaxten Pedikuere, sahen uns 'Basic Instinct 2' im Kino an und tanzten uns durch Cairns Nachtleben.
Wir haben uns in der kurzen Zeit sehr gut kennengelernt und unglaublich gut verstanden. Fuer mich war es ein grosses Kompliment, dass er aufgrund meiner Erfahrungen und Reiseeuphorie seinen Job gekuendigt hat, um auch etwas zu reisen und sich mal hier und dort um Arbeit zu bemuehen. Er wird Australien nicht verlassen, aber er hat fuer sich erkannt, dass das Leben viel lebenswerter durch einen Job wird, den man geniessen kann, selbst wenn das grosse Gehalt nicht umbedingt lockt.



