Haie, Rochen und ein Skelett

Trip Start Sep 20, 2011
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Trip End Jul 07, 2012


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Flag of Belize  , Belize Cayes,
Tuesday, October 18, 2011

Caye Caulker ist eine kleine Koralleninsel mit Reggae-Groove vor der Küste von Belize und Teil des zweitgrössten Riffs (nach dem Great Barrier Riff in Australien), das sich von Mexiko bis nach Honduras erstreckt. Die offizielle Landessprache in Belize ist Englisch. Nur noch eine Minderheit der Bewohner sind Mayas, während die Kreolen und Garifuna (Nachkommen verschleppter Afrikaner) die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Dies alles ist eine Folge der britischen Kolonialpolitik und bildet somit einen Kontrast zum übrigen Mittelamerika. Ergänzt wird die schwarze Bevölkerung durch ausgewanderte Briten und Amis. Sofort fällt auf, dass die Leute hier generell viel grösser und weniger breit als die doch sehr kleinwüchsigen und massigen Mayas sind. Somit kann hier die andere Hälfte von uns mit den Menschen auf Augenhöhe kommunizieren ;-)

Highlights auf Caye Caulker sind der praktisch geschenkte „Fry Lobster" von Chan's Fast Food für 5 USD, banana-bread und breadpudding, Red Snapper und die offenen, freundlichen, lebensfrohen Inselbewohner. Reggae rules und Rastalocken findet man an jeder Ecke. Die Einheimischen quatschen gerne Touristen mit ihrem englischen Sing Sang an „Hey-u-wassup-man?“ und singen lauthals während sie in den Strassen herumschländern. Ebenso gerne trinken sie den fast geschenkten Rum. Der Rum ist zwar günstig, doch für unsere Geschmacksnerven hält sich der Genuss noch etwas in Grenzen. Da passte uns der Campari, welcher in Flachmannähnlichen Flaschen verkauft wird, besser. Da es auf Caye Caulker anscheinend nicht besonders viel Arbeit gibt, hängen die jungen black people mit den tief sitzenden Hosen gerne mit ihren Schnapsflaschen herum. Aus diesem Grund hängen vor fast jedem Supermarkt „NO LOITERING“ Schilder (kein Herumlungern!). Fehlt ein solches Schild wird der Rum von den Einheimischen am liebsten gleich auf den Stufen zum Supermarkt konsumiert. Weitere Highlights auf einer Insel am zweitgrössten Korallenriff der Welt sind natürlich Tauchen und Schnorcheln. So unternahmen wir zwei Schnorchelausflüge, wo wir riesige Barsche, Snapper, Barrakudas, Muränen, Aale, Hummer, Schildkröten, Rochen, Haie und sogar eine Seekuh (ein vom Aussterben bedrohtes Säugetier) sahen. Besonders an diesen Schnorchelausflügen war, dass man ganz nah mit Ammenhaien und Stachelrochen schwimmen konnte. Die Haie mögen anscheinend, wenn man sie streichelt. Man sollte die Tiere einfach nicht von vorne streicheln, da sie wie Staubsauger alles aufsaugen, was vor ihren Mund kommt. So haben wir mit dem eigenen Tastsinn erfahren, dass Ammenhaie eine eher raue, schmiergelpapierähnliche Haut haben und Stachelrochen ganz weich und glitschig sind. Am meisten Spass machte es, ein kurzes Stück mit den dahinschwebenden Stachelrochen mitzuschwimmen und quasi auf ihren „Segeln“ mitzugleiten.

„Actun Tunichil Muknal“ war der Name einer Tour im Landesinnern von Belize, die wir so schnell nicht vergessen werden. Die Tour kombinierte Abenteuer und Kultur perfekt und unser Guide Aaron versetzte uns vollends in die mystische Unterwelt der Mayas: Xibalba. „Actun Tunichil Muknal“ ist eine Höhle, deren Geheimnisse erst im Jahre 1989 wiederentdeckt worden war. Das Besondere an dieser Höhle ist, dass sie eine grosse Kammer beherbergt, in welcher die Mayas Opfergaben für die Götter deponierten. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass seit der Wiederentdeckung die vorgefundenen Artefakte nicht berührt oder ins Museum abtransportiert wurden und noch genauso daliegen, wie sie die Mayas hinterlassen haben. So tauchten wir ab in Xibalba und schwammen durch einen kleinen, kalten Fluss in die Höhle, wateten im Hüfttiefen Wasser vorbei an Stalaktiten und Stalagniten, quetschten uns durch enge Felsspalten und stiegen nach diesem abenteuerlichen Höhlentour aus unseren Schuhen und bewegten uns auf Socken gehend durch die Kammer mit den Opfergaben der Mayas. Socken deshalb, weil man mit Schuhen fragile Stellen auf dem Weg zerstören würde und auch deshalb, dass nicht Körperfett die Artefakte beschädigt. So „entdeckten“ wir viele Gefässe der Mayas, die sie mit Lebensmitteln und anderen Gegenständen füllten um die Götter gütlich zu stimmen. Die Gefässe waren sehr gut erhalten und teilweise verkalkt. Als sie merkten, dass die Götter damit nicht zufrieden waren, wurden Ihre Spenden immer wertvoller. So wurden dann auch Menschen geopfert und wir fanden Knochen und Schädel vor. Die Schädel waren oft von besonderer Form z.B. mit flacher Stirn oder aus dem Mund hervorstehenden Zähnen. Diese Verformungen erzielten die Mayas indem die Schädel von kleinen Kindern mithilfe von Holzbrettern in die gewünschte Form gepresst wurden oder Gefangenen das Gebiss auf schmerzhafte Weise verformt wurde. Dies um den damaligen Schönheitsidealen zu entsprechen. Der spektakulärste Fund lag ganz zuhinterst in der grossen Kammer: ein fast vollständig erhaltenes Skelett einer jungen Frau. Ein schauriger und faszinierender Anblick! Man konnte gut erkennen, dass die Wirbelsäule des Skeletts durchtrennt war. Gewisse Archäologen gehen davon aus, dass die Frau gelähmt aber lebend den Göttern geopfert wurde und wohl mehrere Tage in der dunklen Höhle lag bis sie starb.
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