In 5 Tagen durchs Paradies gesegelt

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Trip End Ongoing


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Flag of Panama  , San Blas Islands,
Friday, March 22, 2013

Während meiner letzten Reise im 2005 bin ich mit meiner Freundin Sabine nach Panama geflogen und wir versuchten an den verschiedenen Anlegestellen der Segelboote einen Kapitän zu finden, der uns mit nach Kolumbien nahm. Wir haben dann durch Zufall die Crew von der Stahlratte kennengelernt, die uns mit auf Ihren wunderschönen 3 Master nahmen und uns nach Cartagena brachten. Dieser Segeltrip durch das San Blas Archipel blieb mir bis heute als eines meiner absoluten Highlights in Erinnerung und somit wollte ich diesen Trip mit Marco nochmals machen. Leider ohne Stahlratte, dieses Boot ist zwar immer noch hier aber die sind zur Zeit in der Karibik, leider. Heute gestaltet sich die ganze Organisation und Suche nach einem Boot um einiges einfacher. Es gibt  mindestens 20 Boote bzw. Kapitäne, die solche Fahrten anbieten. Im Internet kann man das geeignete Boot aussuchen und buchen. Es ist alles ziemlich kommerziell geworden, die Anfrage für diese Überfahrt scheint riesig zu sein und die Boote verdienen gutes Geld mit diesen Überfahrten.

Dieses Mal haben wir uns für Kapitän Fritz aus Österreich mit seinem Katamaran Jacqueline entschieden. Die Wahl haben wir wieder sehr gut getroffen. Fritz führte in Österreich ein Restaurant, jeden Tag gabs frisch gebackenes Brot, ein Sonntagsdinner mit Roastbeef und natürlich jede Menge Fisch, Langusten, Krabben, die wir während unserer Fahrt gefangen und gefischt haben.

Die ersten drei Tage segelt man durch die hunderten von kleinen Inselchen, wir gehen jeden Nachmittag bei einer anderen Insel vor Anker, schnappen uns Schnorchel und Taucherbrille und schwimmen zur nächsten Insel. Robinson Feeling pur. Jedoch änderte sich das ganze Robinson Feeling sobald wir das offene Meer erreichten. Auf der Jacqueline wurde es nach einer Stunde segeln bedenklich still. Das Achterbahn Gefühl im Magen versuchte jeder mit seiner eigenen Meditationstechnik zu reduzieren. Viele blickten still auf den Horizont, andere legten sich hin oder versuchten mit Musik auf andere Gedanken zu kommen. Obwohl ich das letzte Mal nichts merkte, musste ich dieses Mal ein wenig gegen die Seekrankheit ankämpfen und nahm dieses Mal vorsichtshalber eine Tablette. Marco wird sicherlich nie ein Hochseepirat werden, er äusserte sich bereits nach einer Stunde, dass er nie mehr auf ein Segelboot gehen werde und wenn jetzt ein Helikopter angeflogen käme, würde er bestimmt 500 Dollar bezahlen, um das Boot zu verlassen. Er bekam ein weisses Kübelchen zwischen die Beine und sass immer schön konzentriert am Schiffsrand.... Er hats trotzdem geschafft sich in die Kabine zu begeben und zu schlafen. Das Wackeln hatte sogar Einfluss auf seine Träume. Er berichtete, dass er träumte, er befinde sich in einem Massenschlag, wo er in einem Leintuch hochgeworfen wurde und jedes Mal runter auf irgendwelche Leute stürzte....

Nach 32 Stunden war die Überfahrt geschafft. Wir erreichten Cartagena um 01.00 Morgens. Die ganze Besatzung war plötzlich wieder in Hochstimmung und wir sassen gemeinsam auf Deck. Die Einfahrt in den Hafen, vorbei an der beleuchteten Skyline von Cartagena war ganz speziell. Als der Anker geworfen wurde, nahm dann noch jeder seine letzten Flaschen Rum auf Deck und wir hielten eine kleine Willkommensparty bis zum Sonnenaufgang. Wir waren eine gute Gruppe, zusammen mit zwei Baslerinnen und einem Berner wurden wir die Schweizer Mafia genannt, uns egal, wir hatten eine super Zeit mit den Leuten.

Und noch kurz zum San Blas Archipel für diejenigen, die das Geschichtliche interessiert. Das Archipel besteht aus mehreren hunderten Inselchen entlang der Küste von Panama bis hinunter nach Kolumbien. Bevölkert werden diese Inseln von den Kunas, welche sich bis heute einsetzen, die territoriale Autonomie des gesamten Kuna Yala Gebietes zu bewahren. Die Kunas kämpften schon seit jeher für die Unabhängigkeit und natürlich gegen die damaligen Kolonialisten, den Spaniern. Sie verbündeten sich mit den Schotten, Engländern und Franzosen um gegen die Spanier zu kämpfen. Nachdem dem Sieg gegen die Spanier, erklärte sich Panama für unabhängig und gleichzeitig den Anschluss an Grosskolumbien. Schon damals versuchten die Kunas eine Unabhängigkeitserklärung von Panama zu erhalten, was ihnen teilweise gelang.

US-amerikanische Investoren zeigten natürlich längst Interesse an den Inselgruppen, diese konnten jedoch von den Kunas ohne dass die Panamesische Regierung eingriff, vertrieben werden. Die Kunas sind im Tourismussektor zwar aktiv, wollen jedoch die Ansiedlung vermeiden, was ich sehr beeindruckend und positiv finde.



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