Pink, Blue and now Golden - what else?

Trip Start Unknown
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Trip End Ongoing


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Flag of India  , Rajasthan,
Thursday, December 13, 2012



Mit dem Nachtexpress sind wir von Blau in Gold gelandet. Einmal mehr müssen wir feststellen, dass die Zugfahrten hier in Indien nicht sonderlich angenehm sind. Diese Bürokratie hier mit buchen, Warteliste prüfen, und abwarten ob man einen Platz im Zug kriegt oder nicht, nervt. Wir hatten diesmal weniger Glück. Unser Plätze wurden zwar bestätigt aber wie wir später feststellten eben leider nur ein Platz. Somit haben wir uns über Nacht eine Liege geteilt, nicht sonderlich angenehm, aber so ist das Reisen halt in Indien. 

Die Gefühlslage kann hier in Indien von Moment zu Moment wechseln, man kann einen schlechten Schlapflatz ergattern im Zug, dafür erhält man überraschenderweise ein Zimmer in einem wahnsinns schönen Hotel für wenig Geld. Man macht Bekanntschaften mit netten Leuten und kaum hat man sich verabschiedet, steht ein mieser Inder vor uns, der keinen Anstand hat. Man erkundet die schönsten Gässchen der Stadt und ist beeindruckt und eine Sekunde später steht man auf deutsch gesagt in der Kuhscheisse. Man erkundet die Märkte mit all ihren so wunderaren Düften und gleich darauf schlendern wir an der öffentlichen Toilette vorbei, der Amoniak Gestank kaum auszuhalten. Es ist unglaublich laut in Indien, das Gehupe der Autos ist das Schlimmste, dann wiederum steht man in einem grünen Innehof, eine Oase. Der Lärm von draussen ist wie abgestellt. Das Essen, welches überall anders schmeckt.... Wir könnten noch so viele Facetten aufzählen, und schlussendlich ist alles immer positiv.... Indien ist einfach spannend!

So und nun zu unserem nächsten Erlebnis und Jaisalmer. Eine wunderbare Festungsstadt in der Wüste, 80 km von Pakistan entfernt. Und beim Wort Wüste liegt die Kamelsafari nicht weitentfernt. Diese wurde über  unser Guesthouse gebucht. 3 Tage soll der Marsch bzw. Ritt in der Wüste dauern. Wir bezahlen etwas mehr, um ein wenig abseits der Touripfade zu gelangen und ein Besuch eines Wüstendorfs soll auch auf dem Programm stehen.

In Begleitung ist Kerry, eine nette Austalierin, zwei Tourguides, der kleine Sohn des Guides und unsere 3 Kamele, Michael, Raju und Desert boy. Marco stellt schnell fest, dass er lieber Kamele als Pferde hat. Ich bin mir nicht so sicher, was ich lieber mag. Kamele stinken aus dem Mund oder sonstwoher..

Nach zwei Stunden ritt, kennen wir die Route der Safari bereits auswendig, einmal ein wenig links von der Strasse, dann 15 Minuten Pause, dann ein wenig rechts von der Strasse, dann 4 Stunden Lunch und dann wieder ein wenig reiten, dann Wasserpause... Wir waren bereits schon negativ gestimmt, waren uns bewusst, dass wir ziemlich abgezockt wurden und das Versprochene sicherlich nicht gehalten wird. Wir nahmens locker und warteten unseren Schlapflatz ab... ein wunderschöner Fleck, ein wenig weiter weg von den anderen 500 Touristen des Wüstencamps, Lagerfeuer und wunderschöner Sicht auf den Sonnenuntergang.  Wir haben dann erfahren, dass alle Gruppen hierhingelangen und übernachten. Weshalb sollen wir dann das Doppelte bezahlen? dachten wir uns... aber wir wollten jetzt nicht schon am ersten Abend missgestimmt sein sondern die schöne Atmosphäre trotzdem geniessen.
Es wird bekanntlich kalt in der Wüste, Marco und ich hatten Schlafsäcke dabei, wir wussten das wird nicht genug werden. Kerry hat keinen, es wurde zumindest bestätigt, dass es genügend Decken gebe. Nun, Kerry hat eine Decke bekommen, Marco und ich keine. Wir froren die ganze Nacht, Kerry natürlich am meisten. So war halt die Stimmung am zweiten Tag wirklich auf dem Tiefpunkt.

Auf dem Programm stand ein schöner Ritt in Richtung Wüstendorf, wo wir dann erfuhren, dass wir bei einem unseren Guides übernachten würden, und er hätte wirklich genügend Bettdecken bei sich zu Hause meinte er immer wieder. So verbrachten wir einen Nachmittag bei unserem Guide und seiner netten Familie, kühlten uns im Schatten des Hauses ab und tranken Tee. Leider gings unserer Freundin immer schlechter, sie war total erkältet und fror. Marco und ich haben dann entschieden, dass wir unser Hotel in Jaisalmer anrufen damit ein Transport zurück in die Stadt organisiert wird. So endete unser Ausritt etwas früher als geplant. Die Guides waren natürlich total beunruhigt, denn sie bekamen mit, dass wir uns über einiges beschwerten. Wir gaben immer zu verstehen, dass die Guides absolut in Ordnung sind und wir nur ein Problem mit dem Burschen haben, der uns diese Tour verkauft hat. Der eine Guide kam sogar mit bis nach Jaisalmer und hat immer wieder betont, wir sollen dem Boss sagen, dass wir zufrieden waren mit ihnen. Die Bosse (es gibt immer mehrere) wussten natürlich schon, dass die Stimmung mehr schlecht als recht war uns so verbrachten wir 5-6 Stunden mit Gesprächen und Erklärungen, was alles nicht gut war. Jeder kam, brachte uns Tee und wollte ein Gespräch. Wir hatten das Geld eh schon abgeschminkt, aber  es kommt hier halt einfach immer anders. Und so kam es, dass wir pro Person mehr als 25 Dollar (und das ist viel hier) zurückerstattet erhielten. Gleichzeitig mussten wir mitansehen, wie ein riesiger Krach unter den Bossen entstand, schlussendlich wurde der derjenige, welcher uns die Reise verkaufte, auf die Strasse gestellt.... ob das ein Schauspiel war oder nicht keine Ahnung, jedoch fühlten wir uns schlecht und baten den Boss der Bosse um Gnade mit dem jungen Inder. Den böse ist er ja nicht, er ist halt einfach ein tüchtiger indischer Geschäftsmann wie es so viele hier gibt.

Und alles in allem denken wir an einen intensiven Ausritt mit vielen Erlebnissen und netten Begegnungen zurück.

Mit erkälteten Grüssen aus Jaisalmer.

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