Nepal - Trekking nach Mustang

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Trip End Ongoing


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Sunday, November 25, 2012

Namaste

Hier sind wir wieder. Frisch geduscht (heiss) und mit ein paar Kilos weniger auf den Rippen sitzen wir in Kathmandu. Es geht uns blendend und wir sind wieder einigermassen relaxt nach der ersten Nacht im richtigen Bett bei angenehmer Temperatur.

Wir können mit Begeisterung von unserer Reise ins Mustang Königreich berichten.Ziemlich schwer alles kurz und bündig zusammenzufassen, aber ich versuchs.

Es lief alles wie am Schnürchen mit Ausnahme unseres Fluges von gestern, welcher wegen Sturm gestrichen wurde und wir somit fast noch eine zusätzliche Nacht im ungemütlichen Jomson hätten verbringen müssen. Zum Glück konnten wir mit einem Deutschen Pärchen zusammen für teures Geld einen Jeep chartern, welcher uns in nur 8 Stunden (der Flug hätte 20 Minuten gedauert) nach Pokhara fuhr. Was jetzt ungefährlicher ist, Flug oder Jeep, kann ich nicht beurteilen, es war die schlechteste Strasse bzw. Geröllhalde, welche wir je gefahren sind.

Unser Trek dauerte insgesamt 12 Tage, ca. 200 km Fusstrecke bei einer Tagesdurchschnittstemperatur von angenehmen 10 Grad. Auf die Nachmittags/Nachttemperatur gehe ich noch nicht ein.
Max. Höhenmeter 4200 m
Durchschnittliche Marschzeit im Tag:  6-7 Stunden
Unsere Kondition war zu unserer eigenen Überraschung hervorragend.

Was unsere Augen während diesen zwei Wochen zu sehen bekamen war einmalig, landschaftlich gesehen mit nichts zu vergleichen was wir bis jetzt gesehen haben. Die weissen hohen Schneeberge, wegen denen viele Touristen nach Nepal reisen, kriegt man nicht von Nahem zu sehen, jedoch war die gesamte Annapurna Kette wunderschön von Weitem zu sichten und unser Wegweiser auf dem Weg zurück nach Jomson.

Die Region Mustang liegt im Regenschatten der Berge und somit ist es ausgesprochen trocken und karg hier. Der Wind hat die Landschaft über die Jahrtausende geformt und wir fühlten uns wie irgendwo im wilden Westen oder in einer Filmkulisse von Starwars. An hunderten von spitzigen Steinhügeln, welche aussahen wie hohe Termitenhügel, sind wir vorbeigezogen, in unzählige Schluchten sind wir ab- und wieder aufgestiegen, jeder Fels hat eine andere Farbe. Keine Wunder habe ich in den 2 Wochen knappe 600 Fotos geschossen, man kann sich nicht sattsehen ab dieser Landschaft.


Auf unserem Trek wurden wir von unserem Guide "Imam" und unserem Träger "Brem" begleitet, zwei supernette Typen, wir hatten riesiges Glück, dass wir die zwei Jungs zugeteilt bekamen. Imam erzählte uns viel über die Region und Brem der schmale, kantige Bursche hat Riesenarbeit geleistet und in den zwei Wochen unsere 18 kg Ausrüstung geschleppt. Ich hatte einige Male Mitleid mit ihm aber so wie die zwei erzählten ist ein solcher Trek ziemlich gemütlich und easy im Vergleich zu anderen Routen. (In Jomsom begegneten wir Trägern, welche riesige normale Schalenkoffer auf dem Buckel trugen.... wer geht denn mit sowas trekken? Japaner?)

Geschlafen haben wir in einfachen Teehäusern, in einem Doppelzimmerchen, gegessen haben wir in schön verzierten Esszimmern. Nur leider waren die Räume meist überhaupt nicht geheizt. Der einzig geheizte Raum war die Küche, dort wo sich die Einheimischen, die Guides und die Träger aufhielten. Manchmal hatten wir Glück und wir durften auch in der Küche platz nehmen, aber meist sassen wir in voller Montur, Kappe, Handschuhe, Daunenjacke da und warteten auf das Essen. Danach gings sofort ab in den Schlafsack, meist schon gegen 19.00 Uhr. In der Kälte die Zeit abzusitzen war das Ungemütlichste am ganzen Trek. Aber eben, es ist November und wir befinden uns bereits ausserhalb der besten Reisezeit, dafür hatten wir praktisch keine Touris gesehen.

Von dem Essen hier darf man nicht zuviel erwarten. Hauptgerichte der Nepali ist das bekannte Dal Bhat (Linsen, Kartoffeln, Reis) oder Dumplings (Momos). Meist fährt man nicht schlecht, wenn man bei den lokalen Gerichten bleibt. Aber nach 6,7 Stunden Marsch hat man manchmal das Bedürfnis nach etwas anderem. Das kann ganz schön schief gehen und man muss damit rechnen, dass einem 3 mal hintereinander etwas eher Schlechtes als Rechtes aufgetischt wird. So wunderts nicht, dass Marco und ich am fünften Tag in der selben Nacht von Essen träumten. Ich von einem riesig saftigen Apfel bei Marco war der Traum ein wenig dekadenter, er träumte von einem riesigen Buffet mit Fleisch, Crevetten, Gemüse etc...... Während des Wanderns haben wir uns jeweils gegenseitig aufgezählt was wir nun gerne essen würden, was wir kochen würden.... das Wasser lief uns jeweils so richtig im Mund zusammen, nur schon der Gedanke an ein Stück Käse war kaum zu ertragen.

Und während wir hier gemütlich im Hotel in Kathmandu sitzen und die ungemütlichen Seiten des Treks aufschreiben, sitzen die Leute in Mustang immer noch hinter ihrem Feuerchen in der Küche, welches sie mit getrockneten Kuhfladen versuchen bei Laune zu halten. Das Leben für die Leute dort oben ist knallhart. Das Klima setzt zu vorallem die Kälte, der Wind und der viele Dreck/Staub. Viele Kinder und Erwachsene haben verbrannte Bäckchen oder entzünte Augen, Fingerchen so verschrumpelt wie sie bei uns die Grossmütter haben. Richtige Winterkleidung sieht man selten, meist springen die Kinder bei jeder Tageszeit in leichten Pullöverchen rum. (Irgendwann wird sich wahrscheinlich der Körper an die Kälte gewöhnen, für mich zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar). Gegessen wird was halt gerade so wächst, Fleisch meist nur zu besonderen Anlässen. Alle Familienmitglieder arbeiten hart, um zu überleben bei Wind und Kälte. Es ist unglaublich, dass Menschen unter diesen Bedingungen leben können. Ich würde keinen Winter überstehen.

Mustang liegt an der Grenze zu Tibet, wechselte in seiner Geschichte schon zigmale die Besitzer/Besetzer. Mal wars Tibet, dann wieder ein eigenes Königreich, dann eroberten die Gorkha Könige aus Kathmandu die Region und das Königreich wurde ein Teil Nepals. Die Besetzung Tibets durch China in den 50er Jahren blieb für Mustang nicht ohne Folgen. Die tibetischen Freiheitskämpfer operierten von Mustang aus, dies führte zu einer instabilen politischen Lage und führte dazu dass das Gebiet in Isolation geriet. Die seit jahrhunderten wichtige Handelsroute von Tibet Richtung Indien brach völlig zusammen. Erst 1991 wurden die Grenzen wieder geöffnet und es ist möglich, in diese Region zu reisen.

Über dieselbe Handelsroute reiste damals im 8. Jahrhundert ein Mann namens Gautama Buddha von Indien Richtung Tibet und später von dort nach Mustang. Im tibetischen Hochland entstand damals eine speziellere Ausprägung von Buddhismus, welche viele lokale Riten und Traditionen integrierte und noch immer spielt der Buddhismus eine zentrale Rolle im Leben der Bevölkerung. Vielleicht ist Mustang noch eine der letzten Regionen wo der tibetische Buddhismus so frei gelebt werden kann und die Traditionen von der Regierung nicht als Scharlatanerei betrachtet werden.
 
Falls sich jemand für einen Trek in Nepal interessiert oder sogar Mustang hier ein Link einer Agentur in Kathmandu, die alle Arten von Treks anbieten. Imam unser Guide kann ich nur weiterempfehlen.
Asian Adventure Treks, Kathmandu: www.asiantreks.com







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