Sulawesi - it's different

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Flag of Indonesia  , Central Sulawesi,
Saturday, August 25, 2012

Selamat Tingal

Zentralsulawesi haben wir bereits hinter uns gelassen und bereiten uns auf das Inselhüpfen der kommenden Tage vor. Sulawesi is different und zwar mit allem was wir gesehen oder erlebt haben. Geduld ist gefragt und 10-15 stündige Busfahrten soll man nicht verfluchen, wenn man hier ist. Denn egal wohin man geht auf dieser Insel,  es dauert eine Ewigkeit und das Reisen ist mühsam. Mal gibts einen Bus, mal eben nicht, mal gibt es Taxis mal eben nicht, mal kommt man 5 Std. später an, manchmal pünktlich. Aber es ist spannend. Man ist auf Sammeltransporte angewiesen oder wird dazu gezwungen einen privaten Driver zu organisieren, der einem von einem Ort zum andern fährt.  Hier muss man genau überlegen, wo man hinfährt.  Internet, naja, es läuft mal, es läuft nicht, in dem Moment wo mans bräuchte läufts eben nie.

Die Sprache ist ein Handicap, das erfuhren wir bereits nach Ankunft in Makassar als es darum ging, einen Transport für uns an den südöstlichen Teil von Sulawesi zu bringen.  Alle wollten uns in indonesisch einen teuren Transport verkaufen,  die Zahlen habe ich mir schnell eingeprägt.  Wir haben jedoch Geduld gezeigt, sind 3 Stunden an der Busstation gestanden, bis irgendwann jemand kam um uns mitzuteilen, dass sie nun ein Auto mit Driver hätten, welcher uns für wenig Geld nach Pantai Bira fährt. Während dieser Geduldsprobe haben wir den halben Busbahnhof kennengelernt, indonesisch mit den Einheimischen gepaukt und wacker Model gestanden für all die Sulawesis, welche mit Mister und Misses ein Foto machen wollten. J Nach Pantai Bira sind wir mit einem Sammeljeep gefahren, wir sassen zu 12 im Jeep, der Driver, gefahren wie ein Gepickter, hat uns nach 8 Stunden in Bira abgesetzt. Was für eine Fahrt!!! Dass man auf der Strecke umgekippte Autos im Strassengraben sieht, ist keine Seltenheit und auch kein Wunder, denn Autofahren lernt hier niemand und kann auch niemand wirklich. In Bira haben wir uns ein nettes Panginapan (Homestay) ausgesucht und verbrachten ein paar Tage mit relaxen am Strand. Der Strand, kilometerlang, wie aus dem Bilderbuch, keine Menschen und das Meer stahlblau. Bei genauerem Hinschauen sieht man leider, dass was immer mehr den paradiesischen Zuständen entspricht und zwar der Müll. Es hat  uns einmal mehr wachgerüttelt, was mit unserer Erde geschieht, die Paradiese sind verdreckt, die Leute können nicht mit dem Abfall umgehen. Shame! Aber wiederum fahren wir unendlich lange Strecken bergauf, bergab und wieder bergauf durch dichten Urwald oder einfach Wald, wunderschön. Von Monokulturen, wie es auf anderen Inseln üblich ist, keine Spur oder eben nur teilweise. Mit der Abholzung gehen sie zumindest noch spärlich voran, zumindest ist das unser Eindruck. Aber eben kein Wunder, diese Insel ist so verschachtelt, mit Bergen, Tälern, Schluchten und Hügeln.

Der Ramadan hat uns seit Anfang dieser Reise begleitet… dieser ging gegen Ende der letzten Woche zu Ende, daher war es extrem schwer, jemanden zu finden, welcher uns aus dem verschlafenen Nest von Bira ins Torajaland fährt, alle Einheimischen plangten doch so sehr darauf,  das Wochenende  mit ihren Liebsten zu verbringen und endlich wieder richtig essen zu können. Irgendwie klappts immer mit organisieren, dieses Mal hat leider die Geduld nicht gesiegt sondern wir mussten es mit dem Portemonnaie regeln und dem Driver eine Stange Geld bezahlen damit er uns in zwei Tagen Richtung Norden fährt.
Mr Eric, so hiess unser Driver,  konnte gut Englisch und wir haben viel über Land und Leute erfahren. Wir haben zahlreiche Pausen eingelegt, konnten die Aussicht geniessen, Fotos machen wo immer wir wollten und trotz Ramadan in einem Hintertürchen eines Restaurants  Zmittag essen. So funktioniert das nämlich…. Alle sprechen von Ramadan und sie essen nichts, die Restaurants tun so als ob sie geschlossen sind, man muss nur die passende Türe finden und man steht mitten in der Küche und im Raum nebenan sitzen ein paar hungrige Mäuler, welche nicht bis Sonnenuntergang auf ihr Essen warten können, hahaha. Es sind auch nur Menschen, ich würde dasselbe tun .


In Senkang haben wir einen Stop für die Übernachtung eingelegt, sind am frühen Abend mit dem Böötli gemütlich zu den schwimmenden Dörfern gefahren und haben einen schönen Sonnenuntergang genossen.  Zurück im Hotel, ich gemütlich am lesen, Marco am Bier besorgen (während des Ramadans nicht einfach), da kam Marco ins Hotel und hat mir mitgeteilt ich solle doch in die Reception kommen, ein paar Herren wollten mich kennenlernen. Da sass Mr Eric und seine Brüder und Cousins auf dem Sofa. Ein Herr lebt in Oerlikon und arbeitet in einer Pizzeria, er wollte unbedingt die Schweizer kennenlernen. Sofort haben sie uns leckere Köstlichkeiten aus Sulawesi offeriert (das Essen wird übrigens immer besser) und wir hatten einmal mehr einen netten Abend mit der Herrenrunde.

Toraja / all about the ceremonies and the Buffalos
Das Torajaland in Sulawesi ist absolut atemberaubend, die Landschaft wunderschön grün, gebirgig , unzählige Reisterrassen an denen sich der Nebel hochzieht. Es  gibt jede Menge zu entdecken. Die Torajavölker sind bekannt, für ihre einzigartigen Häuserbauten, die Häuser der Dächer sehen aus wie Schiffrümpfe und sie pflegen immer noch sehr eigene Traditionen, insbesondere ihre Beerdigungszeremonien, welche im Juli und August gehalten werden. Die meisten Leute sind Christen / Protestanten, dank der Holländer, welche Meisterarbeit im Missionieren geleistet haben und man sieht bis ins hinterletzte Dorf, auch wenn es nur  30 Einwohner hat, ein protestantische Kirche stehen. Schon noch speziell, es passt irgendwie nicht zueinander die Kultur dieser Völker und ihr Glaube… Wir haben die Berge und deren Dörfer mit dem Motorbike und zu Fuss abgeklappert, wir werden nett mit Hey Mister begrüsst und sofort kommt das obligate Picture, an das wir uns gewöhnt haben.  Es war Sonntag als wir loszogen und die Leute in den Bergen haben sich ins Sonntagsgewand gelegt und waren auf dem Weg zur Kirche. Vorbei an den Kirchensah man unzählige Kinder sitzen, welche lieber draussen spielten als drinnen zu sitzen.  Buben,  die den Mädchen an den Röcken zehrten- die Kinder sind überall gleich, Kirche ist nicht so spannend!

Wir haben uns eigentlich vorgenommen eine dieser bekannten Beerdigungszeremonien  zu besuchen. Diese Zeremonien sind riesig, beginnen meist mit einem Wasserbüffelkampf und an den nächsten Tagen folgen Tänze mit dem Schlachten unzähliger Tiere (meist Schweine und Wasserbüffel), danach bringen sie ihre Toten von den Häusern in ihre definitiven Gräber, den Höhlen.

 Wir waren uns plötzlich nicht mehr so sicher, ob wir das wirklich sehen wollen als wir gehört haben, dass manchmal bis zu 50 Schweinen und ebenso vielen Büffeln die Kehle durchgeschnitten wird. Bei einem unserer Motorradtouren, haben wir uns dann definitiv entschieden, dass wir keine Zeremonie besuchen. Wir gerieten  in ein riesiges Verkehrschaos mitten im Reisfeld. Eine Stunde an der prallen Sonne und es ging immer noch nichts. Somit sind wir zu Fuss losgezogen, um zu schauen, was genau los ist. Es war ein Büffelkampf und tausende von Leuten sassen an den Hängen und haben dem Schauspiel zugeschaut. Die Wasserbüffel, wenn man sie kennt, sie sind überhaupt nicht aggressiv, dementsprechend langweilig, besser gesagt tragisch war es für die Tiere kämpfen zu müssen, sie mussten so richtig geschlagen werden, dass sie überhaupt auf einander losgingen. Die Menschen hatten ihre Freude daran. Uns hat das schon ein wenig gereicht, wir sind eher Landschaftsgeniesser als Zeremoniengänger.

Meine erste Magenmalaria habe ich auch bereits überstanden. Es ging mir gar nicht gut, lag einen Tag im Bett. Unser netter Homestay Vater hat mich mit Wurzeln aus dem Wald versorgt und mir eine 40 minütige Fussreflexzonenmassage gegeben und siehe da, es hat effektiv gewirkt. Ich bin wieder topfit.

Jaja Ramadan war mit uns Tag und Nacht, die letzten Tage hat der Muezzin sein Bestes gegeben,  er trällerte ab 4 Uhr in der Früh alles was er auf dem Repertoir hatte in das Mikrophon hinein, wir sind uns nun gewohnt früh aufzustehen.  Und wir haben gemerkt, dass wenn nicht gerade Ramadan ist, so sind es die Hähne, welche sich ab 4 Uhr den Hals wund schreien, oder die Katzen, die bei einer bestimmten Mondkonstellation völlig durchdrehen und dazu kommen dann noch die Hunde, die sich in Werwölfe verwandeln. Das Ganze zusammen: Ein wunderbares Nachtspektakel! Wir gewöhnen uns daran. Übrigens habe ich hier seit meiner Kindheit das erste Mal wieder zahlreiche Glühwürmchen gesehen, so cool!

Zur Zeit sind wir gerade in Ampana, morgen gehen wir auf die Togean Islands besser gesagt auf eine winzige Insel mit ein paar Bungalows all inclusiv jedoch Low Budget style. Die Live Musik haben wir auch eingepackt für die Inseln, sind mit einem netten Pärchen aus Paris unterwegs, er ist Musiker und singt leidenschaftlich gern, das wird gemütlich. Ein paar Tage ohne Strom und nichts ausser die Insel und wir. Robinson lässt grüssen.


Also bis bis dann selamat jalam.
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