Tage im Fastparadies

Trip Start Apr 09, 2010
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Trip End Dec 22, 2010


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Flag of Turkey  , Mardin,
Wednesday, May 5, 2010

Nach Trubel in Mardin fanden wir das Paradies in den Bergen: Savur. Tauschten Flohunterkunft gegen Palast wie aus 1001 Nacht. Riesiges Zimmer ausgelegt mit Teppichen und ausgestattet mit Antiquitäten der Familie, deren Stammbaum fast bis Abraham reicht. Ein Salon zum Lesen und Teetrinken oder einfach nur aus dem Fenster schauen. Dazu Dachterrasse mit Panoramablick über Stadt und in die Hügel. Wurden hier verwöhnt wie die verlorenen Kinder von den guten Geistern des Hauses: Ayse und Sehnaz. Selbst für die Vegetarierin gab es wieder was zu lachen. Wir revanchierten uns mit Mousse au Chocolat - oder eben dem, was sich aus den Zutaten in Savur so zusammenrühren konnte.

Savur ist die noch verschlafene Schwester von Mardin. Einmal an den Läden und Teesalons vorbei gegangen, und schon ist man bekannt wie bunter Hund und wird von Nachbarn zum Tee eingeladen. Da waren sie wieder unsere Kommunikationsprobleme...

Umgebung von Savur ist Paradies zum Wandern. Liefen einfach los, mal dies Tal entlang, mal jenen Hügel hoch, Ziegenherde hier, junges Fohlen da, blühende Mohnfelder.... Balsam für unsere Seelen.

Aber jede Idylle hat ihre dunklen Seiten und dank Langenscheidts Wörterbuch konnten wir hier in einige Abgründe der ostanatolischen Gesellschaft blicken. Ayse und Sehnaz ließen uns an ihrem Leben teilhaben. Im Alter von 14 von Schwiegermutter ausgesucht, ihren 32 jährigen Sohn zu heiraten. Schule war damit beendet und Perspektiven im Leben klar: Kinder und Hausarbeit, kein Schritt erlaubt ohne Zustimmung des Mannes. Beide ließen wenig Zweifel was sie von ihren Ehemännern halten....
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