Temple City, part 4

Trip Start Nov 20, 2007
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Trip End Jun 27, 2008


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Flag of Japan  ,
Monday, March 31, 2008

Hallo zusammen,

puh, ein weiterer anstrengender Tag heute. Das Wetter war heute zum Glueck besser, zwar bewoelkt und ab und zu Regenschauer, aber bei meinen Besichtigungen hatte ich meist Sonnenschein. Ich hoffe ihr seid noch nicht tempelmuede? Oder kirschbaummuede?-) Bald ist es ueberstanden:-)

Heute habe ich sieben World Heritage Sites besichtigt...

Morgens bin ich zunaechst nach Uji gefahren, ein Vorort von Kyoto (20 Zugminuten), war einmal bekannt fuer seinen Tee, heute eine von vielen kleinen Staedten in der Osaka-Kyoto Ebene. Sie besitzt zwei der 17 UNESCO World Heritage Sites.

Puenktlich zur Oeffnung war ich am Byodo-In. Dieser Tempel stammt von 1052 aber nur noch die Zentralhalle ist original. Diese allerdings ist spektakulaer, sie wurde 1053 gebaut und ist eine der wenigen Heian Gebaeude die noch existieren. Dank des davorliegenden Teiches gibt es ein schoenes Bild des Phoenix Tempels (so wird er genannt wegen der zwei Phoenixe auf dem Dach) und daher auch viele Touristen...

Der Ujigami-Jinja ist das zweite Weltkulturerbe. Er sieht praktisch keine Touristen, aber die Gebaeude stammen ebenfalls aus der Heian-Zeit.

Mein naechster Tempel war dann der einzige Tempel heute der nicht World Heritage Site ist, allerdings muesste er einer sein... Der buddhistische Tempel stammt von 1236 und das Tor ist das aelteste Zen-Tor Japans. Der Garten ist ein weiteres Highlight, er besitzt einige nette Bruecken, einen sehr, sehr schoenen Zen Garten und einige Baeume die besonders im Herbst schoen sind, im Moment sind sie nackt...

Der letzte Tempel im Suedwesten Kyotos dann war der Daigo-Ji Tempel, ebenfalls World Heritage Site. Er ist der flaechenmaessig groesste Tempel Kyotos (da er einen 3km Weg zwischen zwei Orten beinhaltet). Hier sind die Buddhisten aber besonders gute Geldschneider, seitdem Tokugawa Ieyasu, der den Tempel, der von 874 stammt, wieder in voller Pracht aufbauen liess, hier eine beruehmte Teezeremonie zur Kirschbluetenzeit abhielt, ist der Tempel fuer seine Kirschblueten bekannt. Man kann drei Sites besichtigen, alle mit Kirschbaeumen. Der Garten ist ziemlich gross, aber trotzdem spektakulaer, hier herrscht aber sogar fuer den Garten Fotoverbot. Das Museum beinhaltet ein paar alte Holzfiguren. Und der Haupttempelort hat das aelteste gebaeude Kyotos und einer der aeltesten Pagoden Japans von 951. Um alle drei Orte zu besichtigen zahlt man 1500 Yen (jeder einzeln kostet 600 Yen).

Zurueck ins Zentrum ging es mit der U-Bahn, dort liegt die Burg Kyotos, Nijo-Jo, ebenfalls Weltkulturerbe. In meinem Eintrag zu Nara hatte ich ja geschrieben, dass der Kaiser keine Burgen besitzt, auch diese Burg gehoert nicht dem Kaiser, sondern sie wurde von dem ersten Shogun Tokugawa Ieyasu erbaut, um den Kaiser zu schuetzen... Nun ja, es war mehr dazu da, zu zeigen, wer das sagen hat. Der Shogun hat nicht in dem Palast gewohnt, die Hauptstadt war Edo (heute Tokyo) seitdem Tokugawa Ieyasu Shogun wurde. Dennoch ist der Palast ganz nett, viele Wandgemaelde aus dem 17 Jahrhundert und auch ein netter Garten.

Dann ging es in den Nordwesten, wo drei World Heritage Sites nebeneinander liegen (ok, 2km sind schon dazwischen:-). Ninna-Ji von 842 ist der am wenigsten interessante, die Gebaeude sind aus dem 17 Jahrhundert, der Garten schien mir nicht so interessant (ich habe ihn ausgelassen, da wenig Zeit, und er kostete extra) und die Kirschbaeume hier bluehen erst im April... Dann allerdings sieht die Anlage prachtvoll aus.

Ryoan-Ji ist mein persoenlicher Lieblingstempel, da er den schoensten Zen Garten beherbergt. Leider bn nicht nur ich dieser Ansicht, sondern auch viele andere Experten und daher ist der Garten immer voller Leute... Der Tempel ist recht jung, von 1450 und am Ende des 15 Jahrhunderts hat dann ein Poet den Garten angelegt, 15 Steine in einem Kiesbett (der Kies symbolisiert Wasser) ohne eine Erklaerung mitzuliefern. Damit war er ein Vorlaeufer vieler moderner Kuenstler, die ihr Werk auch nicht betiteln, sondern die Interpretation voll dem Beobachter ueberlassen. Zudem sind fuer den Beobachter hoechstens 14 der 15 Steine sichtbar, nur von oben sieht man alle 15 auf einmal. Der Garten symbolisiert die japanische Interpretation des Zen Buddhismus.

Schliesslich der bekannteste Tempel Kyotos und wohl auch Japans, Kinkaku-Ji. Der goldene Tempel ist ebenfalls Weltkulturerbe, auch wenn er recht jung ist. Der originale Tempel von 1397 wurde 1950 von einem Moench abgefackelt und 1955 wieder neu aufgebaut. Dieser Tempel hat die mit Abstand meisten Touristen.

Abends war ich noch einmal kurz in Gion, die schoenste Strasse Asiens (laut LP, insbesondere abends, insbesondere im Fruehling zur Kirschbluetenzeit) besichtigen. Nun, sie ist tatsaechlich recht schoen...

Gruss
Ralf

P.S.
Japanisch ist ziemlich einfach, gell? Jo bedeutet Burg, En bedeutet Garten, Jinja bedeutet Schrein, Ji bedeutet Tempel... Japanisch ist die Sprache mit den wenigsten Lauten, das macht es den Japanern recht schwer anderer Sprachen zu lernen (resp. zu sprechen).
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