In den tiefsten Abgründen der menschlichen Hölle
Trip Start
Jul 28, 2009
1
73
75
Trip End
Jun 11, 2010
Where I stayed
same same guesthouse
es ist schon erstaunlich aber jedes mal, wenn ich an einen ort auf meiner reise zurück komme, fühlt sich dies wie eine heimkehr an. dies aus dem einfachen grund, dass man sich nicht fürs grundsätzlichste durchfragen muss und einige der locals wiedererkennt. ich traf auf dara, einen supernetten tuk-tuk-fahrer, der im gegensatz zu seinen berufskollegen sehr ruhig ist. das passte mir und ich fragte ihn nicht nur, ob er mich ins lakeside quartier fahre sondern 'buchte ihn' gleich für den nächsten tag, denn ich wollte ja wie angekündigt zum toul slang genocide museum und den killing fields fahren.
beim frühstück lief eine dokumentation über hyänen und löwen in afrika und mich packte einmal mehr das reisefieber ;o) danach aber ging's in die tiefsten abgründe der menschlichen hölle und dara fuhr mich zuerst zu den killing fields. dort wurden tausende khmer vom regime um pol pot hingerichtet. sein ziel ist rasch erklärt: rotte alle gebildeten und mitdenkenden menschen aus, so bleibt man am längsten und einfachsten an der macht. aber wie einige seiner gesinnungs-genossen wurde er überheblich, griff im grenzgebiet zu vietnam ein paar mal zuviel an und so wurde er schliesslich 1979 unter vietnamesischer führung aus phnom penh vertrieben. seine schreckensherrschaft dauerte allerdings beinahe vier jahre und dies überlebten rund 2 millionen seiner landsleute nicht. so paradox es klingen mag aber die killing fields sind landschaftlich sehr schön. ich spazierte herum und las die schrecklichsten geschichten und konnte mir einiges viel zu gut vorstellen, da die details nicht versteckt bleiben. hunderte von totenschädel sind hinter glas zu sehen und bei vielen sieht man die tödlichen spuren in form von schädelbrüchen. nachdem ich mir zum schluss das kleine museum dort angesehen habe, musste ich mich davor auf die treppe setzen um dies erst einmal zu verarbeiten. ich habe zwar überhaupt nichts mit dieser geschichte zu tun und weiss auch nicht, weshalb sie mich so berührt, denn greueltaten gibt es ja leider überall und beinahe zu jeder zeit... ist es der umstand, dass pol pot durch eine 'volksrevolution' an die macht kam und all die opfer grosse hoffnungen in ihn steckten? ist es die brutale art und weise oder die unglaublich erscheinende zahl an todesopfern? oder einfach der umstand, dass dies bis nach meiner geburt andauerte? ich weiss es nicht und fing mich auch bald wieder aber das war ja noch der angenehme teil meines geschichtstages...
auf der fahrt zum toul slang genocid museum sah ich dieses land irgendwie mit anderen augen. noch beeindruckter von der fröhlichkeit und der hoffnung, welche die meisten menschen hier zeigen, denn eines darf man nicht vergessen: da dieses schreckliche kapitel wie gesagt gerade mal vor 30 jahren endete, haben dies viele der heute noch lebenden khmer hautnah miterlebt. dort angekommen, erkundete ich die einzel- und sammelzellen, lies stundenlang über die revolution, ihren verlauf, ihr ende, die folter- und verhörmethoden und die unmenschlichen zustände im sogenannten S21-gefängnis. dieses gebäude war vor der revolution eine schule und ich denke, es waren nicht nur die praktischen gründe, welche pol pot dazu veranlassten genau hier ein symbol seiner herrschaft einzurichten, ging es doch vorallem darum, die gebildeten menschen umzubringen. ich sah den führern dieses regimes auf fotos tief in die augen und bin immernoch schockiert, dass die meisten davon ziemlich gutmütig erscheinen, was allerdings von bild zu bild etwas variert. und die frage kommt immer und immer wieder auf; weshalb sind menschen fähig so etwas zu tun?!? ich kämpfte mich regelrecht durch das ganze museum und um 3 uhr wurde ein film gezeigt. dieser setzte dem ganzen dann noch die 'krone' auf, denn erzählt wurde eine liebesgeschichte von zwei jungen kambodschanern, welche beide 1978 hingerichtet wurden. ich trug es irgendwie mit fassung, zuviel hatte ich heute schon gesehen und trotzdem blieb ich am ende noch etwas sitzen und wartete bis die meisten zuschauer weg waren. ich ging an die frische luft und diesmal kullerten tränen über meine backen, es kam einfach so über mich und es tat gut! zum glück war niemand dort, hätte mich irgendwie unwohl gefühlt aber so war's okay für mich.
danach hatte ich so ziemlich auf nichts mehr lust und liess mich mit einem motorrad im abendverkehr zum guesthouse fahren. das heiterte mich dann wieder etwas auf, war es doch wiedermal ein verrücktes erlebnis, sich durch dieses verkehrs-chaos zu kämpfen. bei jedem halt versuchte ich mit anderen motorradfahrern ins gespräch zu kommen, die meisten verstanden leider kein englisch oder waren total perplex und wussten nicht so genau, was denn dieser 'barang' (so werden die weissen in kambodscha genannt) wollte...
am abend liess ich es ruhig angehen und spielte pool mit ein paar anderen reisenden und kühlte mich an der einigermassen frischen luft auf unserer terrasse ab. das war schon ein heftiger tag und die fotos in diesem beitrag sind nichts für schwache gemüter.
ich fuhr am nächsten morgen wiedermal mit einem bus ;o) diesmal nach siem reap.
beim frühstück lief eine dokumentation über hyänen und löwen in afrika und mich packte einmal mehr das reisefieber ;o) danach aber ging's in die tiefsten abgründe der menschlichen hölle und dara fuhr mich zuerst zu den killing fields. dort wurden tausende khmer vom regime um pol pot hingerichtet. sein ziel ist rasch erklärt: rotte alle gebildeten und mitdenkenden menschen aus, so bleibt man am längsten und einfachsten an der macht. aber wie einige seiner gesinnungs-genossen wurde er überheblich, griff im grenzgebiet zu vietnam ein paar mal zuviel an und so wurde er schliesslich 1979 unter vietnamesischer führung aus phnom penh vertrieben. seine schreckensherrschaft dauerte allerdings beinahe vier jahre und dies überlebten rund 2 millionen seiner landsleute nicht. so paradox es klingen mag aber die killing fields sind landschaftlich sehr schön. ich spazierte herum und las die schrecklichsten geschichten und konnte mir einiges viel zu gut vorstellen, da die details nicht versteckt bleiben. hunderte von totenschädel sind hinter glas zu sehen und bei vielen sieht man die tödlichen spuren in form von schädelbrüchen. nachdem ich mir zum schluss das kleine museum dort angesehen habe, musste ich mich davor auf die treppe setzen um dies erst einmal zu verarbeiten. ich habe zwar überhaupt nichts mit dieser geschichte zu tun und weiss auch nicht, weshalb sie mich so berührt, denn greueltaten gibt es ja leider überall und beinahe zu jeder zeit... ist es der umstand, dass pol pot durch eine 'volksrevolution' an die macht kam und all die opfer grosse hoffnungen in ihn steckten? ist es die brutale art und weise oder die unglaublich erscheinende zahl an todesopfern? oder einfach der umstand, dass dies bis nach meiner geburt andauerte? ich weiss es nicht und fing mich auch bald wieder aber das war ja noch der angenehme teil meines geschichtstages...
auf der fahrt zum toul slang genocid museum sah ich dieses land irgendwie mit anderen augen. noch beeindruckter von der fröhlichkeit und der hoffnung, welche die meisten menschen hier zeigen, denn eines darf man nicht vergessen: da dieses schreckliche kapitel wie gesagt gerade mal vor 30 jahren endete, haben dies viele der heute noch lebenden khmer hautnah miterlebt. dort angekommen, erkundete ich die einzel- und sammelzellen, lies stundenlang über die revolution, ihren verlauf, ihr ende, die folter- und verhörmethoden und die unmenschlichen zustände im sogenannten S21-gefängnis. dieses gebäude war vor der revolution eine schule und ich denke, es waren nicht nur die praktischen gründe, welche pol pot dazu veranlassten genau hier ein symbol seiner herrschaft einzurichten, ging es doch vorallem darum, die gebildeten menschen umzubringen. ich sah den führern dieses regimes auf fotos tief in die augen und bin immernoch schockiert, dass die meisten davon ziemlich gutmütig erscheinen, was allerdings von bild zu bild etwas variert. und die frage kommt immer und immer wieder auf; weshalb sind menschen fähig so etwas zu tun?!? ich kämpfte mich regelrecht durch das ganze museum und um 3 uhr wurde ein film gezeigt. dieser setzte dem ganzen dann noch die 'krone' auf, denn erzählt wurde eine liebesgeschichte von zwei jungen kambodschanern, welche beide 1978 hingerichtet wurden. ich trug es irgendwie mit fassung, zuviel hatte ich heute schon gesehen und trotzdem blieb ich am ende noch etwas sitzen und wartete bis die meisten zuschauer weg waren. ich ging an die frische luft und diesmal kullerten tränen über meine backen, es kam einfach so über mich und es tat gut! zum glück war niemand dort, hätte mich irgendwie unwohl gefühlt aber so war's okay für mich.
danach hatte ich so ziemlich auf nichts mehr lust und liess mich mit einem motorrad im abendverkehr zum guesthouse fahren. das heiterte mich dann wieder etwas auf, war es doch wiedermal ein verrücktes erlebnis, sich durch dieses verkehrs-chaos zu kämpfen. bei jedem halt versuchte ich mit anderen motorradfahrern ins gespräch zu kommen, die meisten verstanden leider kein englisch oder waren total perplex und wussten nicht so genau, was denn dieser 'barang' (so werden die weissen in kambodscha genannt) wollte...
am abend liess ich es ruhig angehen und spielte pool mit ein paar anderen reisenden und kühlte mich an der einigermassen frischen luft auf unserer terrasse ab. das war schon ein heftiger tag und die fotos in diesem beitrag sind nichts für schwache gemüter.
ich fuhr am nächsten morgen wiedermal mit einem bus ;o) diesmal nach siem reap.


