Pagode, getragen auf dem Kopf eines Einsiedlers
Trip Start
Jul 28, 2009
1
67
75
Trip End
Jun 11, 2010
um zum golden rock, in der schweiz würden wir von einem riesigen findling sprechen, zu gelangen fuhren wir rund 5 stunden in einem der lokalen busse von Yangon in richtung südosten. Kurz vor dem ziel, dem sogenannten base camp in kinpun, wurden wir in einen anderen bus verfrachtet und keiner der fahrer oder helfer sprach englisch. Wiedermal verständigten wir uns mit händen und füssen um sicher zu gehen, dass wir am richtigen ort ausstiegen, denn ortschilder sind per definition nur auf burmesisch angeschrieben. Wir finden schnell ein günstiges zimmer im sea sar guesthouse und verbringen dort die nacht. für einmal nehmen wir's sehr gemütlich und schlafen für unsere verhältnisse aus, frühstücken ausgiebig, packen und verstauen unsere grossen rucksäcke hinter der reception. Auf den weg zum golden rock nehmen wir nur das nötigste für eine nacht mit. So besteigen wir gegen mittag einen der lastwagen, welche stündlich rund 60 passagiere, eingepfercht wie tiere die zum schlachthof gebracht werden, zum mount kyaiktiyo befördern. Die holprige fahrt dauert 45 minuten und die strasse windet sich gut 1'000 meter hinauf in die berge. Dort werden wir auf einem grossen platz mit restaurants und kleinen geschäften uns selber überlassen und der aufstieg zu fuss zum golden rock nehme nochmals rund 45 minuten in anspruch.
alles beginnt mit einem unglaublichen angebot, einem voreilig gefassten entschluss darauf einzugehen und dem gedanken, dass dies wohl eine einmalige gelegenheit sein wird. Kurz darauf befinde ich mich auf einer sänfte, unter mir die vier harten jungs, die mich nun rund 40 minuten den berg hoch tragen werden. Ich bezahle die vereinbarten 8 dollar und feilsche für einmal nicht, vermeide es auch zu lachen, vorallem wenn ich mit rici spreche, da ich nicht den eindruck erwecken möchte, dass ich mich über die situation lustig mache. Nach wenigen metern schon fühle ich mich total schlecht und bedaure meinen entscheid; wie dekadent, schlicht und einfach grundfalsch, mich für geld tragen zu lassen, wozu habe ich denn einen gesunden körper?!? geld regiert die welt und ich habe diesen umstand ausgenutzt. Man kann es drehen und wenden wie man will, sich damit rechtfertigen, dass diese menschen so zumindest geld verdienen aber glaubt mir, es ist eine bleibende schlechte erfahrung, wenn man erst mal den schweiss dieser träger sieht und ihren schweren atem hört. Ein pferd scheint seinen reiter zumindest mühelos tragen zu können, diese menschen kommen dabei an ihre grenzen und trotzdem betteln sie während einer der drei pausen regelrecht darum, dass sie mich auch wieder hinuter tragen dürfen... nein, mein entschluss ist gefasst, ich bezahle allen ein getränk, schenke ihnen kugelschreiber und zigarren, gehe aber nicht auf ihre forderung nach mehr geld ein. Denn nun wird mir auch klar, dass so ziemlich jeder getragene ein schlechtes gewissen hat und sie darauf spekulieren und möglichst viel herausschinden möchten. Ich bin froh um all diese erkenntnisse und schlussendlich bleibt mir nur die gewissheit, dass dumme menschen immer wieder die gleichen fehler begehen, weniger dumme immer wieder neue und die hoffnung, dass ich zur zweiten gruppe gehöre.
Wir nutzen die nebensaison aus und handeln den zimmerpreis im mountain top hotel runter und können für 40 dollar dort oben übernachten. Eigentlich immernoch ein vermögen für burmesische verhältnisse aber normalerweise gehen diese zimmer für das doppelte weg. Wir geniessen die kühle luft auf gut 1200 m.ü.m. und natürlich die aussicht. Zum sonnenuntergang gehen wir wieder zu diesem heiligen, von den gläubigen mit goldfolie beklebten felsen auf dem die kyaikto pagode steht und schauen dem treiben der mönche, buddhisten aus allen landesteilen und touristen zu. kyaikto heisst übersetzt 'Pagode, getragen auf dem Kopf eines Einsiedlers' und ich frage mich, ob die rund 20 tonnen schwere pagode wohl auch zur besseren stabilität dieses überhängenden felsens beiträgt oder tatsächlich nur heiligen charakter hat... wie auch immer, es herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre, irgendwie sehr ruhig trotz der vielen menschen und beim eindunkeln wird der golden rock beleuchtet, was zwar künstlich aber trotzdem einzigartig ausschaut. Lange nachdem sich die sonne hinter dem horizont verabschiedet hatte, gehen wir in ein kleines restaurant um zu abend zu essen. Das halbe dorf versammelt sich dort vor einem kleinen fernseher wo das premier league spiel zwischen liverpool und chelsea läuft. Die fussballbegeisterung ist in allen teilen von myanmar riesig und wir erhalten den beweis dafür, wie erfolgreich sich die englische liga weit weg von zuhause vermarktet. Nach rund 60 minuten wird’s auf einen schlag stockdunkel, das stromnetz hat sich wiedermal ohne vorankündigung verabschiedet, wir erhalten kerzen um zu ende essen zu können, der spass mit dem fussballspiel ist aber definitiv vorbei.
Am nächsten morgen stehen wir um 5 uhr kurz auf um den sonnenaufgang zu bestaunen, aber schleierwolken erlösen uns von diesem vorhaben und wir gehen zurück ins bett und schlafen wie vernünftige menschen bis 8 uhr ;o) danach machen wir uns zu fuss nach kinpun auf, diese wanderung dauere mindestens 4 bis 5 stunden, wird uns an der reception gesagt. Wir spazieren los und es wird von minute zu minute heisser. Klar, erstens steigt die sonne immer steiler in den himmel und zweitens geht’s stetig runter. Wir durchqueren winzige dörfer, oftmals nicht mehr als eine handvoll häuser und teilweise führt der weg regelrecht durch den 'vorgarten' dieser häuser. Dies ist bewusst so gemacht, denn so ist's einfach den wenigen wanderern getränke, esswaren oder souveniers anzubieten, selbst wenn man dies liegend tut :o) Es ist sehr eindrücklich zu sehen, wie spartanisch die menschen hier leben und wir wundern uns, wie sie es so überhaupt schaffen. Keine wasser- oder stromleitungen und die nächsten geschäfte sind stunden entfernt. Nach gut drei stunden sind wir zurück in kinpun und wir haben uns nicht wirklich beeilt. Naja, burmesen sehen den sinn von wanderungen überhaupt nicht ein und überschätzen die distanzen und somit die zeit wohl immer wieder.
Nachdem wir uns unter den ventilatoren des sea sar guesthouses ausgeschwitzt haben, essen wir noch etwas und nehem die fünfstündige busfahrt zurück nach yangon in angriff. Von dort geht’s dann in die wohlverdienten strandferien zum ngapali beach.
alles beginnt mit einem unglaublichen angebot, einem voreilig gefassten entschluss darauf einzugehen und dem gedanken, dass dies wohl eine einmalige gelegenheit sein wird. Kurz darauf befinde ich mich auf einer sänfte, unter mir die vier harten jungs, die mich nun rund 40 minuten den berg hoch tragen werden. Ich bezahle die vereinbarten 8 dollar und feilsche für einmal nicht, vermeide es auch zu lachen, vorallem wenn ich mit rici spreche, da ich nicht den eindruck erwecken möchte, dass ich mich über die situation lustig mache. Nach wenigen metern schon fühle ich mich total schlecht und bedaure meinen entscheid; wie dekadent, schlicht und einfach grundfalsch, mich für geld tragen zu lassen, wozu habe ich denn einen gesunden körper?!? geld regiert die welt und ich habe diesen umstand ausgenutzt. Man kann es drehen und wenden wie man will, sich damit rechtfertigen, dass diese menschen so zumindest geld verdienen aber glaubt mir, es ist eine bleibende schlechte erfahrung, wenn man erst mal den schweiss dieser träger sieht und ihren schweren atem hört. Ein pferd scheint seinen reiter zumindest mühelos tragen zu können, diese menschen kommen dabei an ihre grenzen und trotzdem betteln sie während einer der drei pausen regelrecht darum, dass sie mich auch wieder hinuter tragen dürfen... nein, mein entschluss ist gefasst, ich bezahle allen ein getränk, schenke ihnen kugelschreiber und zigarren, gehe aber nicht auf ihre forderung nach mehr geld ein. Denn nun wird mir auch klar, dass so ziemlich jeder getragene ein schlechtes gewissen hat und sie darauf spekulieren und möglichst viel herausschinden möchten. Ich bin froh um all diese erkenntnisse und schlussendlich bleibt mir nur die gewissheit, dass dumme menschen immer wieder die gleichen fehler begehen, weniger dumme immer wieder neue und die hoffnung, dass ich zur zweiten gruppe gehöre.
Wir nutzen die nebensaison aus und handeln den zimmerpreis im mountain top hotel runter und können für 40 dollar dort oben übernachten. Eigentlich immernoch ein vermögen für burmesische verhältnisse aber normalerweise gehen diese zimmer für das doppelte weg. Wir geniessen die kühle luft auf gut 1200 m.ü.m. und natürlich die aussicht. Zum sonnenuntergang gehen wir wieder zu diesem heiligen, von den gläubigen mit goldfolie beklebten felsen auf dem die kyaikto pagode steht und schauen dem treiben der mönche, buddhisten aus allen landesteilen und touristen zu. kyaikto heisst übersetzt 'Pagode, getragen auf dem Kopf eines Einsiedlers' und ich frage mich, ob die rund 20 tonnen schwere pagode wohl auch zur besseren stabilität dieses überhängenden felsens beiträgt oder tatsächlich nur heiligen charakter hat... wie auch immer, es herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre, irgendwie sehr ruhig trotz der vielen menschen und beim eindunkeln wird der golden rock beleuchtet, was zwar künstlich aber trotzdem einzigartig ausschaut. Lange nachdem sich die sonne hinter dem horizont verabschiedet hatte, gehen wir in ein kleines restaurant um zu abend zu essen. Das halbe dorf versammelt sich dort vor einem kleinen fernseher wo das premier league spiel zwischen liverpool und chelsea läuft. Die fussballbegeisterung ist in allen teilen von myanmar riesig und wir erhalten den beweis dafür, wie erfolgreich sich die englische liga weit weg von zuhause vermarktet. Nach rund 60 minuten wird’s auf einen schlag stockdunkel, das stromnetz hat sich wiedermal ohne vorankündigung verabschiedet, wir erhalten kerzen um zu ende essen zu können, der spass mit dem fussballspiel ist aber definitiv vorbei.
Am nächsten morgen stehen wir um 5 uhr kurz auf um den sonnenaufgang zu bestaunen, aber schleierwolken erlösen uns von diesem vorhaben und wir gehen zurück ins bett und schlafen wie vernünftige menschen bis 8 uhr ;o) danach machen wir uns zu fuss nach kinpun auf, diese wanderung dauere mindestens 4 bis 5 stunden, wird uns an der reception gesagt. Wir spazieren los und es wird von minute zu minute heisser. Klar, erstens steigt die sonne immer steiler in den himmel und zweitens geht’s stetig runter. Wir durchqueren winzige dörfer, oftmals nicht mehr als eine handvoll häuser und teilweise führt der weg regelrecht durch den 'vorgarten' dieser häuser. Dies ist bewusst so gemacht, denn so ist's einfach den wenigen wanderern getränke, esswaren oder souveniers anzubieten, selbst wenn man dies liegend tut :o) Es ist sehr eindrücklich zu sehen, wie spartanisch die menschen hier leben und wir wundern uns, wie sie es so überhaupt schaffen. Keine wasser- oder stromleitungen und die nächsten geschäfte sind stunden entfernt. Nach gut drei stunden sind wir zurück in kinpun und wir haben uns nicht wirklich beeilt. Naja, burmesen sehen den sinn von wanderungen überhaupt nicht ein und überschätzen die distanzen und somit die zeit wohl immer wieder.
Nachdem wir uns unter den ventilatoren des sea sar guesthouses ausgeschwitzt haben, essen wir noch etwas und nehem die fünfstündige busfahrt zurück nach yangon in angriff. Von dort geht’s dann in die wohlverdienten strandferien zum ngapali beach.



