Abel Tasman NP – Summer dreaming…
Trip Start
Oct 16, 2011
1
34
71
Trip End
Jun 03, 2012
…Sonntag 06h50 hat mich der Bus in Richtung Abel Tasman National Park eingesammelt. Muss mich mal kurz über den Sommer hier beschweren. Seit Mittwoch lautet die Wettervorhersage: „Heute bewölkt, morgen früh anfangs cloudy mit drizzle und später fine, die nächste 5 Tage Sonne pur.". Seit Mittwoch lautet sie jeden Tag so – das ist wie das Schild „Morgen gibt es Freibier“. Eine Unverschämtheit und seit Mittwoch jeden Tag Wolken mit zwischendurch Regen! Während der Busfahrt heute gab es sogar strömenden Regen. Ich war gar nicht glücklich. In Kaiteriteri hat sich der Regen dann langsam verzogen, die Wolken sind geblieben. Kaiteriteri hat einen sehr schönen Strand, aber viel zu viele Boote im Wasser und Touristen an Land, die Tagestrips per Boot oder Kayak in den National Park starten.
Mittags ging es dann auch für mich mit dem aqua taxi ab zu Bark Bay. Bark Bay liegt inmitten des National Parks und sollte mein Startpunkt sein, von dem aus ich in den Norden starte. Die meisten Touristen fangen nämlich am südlichsten Punkt (Marahau) an zu wandern und dann meist nur 1-2 Tage, d.h. je weiter nördlicher man auf dem insgesamt 54 km langen Coastal Track ist, desto weniger Menschen. Der Taxifahrer war super unterhaltsam, erster Stopp auf dem Weg nach Norden war der Split Apple Rock – Name ist optisches Programm. Danach ging die Fahrt weiter, vorbei an Inseln und Buchten mit Geschichten über frühere Kommunikation (Muschel als Horn, Gesang) und die Entstehung des Parks. Dann am Zielstrand angekommen und ausgestiegen, dabei bis zu den Knien nass geworden.
Nachdem ich mich in der Bark Bay Hut häuslich eingerichtet hab (mit Schlafsack eine Matratze reserviert) bin ich dann zum Einlaufen die 45 Minuten one-way zur Falls River Bridge gewandert – eine 47m lange swing bridge. Auf dem Weg Regenwald und Sicht auf Meer und Strand genossen. Viele (zu viele) Menschen getroffen und mal wieder über den Lärm der Natur gewundert (Insekten können ohrenbetäubend sein). Zurück in der Hütte dann Abendbrot mit Buch, Strandspaziergänge (bloody sand flies) und früh ins Bett. Da es keinen Strom gibt, ist mit Sonnenuntergang Ende vom Tag.
Eine kleine Warnung für alle liebe Menschen in Deutschland an dieser Stelle: im Folgenden wird sich dieser Eintrag hauptsächlich Sonne, Regenwald und Sandstränden widmen. Bitte nur weiterlesen, wenn warm angezogen und seelisch darauf eingestellt…
Montag hat sich die forecast dann endlich mal bewahrheitet: Sonne pur! Perfektes timing (mal wieder)! Frühstück am Strand, Rucksack gepackt und los ging es. Einige Kilometer und 1-2 Stunden hoch und runter im Regenwald, ab und zu eine Brücke über einen kleinen Bach, hier und da ein lookout um die Küste zu bewundern. Kleiner Mittagsschlaf am ersten Strand, Tonga Quarry. 20 Minuten weiter zur Onetahuti Bay gelaufen, wo man am Ende der Bay wunderschön in der Sonne liegen konnte (ganz ohne sand flies). Fernab des tracks eine herrliche Ruhe. Hinter mir Regenwald, neben mir ein großer Fels, vor mir Sand bis zum Meer, das sich mit der Ebbe immer weiter zurückgezogen hat. Übrigens gibt es in der Tasman Bay 5-6m tides, das ist ganz schön beachtlich! So, nach 3 Stunden Sommergefühle am Strand noch einmal 2 Stunden durch den Regenwald bis zur Awaroa Hut gewandert, meiner Übernachtungsmöglichkeit. Schuhe an und los. Ach, wusstet ihr, dass wenn man eine Blase unter dem Zehennagel hatte, dann wächst ein komplett neuer Nagel von unten nach und der alte fällt einfach ab. Nein? Ich bis heute auch nicht… Faszinierend.
So, an einem lookout vorbei, mit Rückblick auf Onetahuti Bay und exzellenter Vorblick auf Awaroa Inlet. Wahnsinn. Grüner Regenwald, goldener Sandstrand und blaues Wasser. Nein, da will man einfach nicht zurück nach Hause. Die Hütte selbst in der Abendsonne, Strandlage, ein Traum.
Dienstag war dann ein sehr früher Start: erste Station meines Weges war nämlich ein tidal crossing (Querung nur bei Ebbe) – und die tide richtet sich leider nicht nach der Gaby. Also 06h00 losgewandert – mit Dämmerung und Sonnenaufgang barfuß quer über das Inlet durch Matsch und mehreren eiskalten Streams. Brr. Dann hoch in den Regenwald und nach kurzer Zeit in Waiharakeke Bay herausgekommen. Wow. Wind, Wellen, Strand, aufgehende Sonne, keine Menschenseele weit und breit. Zurück ins Landesinnere, Strandspaziergang in Goat Bay (sand flies), Frühstück am Skinner Point (lookout), Spaziergang entlang Totaranui Bay (großer Camping Platz inklusive der ersten Menschen am heutigen Tag). Sonne pur. Weiter Richtung Norden spaziert. Anapai Bay ohne sand flies, dafür mit Mittagsschlaf und Besuch von 2 Pinguinen. Keine Menschenseele. Ein paar Stunden später im Landesinneren hoch und runter, bei Mutton Cave am Strand langspaziert (und ein bisschen gelesen) und wieder hoch den Hügel, immer weiter bergauf, kleiner Abstecher zum Seperation Point (keine seals zu sehen heute), weiter, noch ein lookout und dann bergab runter zur Whariwharangi Hut. Wenn man so früh aufsteht kann so ein Tag ganz schön lang sein…
Ja, ihr seht schon. Abel Tasman ist bei Sonnenschein einfach nur ein Genuss, vor allem wenn man den Luxus von etwas Zeit hat. Ein Stück im Landesinneren wandern, also ein bis zwei Stunden, Pause an einem einsamen Sandstrand, weiterwandern, Strand, wandern, nachts in einer Hütte mit anderen Wanderern übernachten,… Wer braucht da schon Strom oder Handynetz?
Mittwoch ging das Abenteuer dann zu Ende, nach dem Frühstück ging es die 2 Stunden zum Wainui Car Park zum Shuttle nach Takaka. Hier im Norden des Parks sind die Ausmaße des Jahrhundertregens in der Region kurz vor Weihnachten erst richtig deutlich geworden. Überall in den grünen Bergen waren massive land slips zu sehen. Gewaltig. Der Track hier oben und die Straße von Takaka nach Wainui ist auch noch keine 2 Wochen wiedereröffnet – an vielen Stellen war der Weg im Park abgerutscht/weggespült und musste neu angelegt werden, z.B. eine Stahlbrücke quer über einen Erdrutsch oder ein steiles Stück neuer track. An dieser Stelle ein Dankeschön an meine verrückte Reiseroute durch dieses Land, sonst wäre ich schon vor einem Monat hier gewesen (oder eben nicht, weil noch gesperrt). Lucky me.
Mittags ging es dann auch für mich mit dem aqua taxi ab zu Bark Bay. Bark Bay liegt inmitten des National Parks und sollte mein Startpunkt sein, von dem aus ich in den Norden starte. Die meisten Touristen fangen nämlich am südlichsten Punkt (Marahau) an zu wandern und dann meist nur 1-2 Tage, d.h. je weiter nördlicher man auf dem insgesamt 54 km langen Coastal Track ist, desto weniger Menschen. Der Taxifahrer war super unterhaltsam, erster Stopp auf dem Weg nach Norden war der Split Apple Rock – Name ist optisches Programm. Danach ging die Fahrt weiter, vorbei an Inseln und Buchten mit Geschichten über frühere Kommunikation (Muschel als Horn, Gesang) und die Entstehung des Parks. Dann am Zielstrand angekommen und ausgestiegen, dabei bis zu den Knien nass geworden.
Nachdem ich mich in der Bark Bay Hut häuslich eingerichtet hab (mit Schlafsack eine Matratze reserviert) bin ich dann zum Einlaufen die 45 Minuten one-way zur Falls River Bridge gewandert – eine 47m lange swing bridge. Auf dem Weg Regenwald und Sicht auf Meer und Strand genossen. Viele (zu viele) Menschen getroffen und mal wieder über den Lärm der Natur gewundert (Insekten können ohrenbetäubend sein). Zurück in der Hütte dann Abendbrot mit Buch, Strandspaziergänge (bloody sand flies) und früh ins Bett. Da es keinen Strom gibt, ist mit Sonnenuntergang Ende vom Tag.
Eine kleine Warnung für alle liebe Menschen in Deutschland an dieser Stelle: im Folgenden wird sich dieser Eintrag hauptsächlich Sonne, Regenwald und Sandstränden widmen. Bitte nur weiterlesen, wenn warm angezogen und seelisch darauf eingestellt…
Montag hat sich die forecast dann endlich mal bewahrheitet: Sonne pur! Perfektes timing (mal wieder)! Frühstück am Strand, Rucksack gepackt und los ging es. Einige Kilometer und 1-2 Stunden hoch und runter im Regenwald, ab und zu eine Brücke über einen kleinen Bach, hier und da ein lookout um die Küste zu bewundern. Kleiner Mittagsschlaf am ersten Strand, Tonga Quarry. 20 Minuten weiter zur Onetahuti Bay gelaufen, wo man am Ende der Bay wunderschön in der Sonne liegen konnte (ganz ohne sand flies). Fernab des tracks eine herrliche Ruhe. Hinter mir Regenwald, neben mir ein großer Fels, vor mir Sand bis zum Meer, das sich mit der Ebbe immer weiter zurückgezogen hat. Übrigens gibt es in der Tasman Bay 5-6m tides, das ist ganz schön beachtlich! So, nach 3 Stunden Sommergefühle am Strand noch einmal 2 Stunden durch den Regenwald bis zur Awaroa Hut gewandert, meiner Übernachtungsmöglichkeit. Schuhe an und los. Ach, wusstet ihr, dass wenn man eine Blase unter dem Zehennagel hatte, dann wächst ein komplett neuer Nagel von unten nach und der alte fällt einfach ab. Nein? Ich bis heute auch nicht… Faszinierend.
So, an einem lookout vorbei, mit Rückblick auf Onetahuti Bay und exzellenter Vorblick auf Awaroa Inlet. Wahnsinn. Grüner Regenwald, goldener Sandstrand und blaues Wasser. Nein, da will man einfach nicht zurück nach Hause. Die Hütte selbst in der Abendsonne, Strandlage, ein Traum.
Dienstag war dann ein sehr früher Start: erste Station meines Weges war nämlich ein tidal crossing (Querung nur bei Ebbe) – und die tide richtet sich leider nicht nach der Gaby. Also 06h00 losgewandert – mit Dämmerung und Sonnenaufgang barfuß quer über das Inlet durch Matsch und mehreren eiskalten Streams. Brr. Dann hoch in den Regenwald und nach kurzer Zeit in Waiharakeke Bay herausgekommen. Wow. Wind, Wellen, Strand, aufgehende Sonne, keine Menschenseele weit und breit. Zurück ins Landesinnere, Strandspaziergang in Goat Bay (sand flies), Frühstück am Skinner Point (lookout), Spaziergang entlang Totaranui Bay (großer Camping Platz inklusive der ersten Menschen am heutigen Tag). Sonne pur. Weiter Richtung Norden spaziert. Anapai Bay ohne sand flies, dafür mit Mittagsschlaf und Besuch von 2 Pinguinen. Keine Menschenseele. Ein paar Stunden später im Landesinneren hoch und runter, bei Mutton Cave am Strand langspaziert (und ein bisschen gelesen) und wieder hoch den Hügel, immer weiter bergauf, kleiner Abstecher zum Seperation Point (keine seals zu sehen heute), weiter, noch ein lookout und dann bergab runter zur Whariwharangi Hut. Wenn man so früh aufsteht kann so ein Tag ganz schön lang sein…
Ja, ihr seht schon. Abel Tasman ist bei Sonnenschein einfach nur ein Genuss, vor allem wenn man den Luxus von etwas Zeit hat. Ein Stück im Landesinneren wandern, also ein bis zwei Stunden, Pause an einem einsamen Sandstrand, weiterwandern, Strand, wandern, nachts in einer Hütte mit anderen Wanderern übernachten,… Wer braucht da schon Strom oder Handynetz?
Mittwoch ging das Abenteuer dann zu Ende, nach dem Frühstück ging es die 2 Stunden zum Wainui Car Park zum Shuttle nach Takaka. Hier im Norden des Parks sind die Ausmaße des Jahrhundertregens in der Region kurz vor Weihnachten erst richtig deutlich geworden. Überall in den grünen Bergen waren massive land slips zu sehen. Gewaltig. Der Track hier oben und die Straße von Takaka nach Wainui ist auch noch keine 2 Wochen wiedereröffnet – an vielen Stellen war der Weg im Park abgerutscht/weggespült und musste neu angelegt werden, z.B. eine Stahlbrücke quer über einen Erdrutsch oder ein steiles Stück neuer track. An dieser Stelle ein Dankeschön an meine verrückte Reiseroute durch dieses Land, sonst wäre ich schon vor einem Monat hier gewesen (oder eben nicht, weil noch gesperrt). Lucky me.


