Blogbuch die Sechste

Trip Start Aug 04, 2011
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Trip End Aug 23, 2011


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Flag of Uruguay  , Rocha,
Friday, October 21, 2011



Raus aus der Stadt..

..und rein ins Strandvergnügen. Wenn man mal vom Fußball und vielleicht noch vom Tangogetanze absieht ist Uruguay gerade in Südamerika für seine traumhafte Küstenlandschaft bekannt. Und während in den Sommermonaten (Januar, Februar) unzählige Massen von badehungrigen Argentiniern und spielwütigen Brasilianer – die einen haben keine Strände, die anderen dafür ein Wettverbot – an die Küste Uruguays stürmen sollte man als Ansässiger versuchen diesem Wahnsinn zu entgehen, indem man sich etwas früher dem frischerem Badevergnügen hingibt. In meinem Fall war er es sehr früh und so war es mir als einzigem vergönnt (für Steph) gewesen als tapferer, frostgeprüfter, nordischer Jung mal einen Sprung in die atlantische Badewanne zu wagen.

Es war schon ein befreiendes Gefühl zum ersten mal der Stadt zu entfliehen und die Gegend zu erkunden. Anlass dazu gab die Einladung eines flüchtigen Bekannten der gastfreundlich seine kleine Sommerresidenz 40km vor der Hotelhochburg Punta del Este, in einem abgelegen Waldstück, mit Kolibrigesumme in der Luft, am Meer (ja ja nun is auch wieder gut) zur Verfügung stellte. Im Gegenzug mussten wir ein wenig beim Frühlingsputz zur Hand gehen.Die illustre Runde bestand also aus einem Urugayo und seiner Arbeitskollegin, einem Franzosen und mir. Die zwei Tage gingen mit Strandbummelei, Himmelguckerei und kleinen Ausflügen ins Land.

Punta del Este selber ist wohl ein Mix aus dem französischen Canne und dem spanischen Lloret de Mar. Die endlosen noch leerstehenden Luxushotels, die schon von weitem gut sichtbar fein säuberlich aufgereiht dem blauen Himmel entgegenstreben, lassen wage erahnen was da im Sommer wohl los sein muss. Modenschaus, Regatas, Konzerte , jede Menge fancy Get- Togethers und vor allem Massen von Menschen, die nicht gerade die Idylle im Urlaub suchen. Ein Irrenhaus der Reichen und Schönen und ein Muss für jeden der einmal in der Gala Südamerikas einen Artikel über seine Schlüpferfarbe wiederfinden möchte.

Wirklich ein Wahnsinn und wohl  ein Ort um den ich im Sommer einen Bogen machen werd. Wer es sich leisten kann bzw. wer Microsoftmitbegründer ist  wohnt jedoch etwas weiter von ab und folgt man dem Küstenverlauf trifft man auf ein ehemaliges Fischerdorf mit dem  urlaubstauglichen Namen, San Jose. Alles in Weiß gehalten und immer noch sehr übersichtlich, wirkt es ein wenig wie Santorini. Aber in den fast schon etwas schlicht anmutenden Apartments und Häuschens wird man es sich im Leben nicht leisten könnten auch nur auf dem Fußabtreter eine Nacht zu verbringen. Seit Schriftsteller und Shakria das kleine pittoreske Dörfchen entdeckt haben wird es als der  In-Place in Südamerika gehandelt und mit Hamptons on Long Island  vor New York verglichen. Der Leuchtturmbesuch war jedoch durchaus erschwinglich und gab einem einen guten Vorgeschmack für das was sich weiter Nordwerts befindet.

Zeitsprung, nordwerts. Ein mystisch und magisch zugleich angehauchtes Wort haben wir bereits kennengelernt: Cantombe! Ein zweites wäre wohl:  Cabo Polonio! Der Konterpart zu Punta del Este gerade mal 150km weiter nordwerts gelegen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht der wohl nicht lange gehalten hätte wenn die Regierung nicht einen Baustopp ausgerufen hätte. Und so sind es nach wie vor 88 Privilegierte, bestehend aus einem Mix von Hippies und Ottonormaluruguayos, die hier leben. Allein das man nicht mit einem Auto sondern einem allradbetriebenem, umgebauten LKW durch unwegsame Dünenlandschaften und am Strand entlang zu diesem traumhaften Fleckchen gelangt gibt dem Ganzen noch einen zusätzlichen Reiz. Man mag sich manchmal ein wenig an "The Beach" erinnert fühlen bis auf das die geheime Karte mit den Koordinaten schon von ein paar mehr Leuten gelesen wurde und so füllen sich auch hier im Sommer die Strände.

Im Oktober, November, Dezember ist es jedoch einfach nur himmlisch. Ewig lange Sandstrände, die das zuhause von unzähligen Robben Seelöwen, Walen und Delphinen sind von denen ich jedoch nur die ersten beiden Vertreten gesehen hab). Weiläufige Wanderdünenlandschaften, die einem das Gefühl  sich in der Sahara zu befinden geben und sich dann am Ende mit den mächtigen Wogen des Meeres vereinen. Und so kann man wirklich viel Zeit damit verbringen einfach diesem Treiben von Natur und Meer andächtig zuzuschauen. Und genauso haben wir das dann auch gemacht. Die Reisegruppe "Sonnenschein" bestand diesmal nur aus einer Kanadierin und mir, die vor Ort aber noch von ein paar crazy Americans komplettiert wurde. 

Fleißig surfen gegangen bin ich auch wobei der Accent auf gegangen liegt und sich dadurch schon erkennen lässt, dass das mit dem Surfen selber nicht so richtig hingehauen hat. Aber den Dreh wie man sich die Zeit auf dem Wasser am besten verteibt hatte ich schon damals mit Stephan raus und somit konnte ich einfach das planschen im Wasser genießen.

Drei Tage konnten wir dieses Fleckchen bestaunen bevor uns der Sog Montevideos wieder erfasst hat.

Weitere Reisen entlang dieser traumhaften Küstenlandschaft lass sich wohl kaum vermeiden erst recht seitdem ich mich entschieden hab wieder früher in Bildungskarenz zu gehen. Hier jedoch ein Knochen für die Daheimgebliebenen: Ich wurd das Gefühl nicht los den Darß oder die Küsten Dänemarks abzufahren. Da weiss man was man hat.
Busal
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