In der Stadt mit dem hoechsten Regierungssitz

Trip Start Jun 02, 2012
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Trip End Jan 24, 2013


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Where I stayed
Adventure Brew Bed & Breakfast

Flag of Bolivia  ,
Tuesday, August 7, 2012

Mit dem Mittagsbus ging es nach La Paz (zwischen 3.200 und 4.100 Meter). Die Fahrtzeit von 3,5 Stunden war recht kurzweilig. Einerseits weil die Landschaft schoen war, andererseits weil die Fahrt an der Meerenge von Tiquina unterbrochen wurde. Ploetzlich hiess es aussteigen und per Boot uebersiedeln. (Bis vor ein paar Jahren konnte man bei der Ueberfahrt wohl noch im Bus sitzen bleiben. Nachdem jedoch ein Bus ins Wasser fiel und alle ertranken, findet die Ueberfahrt getrennt statt.)

Der erste Blick auf La Paz war/ist beeindruckend. Das liegt daran, dass die Stadt in einem Talkessel liegt. Tausende von Haeusern dicht aneinander gedraengt.
Des weiteren finde ich beeindruckend, dass die zweitgroesste Stadt Boliviens, El Alto (etwas groesser als La Paz), so dicht an La Paz liegt. El Alto erstreckt sich oberhalb von La Paz auf der Ebene (Altiplano). Ich dachte zuerst es wuerde auch zu La Paz gehoeren.

Die Ankunft in La Paz selbst, war fuer mich ein Schock. Seit Lima (2 Monate davor) war ich in keiner grossen Stadt mehr. Denn Arequipa und Cusco, obwohl sie von der Einwohnerzahl La Paz uebersteigen, sind vom Gefuehl her eher Kleinstaedte (das Zentrum). Zudem liegt das Hostel, dass ich vorgebucht hatte an einer grossen Strasse und alles erschien mir laut und grau. Dass das Hostel recht gross und mit viel Sichtbeton gebaut wurde, machte die Sache nicht besser. ;-)
Nach ein paar Stunden und einer korrigierten Sichtweise ('Ich bin in einer Grossstadt') hab ich mich aber schon viel wohler gefuehlt. Bin jedoch am Tag darauf in das Bed & Breakfast der gleichen Unterkunft (3 Haeuser weiter) umgezogen. Kann alle Vorteile des Hostels nutzen, wohne aber ruhiger und gemuetlicher .

Mittlerweile gefaellt mir La Paz sehr gut. Und das obwohl ich hier die ersten grossen Tiefpunkte meiner Reise erlebt habe. Details dazu weiter unten.

Die ersten 3 Tage habe ich hauptsaechlich damit verbracht die Stadt kennenzulernen und meine Reiseroute in Bolivien, zumindest die naechsten Etappen, festzulegen.

Donnerstags habe ich dann einen Tagesausflug auf den Chacaltaya gemacht. Dieser Ausflug galt als Hoehentest, um zu entscheiden, ob ich den Huayna Potosí versuche zu besteigen. Dies soll der am ‘einfachsten’ zu besteigende 6000er Berg sein. Uebernachtung auf 4.800m und 5.200m. Vor meiner Reise haette ich das nicht mal in Erwaegung gezogen, nachdem mir aber ein anderer Reisender Bilder gezeigt hatte, war mein Interesse geweckt. :-)

Wie gesagt der Ausflug war ein Hoehentest. Wir sind mit dem Bus auf 5.300 Meter gefahren und von dort konnte man auf den Gipfel (5.430 Meter) laufen. - Die Hoehe war kein Problem fuer mich! :-)  - Habe also entschieden am naechsten Tag die Tour zu starten und am dritten Tag den Gipfel in Angriff zu nehmen.

Aber es kam anders. Sind gegen 13 Uhr wieder runtergefahren und ich hab dann zu Mittag gegessen. Ca. 30 Minuten danach, wurde mir ploetzlich hundeelend. Extremer Schweissausbruch, starke Magenschmerzen. Nach einer Weile wurde es etwas besser. Als wir gegen 14:30 Uhr im ‘Valle de la Luna’, dem weiteren Stop des Ausflugs ankamen, hatte ich ‘nur’ noch starke Magenschmerzen und war etwas apathisch.

Nach unserer Ankunft in La Paz bin ich gleich zum Arzt. Er hat die Hoehe als Ursache ausgeschlossen und auf eine Vergiftung getippt. Nach einer nicht so angenehmen Nacht bin ich Freitags dann ins Labor, wo sie diverse Untersuchungen gemacht haben.
Ergebnis: Giardia lamblia, ein Parasit.
Neben Eisen- und Vitamintabletten, bin zudem wohl ein wenig anaemisch, musste ich drei Tage lang Tabletten einnehmen und in 14 Tagen soll ich nochmal eine Probe abgeben. Wohlfuehltechnisch ging es mir relativ schnell besser - musste nur 1 Woche lang Diaet halten.

Dadurch war natuerlich die Besteigung des Huayna Potosí gestorben und auch die Reise in den Dschungel, die Etappe danach, erstmal aufgeschoben. Hab mir einfach weiter La Paz angesehen, u.a. auch einige der vielen Strassenmaerkte.

Samstags kam dann das naechste ‘Highlight’. Beim Bezahlen des Mittagessens im Restaurant, hab ich bemerkt dass mein Geldbeutel nicht mehr da ist! Es war nicht viel Geld drin, vielleicht 5 EUR. Mich aergert eher, dass der Geldbeutel, ein Andenken aus Guatemala, weg ist, und dass es so wie im Reisefuehrer beschrieben stattgefunden hat. D.h. durch Ablenkung, in diesem Fall hat mich jemand mit Staub oder aehnlichem beworfen. Ich dachte zu dem Zeitpunkt jemand hat seinen Teppich oder aehnliches aus dem Fenster geschuettelt. Und vieleicht war es ja auch so und der Diebstahl hat woanders stattgefunden. Bemerkt habe ich es ja nicht!

Und Sonntags ging es dann weiter. War auf der fuenf Quadratkilometer grossen ‘Feria 16 de Julio’ in El Alto. Einem  Markt, auf dem es glaube ich, alles gibt, sowohl Gebrauchtes als auch Neues. Mir hat es gut gefallen, bis zu dem Augenblick als mich wieder jemand ablenken wollte. Dieses Mal hat mich bzw. meine Jacke jemand bespuckt. Muss zugeben, eine gute Art der Ablenkung, aber so etwas von eklig! Boah!
Dank der 'Erfahrung' vom Vortag ist aber nichts weiter passiert.

War die Tage direkt danach extrem unsicher, vor allem was das Essen angeht. So langsam normalisiert es sich aber wieder und ich versuche es als ‘Wachruettler’ zu sehen. Bin nach 2 Monaten reisen ohne jedes Problem vielleicht wirklich etwas unachtsam geworden oder Bolivien ist halt einfach anders. Hoffe nur, dass der Test in 14 Tagen in Ordnung ist.

Aber es war ja nicht alles schlimm. Zu den schoenen Sachen zaehlt, dass ich Gustavo getroffen habe. Ein Bolivianer, den ich auf der Geburtstagsparty einer Freundin in Freiburg kennengelernt habe. Haben uns schon zweimal getroffen und es ist immer sehr lustig.

Nachdem ich am Dienstag nochmal zum Arzt musste, ich aber genug von La Paz hatte und es mir auch wieder gut ging, hab ich mich entschlossen am Montag einen Ausflug zu machen. Und zwar ging es zur Death Road, d.h. mit dem Fahrrad die (ehemals) gefaehrlichste Strasse der Welt (daher der Beiname "Strasse des Todes") runter. Um es vorweg zu nehmen, es ging alles gut und ich hatte einen tollen Tag. :-)

Gegen 8 Uhr wurde ich zusammen mit zwei anderen im Hostal abgeholt. Die Gruppe bestand aus Christina (DE), Linda (NL), Kathy (UK), Lauren (CAN), Joseline (BOL) und Toutoin (CH), also 6 Maedels und einem Jungen und Simon und Juan Louis, unseren beiden Guides.
Erst ging es eine gute Stunde mit dem Bus nach La Cumbre (4.700m). Nachdem wir unsere Ausruestung (Schoner, Hose, Jacke, Handschuhe und Helm) angezogen und ein Fahrrad bekommen haben, ging es nach der Sicherheitseinweisung erstmal ca.1 Stunde auf Asphalt (mit Split) nach unten. Nach einem kurzen Snack ging es danach dann auf die eigentliche ‘Death Road’. Ca. 2,5 Stunden auf Schotterpiste den Berg runter, bis auf 1.200 Meter! Ein ganz schoenes Geruettel, aber ein Riesenspass. Und mit Konzentration auch nicht allzu schwierig.
Wenn man aber bedenkt, dass hier Autos in beide Richtungen gefahren sind (heute fahren nur noch vereinzelt Fahrzeuge), dann verstehe ich gut, dass ab und zu Leute bzw. Fahrzeuge abgestuerzt sind.

Im Anschluss ging es dann zum relaxen nach Yolosa. Hier haben wir zu Mittag gegessen, im Pool gebadet und geduscht. Gegen 20 Uhr war ich nach einer ca. 3-stuendigen Fahrt gluecklich aber muede wieder im Hostal. Hat sich echt gelohnt! :-D

PS: Sobald ich die CD mit den Bildern der Agentur irgendwo zum Laufen bekomme, kommen eventuell noch ein paar Bilder dazu.
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