Tag 5 auf hoher See
Trip Start
Jul 12, 2008
1
8
14
Trip End
Jul 25, 2008
Dann, am Samstagmittag, dem 19. Juli, ENDLICH, hatte Neptun oder Petrus oder wer auch immer zuständig war, ein Einsehen mit uns und liess die Winde etwas nach Norden drehen. Dadurch bekamen wir den Wind seitlicher und mussten nicht mehr so hart am Wind segeln. Auf Halbwindkurs war nun alles halb so schlimm. Auch die Wellenhöhe nahm, je näher wir der Küste kamen, ab. Erstmals konnten wir auch das Segel am hinteren (Besan-)Mast setzen. Leider hatten wir für diesen nur eine einziges Segel, und dieses war ziemlich bauchig geschnitten. Auf Amwind-Kurs hätte das eher gebremst als geholfen, aber jetzt, mit dem Wind fast querab, war es natürlich genau, was wir brauchten. Endlich waren wir als richtige Ketsch unterwegs. Sogar die Wolken verzogen sich, und an Deck machte sich erstmals so richtige Ferienstimmung breit. Bei 10-15 kn Wind machten wir locker 8-10 kn Fahrt. Also, es geht doch! Als wir dann am Sonntag sogar noch einen roten Spinnaker setzten (wie auf der Postkarte), kam wieder grosser Segelspass auf und alle Unannehmlichkeiten und Strapazen der vorhergehenden Tage waren schon fast vergessen.
Zum Thema Hygiene an Bord. Wir hatten ein WC in der Grösse eines Wandschranks, mit einer Türe aus Segeltuch mit Reissverschluss, ähnlich wie bei einem Stoffschrank. Leider war die WC-Schüssel in Längsrichtung angeordnet. Bei Schräglage des Schiffes sehr unbequem. Während der ganzen letzten Tage war es kaum möglich, sich auf dem Thron sitzend zu halten. Es ging mir jedesmal das Bild eines Rodeoreiters durch den Kopf, der sich krampfhaft auf dem bockenden Pferd zu halten versucht. Man hätte sich mit Dreipunktgurten festschnallen müssen. Gut war die WC-Kabine so winzig, so konnte man sich wenigstens an den Wänden abstützen. Eine funktionierende Waschmöglichkeit gab es dort keine, aber dafür den einzigen Spiegel an Bord. Nach einigen Tagen kam ich zum Schluss, dass man den Spiegel eigentlich sonstwo im Schiff aufhängen müsste, dann würden vielleicht die Frauen das WC nicht mehr so lange blockieren. Weiss der Teufel, was die da drin immer so lange machten! Natürlich, wir Männer hatten wenigstens die Möglichkeit, das kleine Geschäft direkt über Bord zu erledigen (auf der windabgewandten Seite natürlich), obwohl ich von dieser Möglichkeit eher selten und ungern Gebrauch machte.
Der einzige Platz, wo man an Wasser kam, war die „Küche", eine U-förmige, hüfthohe Küchenkombination im Vorschiff. Dort hatte es einen Schüttstein mit zwei Fusspumpen und zwei Wasserhahnen, einen für Meerwasser und einen für Süsswasser aus dem Tank. Fürs Zähneputzen nahmen alle dorthin Zuflucht. Das war dann aber auch ziemlich das Einzige, was während diesen harten Tagen in Sachen Hygiene möglich war. Man hätte einfach nicht die Energie für irgendwas Anderes aufgebracht. Gut habe ich eine schlechte Nase. Wir müssen ja gestunken haben wie die Schweine.
Als wir dann aber auf Halbwind-Kurs gingen, und das Leben an Bord wieder etwas erträglicher wurde, hatte ich endgültig die Nase voll von dem Pflürgg auf meinem Kopf. Ich holte einen Kessel Wasser aus dem Meer, setzte mich aufs Deck und wusch mir die Haare. Geht bestens mit Salzwasser, man gönnt sich ja sonst nichts. Und weil es so erholsam war, folgte eine Dusche auf die gleiche Art und anschliessend sogar eine Rasur. Und das alles an der Sonne. Was will man mehr! Das inspirierte dann auch einige andere Crewmitglieder, es mir gleichzutun, und für den Rest der Reise wurde von dieser Möglichkeit häufiger Gebrauch gemacht.
Zum Thema Hygiene an Bord. Wir hatten ein WC in der Grösse eines Wandschranks, mit einer Türe aus Segeltuch mit Reissverschluss, ähnlich wie bei einem Stoffschrank. Leider war die WC-Schüssel in Längsrichtung angeordnet. Bei Schräglage des Schiffes sehr unbequem. Während der ganzen letzten Tage war es kaum möglich, sich auf dem Thron sitzend zu halten. Es ging mir jedesmal das Bild eines Rodeoreiters durch den Kopf, der sich krampfhaft auf dem bockenden Pferd zu halten versucht. Man hätte sich mit Dreipunktgurten festschnallen müssen. Gut war die WC-Kabine so winzig, so konnte man sich wenigstens an den Wänden abstützen. Eine funktionierende Waschmöglichkeit gab es dort keine, aber dafür den einzigen Spiegel an Bord. Nach einigen Tagen kam ich zum Schluss, dass man den Spiegel eigentlich sonstwo im Schiff aufhängen müsste, dann würden vielleicht die Frauen das WC nicht mehr so lange blockieren. Weiss der Teufel, was die da drin immer so lange machten! Natürlich, wir Männer hatten wenigstens die Möglichkeit, das kleine Geschäft direkt über Bord zu erledigen (auf der windabgewandten Seite natürlich), obwohl ich von dieser Möglichkeit eher selten und ungern Gebrauch machte.
Der einzige Platz, wo man an Wasser kam, war die „Küche", eine U-förmige, hüfthohe Küchenkombination im Vorschiff. Dort hatte es einen Schüttstein mit zwei Fusspumpen und zwei Wasserhahnen, einen für Meerwasser und einen für Süsswasser aus dem Tank. Fürs Zähneputzen nahmen alle dorthin Zuflucht. Das war dann aber auch ziemlich das Einzige, was während diesen harten Tagen in Sachen Hygiene möglich war. Man hätte einfach nicht die Energie für irgendwas Anderes aufgebracht. Gut habe ich eine schlechte Nase. Wir müssen ja gestunken haben wie die Schweine.
Als wir dann aber auf Halbwind-Kurs gingen, und das Leben an Bord wieder etwas erträglicher wurde, hatte ich endgültig die Nase voll von dem Pflürgg auf meinem Kopf. Ich holte einen Kessel Wasser aus dem Meer, setzte mich aufs Deck und wusch mir die Haare. Geht bestens mit Salzwasser, man gönnt sich ja sonst nichts. Und weil es so erholsam war, folgte eine Dusche auf die gleiche Art und anschliessend sogar eine Rasur. Und das alles an der Sonne. Was will man mehr! Das inspirierte dann auch einige andere Crewmitglieder, es mir gleichzutun, und für den Rest der Reise wurde von dieser Möglichkeit häufiger Gebrauch gemacht.

