Gibbon Experience

Trip Start Jul 03, 2010
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Trip End Jan 30, 2011


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Flag of Lao Peoples Dem Rep  ,
Wednesday, July 28, 2010

Nachdem wir mit dem Boot in Houai Xai angelangt waren, machten wir uns sofort mit dem Tuk Tuk auf den Weg ins Gibbon Experience Büro um unsere Teilnahme zu bestätigen. Die Gibbon Experience Tour hatten wir schon im Voraus über das Internet gebucht, da das Programm sehr beliebt und zumeist ausgebucht ist. Ohne viele Worte wurde uns ein Zettel in die Hand gedrückt, in dem wir erklärten, die Gibbon Experience Veranstalter für keine Unfälle haftbar zu machen. Außerdem mussten wir eine Notfallskontaktperson angeben. Da wurde uns doch etwas mulmig: Auf was hatten wir uns da eingelassen??
Am nächsten Morgen bekamen wir vor der Abfahrt noch ein Sicherheitsvideo gezeigt, in dem Tipps gegeben wurden, worauf man beim Ziplining achten muss. Danach teilte sich die 14-köpfige Gruppe auf zwei Jeeps auf und die Fahrt ging los. Unser Jeep machte schon auf dem ersten Teil der Fahrt schlapp, so mussten wir im letzten Dorf entlang der Straße auf einen neuen Wagen warten. Als wir weiterfuhren wurde uns auch klar, warum wir ein voll funktionstüchtiges Auto benötigten. Gleich zu Beginn fuhren wir durch einen kleinen Fluss und statt auf einer asphaltierten Straße ging es auf schlammigen Feldwegen weiter. Der Weg führte uns durch eine hügelige Landschaft und oft war es pures Glück, dass der Wagen es bis auf die Spitze schaffte. Bergab musste der Fahrer den Wagen langsam rollen lassen, um nicht ins Schleudern zu kommen und Bergauf musste er Vollgas geben, um nicht zurückzurutschen. Wir klammerten uns auf den Bänken fest und drückten die Daumen, dass der Wagen es möglichst weit schaffen würde. Das Gibbon Experience Office hatte uns vorgewarnt: Sobald der Weg zu schlammig werden würde, müssten wir zu Fuß gehen und unter Umständen den Jeep schieben. Also hieß es Daumen drücken, das die Wege trocken waren.
Zunächst lief alles gut, zwischendurch mussten wir einmal aussteigen und den Jeep alleine den Hügel hinauffahren lassen, aber danach konnten wir wieder einsteigen. Aber dann holte uns die Regenzeit wieder ein und es gab einen ordentlichen Wolkenbruch. Nun waren die Straßen viel zu matschig, es gab kein Weiterfahren mehr und wir mussten zu Fuß weiter. Trotzdem hatten wir Glück, der Jeep hatte den größten Teil der Strecke schon zurückgelegt und wir mussten nur noch 20 Minuten bis zum letzten Dorf wandern. Auf der halben Strecke trafen wir auf entgegen kommende Gibbon X-Teilnehmer, die glücklich, aber auch ziemlich erschöpft aussahen. Na hoffentlich waren sie nicht deshalb so glücklich, weil sie die Tour endlich hinter sich gebracht hatten?? Wir waren mittlerweile sehr gespannt, was uns da erwarten würde.

Nachdem wir das Dorf erreicht hatten, legten wir eine kurze Rast ein und man konnte die letzten gekühlten Getränke und ein paar kleine Snacks kaufen. Anschließend fing der Marsch erst richtig an. Erneut mussten wir durch einen Fluss, aber diesmal hieß es Schuhe ausziehen und durchmarschieren. Nach einigen Minuten wandern gab es einen erneuten Wolkenbruch und der Boden verwandelte sich in eine einzige Schlammlacke. Vorsichtig stolperten und rutschten wir vorwärts, doch trotz aller Vorsicht gab es einige Ausrutscher und so manch einer der Teilnehmer machte beim nächsten Bach Halt um sich den Schlamm wenigstens notdürftig abzuwaschen. Einer der Engländer hatte großes Pech und seine Schuhe gingen während dem Wandern kaputt und er musste den restlichen Weg barfuss zurücklegen – was kein einfaches Unterfangen war.
Als es an die Baumhausverteilung ging gab es lange Diskussionen wer in welches Baumhaus geht. Uns standen Baumhaus Nummer 1 und Nummer 5 zur Verfügung und alle wollten ins Baumhaus Nummer 5, da man dort am meisten Ziplining macht und angeblich die besten Chancen hat, tatsächlich Gibbons zu sehen. Schließlich willigten wir drei uns zwei Neuseeländer ein, ins 1er Baumhaus zu gehen. Immerhin war der Weg dorthin kürzer und wir hatten nach dem anstrengenden Marsch ohnehin keine große Lust mehr noch weitere zwei bis drei Stunden durch den Schlamm zu marschieren. Um zum Baumhaus zu gelangen mussten wir zum ersten Mal Ziplinen. Die Aufregung war groß, der erste Absprung kostete doch einige Überwindung. Einfach an einem Seil hängend durch die Lüfte schweben ist kein alltägliches Erlebnis. Im Baumhaus erlebten wir dann eine Überraschung – wir hatten noch einen Mitbewohner: Eine Katze lebte mit uns im Baumhaus. Als weitere - aber eher ungewollte - Mitbewohner hatten wir einen riesigen Bienenstock. So hieß es stets auf der Hut sein vor den Bienen. Der Bienenstock befand sich nur wenige Meter von unserem Baumhaus entfernt, aber da es immer wieder kurze Schauer gab, waren die Bienen oft in ihrem Stock und zumeist friedlich. Endlich konnten wir duschen und uns den Schlamm abwaschen. Die andere Gruppe war nicht zu beneiden, sie hatten noch einen mehrstündigen Marsch vor sich. Das Badezimmer stellte sich als Freiluftbad mit Plumpsklo, einer einfachen Dusche und einem wunderschönen Blick über das gesamte Tal heraus.
Das Abendessen wurde uns von den Küchenangestellten mittels Zipline gebracht und so ging der erste Abend im Baumhaus gemütlich zu Ende.
Am zweiten Tag unternahmen wir einen Ausflug zu den anderen Baumhäusern. Eigentlich wollten wir schon vor dem Frühstück zu einem kleinen Ausflug aufbrechen, aber da es stark regnete, konnten die Guides nicht zu uns kommen. Später ließ der Regen nach und so konnten wir uns auf den Weg machen. Die anderen Baumhäuser waren auch sehr nett, aber keines gefiel uns so gut wie unser Baumhaus Nummer 1. Immerhin, wir hatten eine Katze als Mitbewohner. Bis zum Baumhaus Nummer 5 war es tatsächlich ein langer Weg und wir waren froh, dass wir den Weg nicht schon am Vorabend zurücklegen mussten. Gelegenheit zum Ziplinen gab es genug, jeder kam voll auf seine Kosten. Manche Ziplines waren sehr schnell, da musste man rechtzeitig bremsen um nicht in den Baum zu krachen, bei anderen musste man sich bemühen, genügend Schwung aufzubauen um sich nicht allzu weit bis zum Ende hanteln zu müssen. Die Guides waren stets zur Stelle und gaben uns Tipps ob wir bremsen sollten oder nicht. Sie selber stießen sich mit aller Kraft los und klammerten sich an den Haltegurt, so dass wir ihnen den Spitznamen Monkeyguides gaben.
Am Rückweg zu unserem Baumhaus gerieten wir erneut in einen Wolkenbruch. Diesmal war er so schlimm, dass Regenponchos gar nichts mehr genutzt hätten. Innerhalb von Sekunden waren wir bis auf die Haut durchnässt. Die Kameras gaben wir unserem Guide zum Verstauen und dann sahen wir zu, dass wir so schnell wie möglich ins Trockene kamen.
In dieser Nacht hatten wir großes Glück und konnten eine ganze Gibbonfamilie in der Nähe singen hören. Einer der Neuseeländer machte sich in der Früh mit einigen Guides auf den Weg und sah tatsächlich einige Gibbons. Gibbons sind sehr scheue Tiere und Begegnungen mit ihnen in der freien Natur sind recht rar, also hatten wir großes Glück, dass wir sie immerhin hören konnten.
Am letzten Tag am Rückweg stießen wir wieder auf die Gruppe vom Baumhaus Nummer 5. Auch hier hatten einige Teilnehmer das Glück gehabt, Gibbons zu sehen. Als wir den Abstieg erfolgreich hinter uns gebracht hatten, warteten wir einige Zeit im Dorf um zu sehen, ob der Jeep bis hierher fahren konnte um uns abzuholen. Um uns die Zeit zu vertreiben begann einer der Teilnehmer Zaubertricks vorzuführen und bunte Luftballontiere an die Dorfkinder zu verschenken. Wir hatten großen Spaß dabei, aber dann kam leider die Nachricht, dass der Jeep uns nicht abholen konnte, also sollten wir losmarschieren. Der Weg war ziemlich anstrengend und wir waren noch erschöpft von den letzten Tagen, aber auch diese Strecke legten wir schließlich zurück. Diesmal begegneten wir den entgegen kommenden Gibbon X-Teilnehmern, die gerade ihren Ausflug in den Dschungel begonnen hatten. Ob wir auf sie wohl ebenso erschöpft, aber glücklich wirkten, wie unsere Vorgänger auf uns?
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