Der Drache der vom Himmel herabstieg

Trip Start Jul 03, 2010
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Trip End Jan 30, 2011


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Where I stayed
Tam Thuong Guesthouse

Flag of Vietnam  , Quảng Ninh,
Wednesday, July 21, 2010

Mit dem Guesthouse hatten wir wieder einmal großes Glück. Die Zimmer waren sehr günstig, hatten sogar eine Klimaanlage und warmes Wasser und es war ein Reisebüro an das Hotel angeschlossen. Das Management wirkte sehr kompetent und sympathisch und die Preise für die Touren waren akzeptabel, so beschlossen wir, gleich im Hotel eine Tour in die Ha Long Bucht zu buchen. Am Dienstag ging es pünktlich um 8 Uhr los. Ein kleiner Bus kam, um uns abzuholen und wir hatten wieder sehr nette Mitreisende. Während der Fahrt hatten wir die Gelegenheit, die vietnamesische Landschaft zu betrachten: es gab Reisfelder so weit das Auge reichte. Insgesamt dauerte die Fahrt keine vier Stunden und gegen Ende sahen wir schon die ersten zerklüfteten Hügel.
Die Ha Long bucht zählt zu den Unesco Weltkulturerbestätten und besonders die Zwei- oder Dreitagestouren mit Übernachtung an Bord einer Dschunke, zählen zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Vietnam. Mehr als 3000 hügelige Inseln ragen aus dem smaragdgrünen Wasser. Die meisten Inseln sind vom Dschungel überwachsen und auf einigen befinden sich Höhlen, die man besichtigen kann.
Eine Legende erzählt, dass einst ein Drache in den Bergen im Nordwesten von Vietnam lebte und als er ein feindliches Heer aus dem Norden herannahen sah, stieg er hoch in den Himmel um dann herabzukommen und die Feinde zu vernichten. Mit den wilden Schlägen seines Schwanzes schlug er zahlreiche Furchen in das Land und als er in das Meer eintauchte, überflutete das Wasser die gesamte Gegend. Seitdem ragen nur noch die Gipfel aus dem Meer und bilden die Inseln der Ha Long Bucht.
Nachdem wir am Boot eingecheckt hatten und einige Zeit zwischen den Inseln umhergefahren waren, ankerten wir in einer kleinen Bucht. Unser Ziel war eine der größten Höhlen der ganzen Gegend. Um die ganze Höhle zu durchqueren brauchten wir fast eine Stunde. Im Inneren gab es Stalagmiten und Stalaktiten, von denen einige wie Tiere oder Fabelwesen aussahen. Nach der Höhlentour konnten wir Kayaks ausborgen und ein paar Inseln auf eigene Faust erkunden. Pünktlich fuhr die Dschunke wieder los, in der Ferne waren noch einige Kayakfahrer zu sehen. Doch erst nach einigen Minuten machte ein Mitreisender Argentinier den Reiseleiter darauf aufmerksam, dass noch zwei seiner Freunde fehlen würden. Solche Freunde müsste man haben! Nun hieß es für den Kapitän umdrehen und wieder zum Steg zurückzukehren. Was in der engen Bucht gar nicht so einfach war. Schließlich lasen wir die fehlenden Argentinier wieder auf, und sie erzählten uns, was passiert war. Sie waren aus dem Kayak gesprungen und schwimmen gegangen. Beim Herumblödeln hatte sich ihr Boot jedoch mit Wasser gefüllt und sie konnten nicht mehr hinein. Also mussten sie sich von anderen Kayakfahrern abschleppen lassen und nebenher schwimmen. Das dauerte jedoch eine ganze Weile und so verpassten sie die Abfahrt der Dschunke.
Den weiteren Nachmittag fuhren wir zwischen den Inseln umher und ankerten um schwimmen zu gehen. Wir drei verzichteten jedoch darauf, da wir keine Lust hatten vom Sonnendeck des Bootes mehrere Meter tief ins Wasser zu springen. Außerdem gab es angeblich Quallen und denen wollten wir auch nicht unbedingt begegnen.
Den Abend verbrachte die ganze Reisegruppe gemeinsam an Deck, als plötzlich das Licht ausging: Stromausfall. Stromausfall – das hieß kein Licht am Zimmer und auch keinen Ventilator. Zum Glück war es an Deck angenehm kühl. Leider schmolzen allerdings auch die Eiswürfel und die Getränke im Eiskasten wurden schnell warm. Bald darauf hatte die Crew den Generator wieder zum Laufen gebracht, aber nach wenigen Minuten ging das Licht erneut aus. Diesmal ging der Generator gar nicht mehr an. Letztendlich mussten wir zu einer anderen Dschunke fahren und unser Boot an deren Stromnetz anschließen. Obwohl ziemlich viele Touristenboote in den Buchten ankerten (angeblich über 1000 Boote), sah man die Lichter der anderen Boote nur aus der Ferne, was eine recht eindrucksvolle Stimmung erzeugte.
Am nächsten Tag gab es wieder die Gelegenheit zu Schwimmen. Allzu bald mussten wir uns jedoch auf den Rückweg machen, da am frühen Nachmittag der Bus nach Hanoi fahren würde. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, als wir im Bus saßen ging auf einmal ein wahrer Tropensturm los und überflutete die Straßen. Das Kanalsystem konnte mit den Wassermassen nicht fertig werden und so stand das Wasser hoch in den Straßen. Es sah aus, als würde man durch einen See fahren. Das Wasser war so hoch, dass es sogar ein bisschen in den Bus eindrang. Von allen Seiten blitzte und donnerte es. Im sicheren Auto sah es ziemlich beeindruckend aus, aber Motofahrer hätte ich keiner sein wollen. Als wir zurück im Hotel waren, erfuhren wir, dass wir tatsächlich großes Glück gehabt hatten, die Ha Long Bucht musste wegen dem Unwetter gesperrt werden und am nächsten Tag würden keine Boote starten.
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