Reisebericht 4 (Mail)

Trip Start Jan 08, 2003
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Trip End Sep 25, 2003


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Flag of Canada  , Yukon,
Friday, June 6, 2003

in den vergangenen wochen haben wir ja wieder einiges erlebt... vorallem
sind wir ziemlich weit gefahren, und so schreibe ich diesmal aus whitehorse
am yukon, ziemlich weit oben im nordwesten von kanada. lange dauert es nicht
mehr, bis wir endlich in alaska sind!

erst fuhren wir ueber lake louise in die rocky mountains hinein. wir durchquerten
die gebirgskette in laengsrichtung, also nordwaerts ueber den ziemlich bekannten
icefield parkway, eine sehr spektakulaere strasse mitten durch die berge.

wir waren ziemlich beeindruckt von den aussichten, die man entlang dieser
route auf die umliegende bergwelt hatte. voellig andere berge als in den
alpen, meist sehr steile und schroffe felswaende in verschiedenen farben
und oft eigentuemmlichen felsformationen. dazwischen gab es immer wieder
gletscher, die fast zur strasse hinunter reichten und, ebenfalls sehr typisch
fuer diese gegend, intensiv tuerkisblaue seen. die farbe mussten wir uns
meist jedoch selbst vorstellen, da die seen groesstenteils noch zugefroren
waren. auch sonst gab es noch recht viel schnee, und eine nacht campten
wir auf einem zeltplatz, auf dem man sich ein kleines schneefreies plaetzchen
fuer das zelt suchen musste... war noch fast kaelter und winterlicher als
den ganzen eigentlichen winter ueber!
auch nachdem wir die berge wieder verlassen hatten, erwartete uns weiterhin
noch recht kuehles (nachts meist noch leicht unter dem gefrierpunkt) und
fuer ein paar tage recht schlechtes wetter. bei der ueberquerung eines flachen
passes kurz vor prince george gerieten wir sogar in einen der heftigsten
schneestuerme ueberhaupt, die wir waehrend der gesamten reise erlebt hatten!
trotzdem stoppten wir unterwegs noch am mount robson, dem hoechsten berg
der kanadischen rocky mountains, und wanderten einige tage am fusse dieses
eindruecklichen giganten (knapp 4000m hoch) herum, soweit es der schnee
eben schon zuliess.

einige wenige tage spaeter schliesslich erreichten wir den beginn des alaska
highways, der ueberlandverbindung durch kanadas nordwesten nach alaska hinuaf.
der highway wurde erst im zweiten weltkrieg in rekordzeit von den amerikanern
gebaut (strategisch wichtige strassenverbindung nach alaska hinauf, nachdem
die usa in pearl harbor von japan angegriffen wurde), und erst in den 50er-jahren
fuer den zivilverkehr geoeffnet. lange muss die strasse noch recht abenteuerlich
gewesen sein, nun aber fanden wir zu unserer ueberraschung eine perfekt
geteerte ueberlandstrasse vor.
die reisezeit war immer noch nicht so richtig losgegangen, und so fuhren
wir oftmals weite strecken, ohne einem anderen fahrzeug zu begegnen. auch
ortschaften gibt es entlang der strecke nur noch einzelne, und meist handelt
es sich dann nur gerade um eine tankstelle mit restaurant und vielleicht
noch einem zeltplatz. schon ein eigenartiges gefuehl, wenn man sich zwar
im auto, aber eigentlich mitten in der wildnis draussen befindet...!
dementsprechend gab es auch viele tiere zu sehen, die oft gleich am strassenrand
weideten. angefangen von baeren, hirschen, karibus bis hin zu bisons, bergschafen
und -ziegen und einigen weiteren kleintieren und voegeln war so ziemlich
die ganze palette der noerdlichen tierwelt anwesend. in den paar wenigen
tagen, waehrend denen wir etwa 2000km zurueckgelegt hatten, sahen wir mehr
wildtiere als waehrend der ganzen monate zuvor...!

schliesslich in whitehorse, der hauptstadt des yukon territorys angekommen,
erfuhren wir zu unserer freude, dass der yukon river und vorallem der eine
see dazwischen, schon eisfrei seien. auch hier oben war der winter ungewohnt
mild gewesen und die fluesse entsprechend frueh aufgetaut. so organisierten
wir gleich ein kanu, denn wir hatten schon laenger geplant gehabt, auf dem
fluss bis dawson city zu paddeln. wir dachten dann aber, dass es wahrscheinlich
noch zu frueh sei, und so freuten wir uns natuerlich ueber die guten neuigkeiten.

ich freute mich auch sehr, diesen teil des flusses noch einmal zu befahren,
denn ich bin diesen abschnitt schon '97 mit meinem kollegen raphael gepaddelt,
als wir den gesamten yukon hinunter gefahren sind. diese erste strecke von
whitehorse bis dawson, ca. 700km bzw. zwei wochen, ist aber bei weitem die
interessanteste.
entlang des flusses findet man staendig noch ueberreste des grossen klondike
goldrausches, der hier um die jahrhundertwende statt gefunden hat. besonders
einige wracks oder stillgelegte raddampfer, die damals in grosser zahl auf
dem fluss verkehrt hatten, waren sehr sehenswert, nebst verlassenen siedlungen
und goldwaschanlagen.
der fluss fuehrte noch sehr wenig wasser als wir losfuhren, da der schnee
in den bergen oben noch nicht am schmelzen war. dies gab dem fluss einen
voellig anderen charakter, als ich es in erinnerung hatte, denn letztes mal
waren wir erst mehr als einen monat spaeter gestartet.
auch die natur war erst gerade am erwachen, denn die ersten naechte waren
nach wie vor noch recht frisch gewesen. erst einige tage nach unserer losfahrt
wurde es schliesslich waermer und die landschaft in einem ungeheuren tempo
gruener. besonders weil die tage mittlerweile schon sehr lang sind, bzw.
es nachts schon laenger nicht mehr richtig dunkelt, wachsen die pflanzen
etwa doppelt so schnell.
auch tiere konnten wir wieder unzaehlige beobachten, meist gluecklicherweise
aus sicherer entfernung aus dem kanu. besonders schwarzbaeren sahen wir fast
taeglich mindestens einen, nebst elchen (oftmals kuehe mit ihrem neugeborenen),
vielen bibern und adlern. und nicht zuletzt erfreuten wir uns an den zahlreichen
fischen, von denen einige in unseren kochtoepfen endeten...

nach etwa zwei wochen erreichten wir schliesslich die ehemalige goldgraeberstadt
dawson city. der ort ist sehr sehenswert mit vielen originalen gebaeuden
aus jener zeit und anderen zeugnissen des goldrausches. waehrend des hoehepunktes
des klondike goldrausches wohnten mehr als 30'000 goldsucher und gluecksritter
in dem ort, heutzutage sind es gerade mal noch etwa 2000, und davon lebt
wahrscheinlich auch nur etwa die haelfte das ganze jahr ueber dort.
wir blieben noch zwei tage an dem ort und fuhren dann schon wieder nach whitehorse
zurueck, da wir gerade eine gute mitfahrgelegenheit angeboten bekommen hatten.
eigentlich haette es noch viel zu machen und zu sehen gegeben, besonders
auch weil in der umgebung der stadt auch heute noch viel gold abgebaut oder
aus dem flusskies gewaschen wird.
langsam aber sicher geht uns auch die zeit aus, denn wir haben gerade noch
etwa drei wochen zeit, um durch alaska zu touren, bevor wir uns mit raphael
und spaeter noch einigen andern freunden treffen, um den sommer gemeinsam
in der wildnis von alaska zu verbringen. zudem werden wir dort unser auto
verkaufen und muessen daher diese bequeme reiseart noch geniessen. wir sind
froh, dass wir uns gleich von anfang an einen eigenen wagen zugelegt haben,
denn in einem so riesigen land mit eher schlechten oeffentlichen verkehrsverbindungen
ist es mit abstand die beste und unabhaengigste reiseart.

das wars auch schon wieder. morgen packen wir unsere sachen zusammen und
nehmen noch das letzte stueck des alaska highways unter die raeder. in etwa
zwei tagen sollten wir dann endlich die grenze nach alaska ueberqueren...
ich freue mich schon jetzt riesig darauf!
Whitehorse hotels Slideshow

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