Bekritzelte Wände beim Kubaner

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Flag of Mexico  ,
Wednesday, October 20, 2004

Hi!

Vorgestern abend war ich wie angekündigt mal wieder im Kino. Es war wieder ein Griff in die Überraschungskiste - diesmal "Mala Educación".
Gleicher Hauptdarsteller aber völlig anderer Stoff: Ein Junge wird im Kloster missbraucht, lässt sich später umoperieren, fängt an, den Pater zu erpressen, dann taucht noch ein Bruder des Missbrauchten auf und die ganze Story wird zusätzlich verfilmt, so dass das immer zwischen Realität und Film wechselt.
Ein wenig eigenartig, aber auch sehenswert.

Beim Verlassen des kostenpflichtigen Parkplatzes kam mir ein wenig die lateinamerikanische Lebensart zugute:
Die Parkplatzautomaten akzeptieren keine grossen Scheine (umgerechnet 15 Euro ist hier schon ein grosser Schein). So fuhr ich zur einzigen Ausfahrt mit Nacht-Bezahl-Wächter.
Da er mir nicht nur Münzen geben wollte, einigten wir uns dann vollkommen unproblematisch darauf, dass ich ihm mein ganzes Kleingeld gebe (14,70), um so die 15 Pesos zu bezahlen.
In Deutschland wäre ich garantiert mit einem Haufen Münzen davongefahren ...

Gestern war hier GANZ ruhig. Ich hatte morgens nur ein Interview.
Den Rest des Tages dümpelte ich hier so vor mich hin und machte die Präsentation für die Zentrale Ausbildung - jetzt fehlt nur noch der Abteilungsbericht und die Abteilungspräsentation, dann muss ich das nicht mehr in Berlin machen :)
Zeit genug hab ich hier ja.

Bevor es dann in ein kubanisches Restaurant ging, in dessen kubanischer Hauptfiliale angeblich schon Ernest Hemingway seine Leber mit Mojitos abgetötet haben soll, bekam ich noch eine Einladung für Donnerstag zu CECLA.
Dort wird ein Interview mit einer Outcomes Research Firma abgehalten, um zu sehen, ob die in Zukunft hier in Mexico Schering-Aufträge bekommen sollen.
Und da ich (übersetzter O-Ton) "ja Experte in dem Gebiet sei, sollte ich da doch bei sein". Ja.
Mal sehen, wie das morgen läuft, vielleicht kann ich auch noch ein wenig dabei lernen.
In die gleiche "Die Meinung des Experten ist gefragt"-Ecke fällt auch die Bitte meines Lateinamerika-Betreuers, ich möge doch zu jedem Bericht über die Länder auch eine Handlungsempfehlung abgeben, um halt nicht nur zu beschreiben, sondern auch Lösungsvorschläge zu machen.
Mit dieser Bitte waren dann auch noch einige Fragen verknüpft, die wirklich nicht einfach zu beantworten sind, getreu dem Motto: "Woher soll ich das denn ...". Aber das wird schon klappen - ich hab da schon ein paar Ideen.

Abschliessend noch zum Abend beim Kubaner.
Wie Ihr auf dem Gruppen-Wir-haben-alle-Spass-Bild sehen könnt, kann in dem Restaurant jeder, der will, die Wände frei gestalten. Das scheint bisher sehr intensiv genutzt worden zu sein, da es eigentlich kaum noch Freiflächen gab.
Die Stimmung war gut und lustig, ich wurde zum Tanzen genötigt - davon wurden wohl auch Beweisfotos gemacht.
Das Essen war allerdings nicht erwartungsgemäss.
Ich hatte Hühnchen mit Orangensauce bestellt. Naja, ich bekam das auch - aber das schmeckte dermassen tropisch nach Orange, dass sich das Hühnchen ziemlich gruselte und mit Hilfe meiner Gabel vor der Sauce floh.
Schön war auch der Thunfischsalat. Bei Thunfischsalat liegt die Betonung ja schon irgendwie auch auf Salat.
Und nicht auf "ein Stück Thunfisch, hübsch drapiert auf EINEM Salatblatt" - das ist garantiert kein Thunfischsalat.
Und die Portionen waren auch sehr übersichtlich.
Unter dem Hintergrund ist es ziemlich clever, dass der Tellerunterleger, der gleichzeitig auch Speisekarte, quasi in Personalunion, ist, keine einzige Preisangabe enthält.

Abschliessend noch zwei Sachen:

Vom 27. bis 29. fahr ich auf den nationalen Neurologiekongress. Ein wenig schade ist, dass die Stadt nicht so der Reisser sein soll, aber in der Gegend soll es Sehenswertes geben.

Hier in Mexico ist es Sitte, wie fast überall wo ich war, bei der Begrüssung auch zu fragen, wie es dem anderen geht - der US-amerikansiche Einfluss lässt grüssen.
Bemerkenswert ist daran nur, dass es auch passieren kann, dass sich der Grusspartner während dieses Frage-Antwort-Spiels auch schon weggedreht haben mag und am Weitergehen ist.
Da wirkt das Interesse an dem Wohlbefinden des Anderen ganz, ganz echt.

Genug gesülzt für heute,

Rinne :)
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