Schlösschen im Park und Zufall mit Che

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Flag of Mexico  ,
Sunday, October 17, 2004

Guten Abend!

Gestern kam ich leider nicht dazu, mein Tagebuch zu pflegen. Deshalb fass ich die beiden Tage einfach mal wieder zusammen.

Am Donnerstag blieb ich etwas länger bei Schering, weil ich endlich mal ein Programm zum DVD-schauen runterladen wollte.
Abends ist die Geschwindigkeit schon fast beeindruckend hoch - nach ca. 2 Stunden hatte ich dann letztlich drei Programme runtergeladen und konnte am Abend ein paar Musik-DVDs aus Kolumbien schauen und hören.

Gestern viel mein Ärztebesuch in Cuernavaca, südlich von Mexico City leider aus. Dadurch hatte ich dann allerdings Gelegenheit, meinen Kolumbienbericht zu schreiben, was ich auch tat. Es sind elf Seiten geworden und ich bin ganz zufrieden mit dem Machwerk.
Nach dem Essen und einem Telefonat mit Filip - das tat sehr gut, weil der Tag ziemlich blöd anfing - fuhr ich dann los, um meine Reisecheques umzutauschen.
Die Beschreibung einer Kollegin war eigentlich auch recht gut, nur stimmte ein Detail nicht und so fuhr ich dann an der Ausfahrt für das Einkaufszentrum vorbei. Tolles Gefühl. Wieder verfahren.
Ich fuhr an der nächsten Ausfahrt ab, reihte mich in die Schlange ein, verpasste die richtige Einfahrt und wendete nochmal, bevor ich dann wieder auf der Autobahn war. Es liest sich bestimmt so, als wäre ich total bescheuert. Aber die Ausschilderung ist hier wirklich so schön, dass im Moment, wo man dann abbiegen müsste das Schild "Hier abbiegen" kommt. Das macht die Sache nicht ganz einfach.
Aber ich konnte dann mein Geld tauschen. Zurück zur Autobahn fand ich auch - bei einer Kreuzung hätte Elke garantiert ins Armaturenbrett gebissen. Die war richtig herrlich.
Ständig drängelten sich Autos an mir vorbei und machten auch keine Anstalten mich durchzulassen.
Irgendwann, als die Chance günstig war, bin ich einfach laut hupend abgebogen.
Und, oh Wunder, ich fand sogar die richtige Ausfahrt zu Schering.
Am Abend, nachdem ich mit Melissa, meiner hiesigen Ansprechpartnerin, ein Interview für die BA gemacht habe (das wurde auch Zeit, bisher hatte ich keine geeignete Person gefunden) fuhren wir am Abend gemeinsam was essen.
Der Laden nennt sich Beer Factory und, ja, ich trank auch Bier. Geschmeckt hat's zwar nicht, aber das spielte keine Rolle. Der Abend war jedenfalls schön.

Da ich durch den nicht stattgefundenen Arztbesuch auch den Weg in die Silberstadt nicht kannte, änderte ich meine Pläne für heute spontan. Ich fuhr in ein "Naherholungsgebiet" mitten in Mexico City, in den Bosque de Chapultepec - es heisst so viel wie Grashüpferhügelwald.
Die Fahrt mit dem S-Bahn-ähnlichen Zug und mit der U-Bahn war harmlos und recht schnell und der Park war auch ganz schön.
Im Park oder in dessen direkter Umgebung sind einige Museen. Das Museum für moderne Kunst, das Anthropologiemuseum und ein Schloss, das auch als Museum fungiert, schaute ich mir also an.
Das Schloss war grosse Klasse, zumal auch die Aussicht von dort oben sehr gut war.
Das moderne Kunst Museum gefiel mir auch. Und eigentlich wäre das Anthropologiemuseum auch ein Renner. Aber die 75. Schale eines alten mittelamerkanischen Urvolks fand ich dann irgendwann langweilig.
In den dortigen Ausstellungen sah ich ganz viele junge Leute ganz eifrig Ausstellungstexte abpinseln - vielleicht wird das für die Schule gebraucht.

Ach ja, junge Leute. Die Haargelindustrie muss hier wirklich erfolgreich gewesen sein. Fast alle jungen Mexikaner haben gegelte Haare. Und nicht so dezent, nein, nein, eher so wie die Berliner Techo-Jungs vor einiger Zeit. Auch die Frisuren sind hier teilweise "hip". Wobei ich das sogar verstehen kann - bei pechschwarzen, glatten Haaren lässt sich ja sonst nicht soviel machen.

Und eine Kleinigkeit von der Bahnfahrt hab ich noch vergessen. Während der Fahrt hätte ich unzählige DVD- und MP3-Raubkopien, ein Spanischgrammatikbuch und ein Erste-Hilfe-Buch kaufen können. Ausserdem waren Kaugummis und Süsskram im Angebot. Das Erste-Hilfe-Buch ging gut weg - allein in meinem Waggon zwei- oder dreimal.
Nur über die Preisstruktur sollten sich die Verkäufer nochmal einigen. Die Nahrungsmittel kosten alle 5 Pesos, während die Unterhaltungsartikel alle 10 Pesos kosten. Ich finde, dass das Verhältnis absolut nicht stimmt. :)

Heute abend hab ich mal wieder den Supermarkt unsicher gemacht und anschliessend war ich im Kino.
Da irgendwie alle Filme, die zeitnah anliefen, schon ausverkauft waren, schaute ich einen Film über zwei junge Männer, die durch Lateinamerika reisen - irgendwie ganz passend (naja, auch wenn ich nicht für ZWEI junge Männer gehalten werde).
Wie sich zum Ende des Films rausstellte, war einer der jungen Männer Che Guevara.
Der Film ist gut gemacht und gefiel mir. Ich wusste gar nicht, dass Che Guevara Argentinier war.

Morgen geht es doch nicht mit Anjas Truppe zu den Pyramiden sondern mit meinen Kollgen zu den Kanälen in Xochimilco, unweit von hier.
Ich denke, das dürfte ganz lustig werden.

Am Montag, wenn ich die Wochenendberichte reinstelle, kommen dann auch wieder einige Fotos ins Netz.

Ganz viele Grüsse,

Rinne :)
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