Gott sei Dank ist gleich Wochenende :)

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Friday, October 1, 2004

Hallo!

Heute, als ich wieder mit dem Taxi zu Schering geschlichen bin, hab ich mal wieder im richtigen Tagebuch geschrieben. Ich werde also jetzt einfach mal den Eintrag ein wenig verändert übertragen.

Gestern passierte nicht so sehr viel. Meine Vorstellung beim Geschäftsführer war kurz und schmerzlos und mein Abendessen-Treffen, diesmal in meinem Hotel, war ein wenig schwierig, weil der Herr so schnell sprach. Die Schlaglichter hatte ich aber trotzdem mitbekommen.
Ein wenig komisch war, dass das eigentliche Gespräch in meinem Hotelzimmer stattfand - ich fand das so privat.
Zwischen Schering und dem Treffen fuhr ich mit Wilman meine Wäsche zur Wäscherei - ganz "tolle" Preise wie in Brasilien fand ich dort vor. Aber was soll's, ich brauch ja saubere Klamotten.
Ausserdem fuhren wir in einen Stadtteil, wo der informelle Sektor - sprich der Schwarzmarkt, ganz stark sind. In kleinen Shoppingmalls reihte sich ein Laden mit Raubkopien und kopierten Klamotten an den nächsten.
Bei den Kopien merkte man aufgrund der Verpackung schon, dass es Kopien sind, aber beim Preis dann auch.
Für 20 DVD's zahlte Wilman ca. 1,6 Euro pro Stück, wobei er "Garantie" hat und sogar noch 60 Cent wiederbekommt, wenn er die DVD innerhalb von zwei Wochen wieder zurückbringt.
Den Käufern solcher Waren passiert gar nichts - und so wie die Läden vermuten lassen, kräht auch kein Hahn nach den Verkäufern.

Ach ja, als wir von Schering losfuhren, wurde ich noch Zeuge einer Sache, die bei Schering in Berlin gar nicht möglich wäre.
Jeder Produktionsmitarbeiter wurde gefilzt, ob er nicht vielleicht was mitgehen lassen hatte.
Das wäre ja vielleicht noch irgendwie verständlich, wenn es allen Angstellten so gehen würde - die Büromitarbeiter sind davon aber ausgenommen. Der Berliner Betriebsrat würde im Dreieck springen, wenn das in Berlin der Fall wäre.

Heute morgen wurde ich Zeuge vom hiesigen Zeitgefühl - aber in voller Blüte. Eigentlich hatte ich 8:30 Uhr ein Treffen mit einer Kollegin. Zu dieser Zeit hatte sie allerdings noch ein anderes Treffen, das noch nicht beendet war.
Kurz nach 10:00 Uhr ging es dann doch los - bis kurz nach 12:00 Uhr, obwohl ich 10:30 Uhr eigentlich schon wieder ein anderes Treffen gehabt hätte. Der einzige, der das unangenehm fand, war aber wohl ich.

Sollte ich mal irgendwann etwas in einem Unternehmen zu sagen lassen, werde ich dafür sorgen, dass die Leute, die einen Internetanschluss brauchen, auch eine vernünftige Geschwindigkeit zum Online-Gehen bekommen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden (ohne Übertreibung) ich hier schon wartend vor dem PC gesessen habe.
Hier in Bogotá kann man nach dem Öffnen einer Mail ganz beruhigt zum Kaffee pflücken fahren, die Bohnen rösten, und dann in aller Ruhe einen Kaffee trinken - und kann sich fast sicher sein, dass die Mail gerade erst vollkommen lesbar, wenn man wieder zurückkommt. Das ist eine Sache, an die ich mich hier wohl überhaupt nicht gewöhnen kann (und auch nicht will)

Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit gab es heute (angeblich) deutsches Essen. Es sollte Sauerbraten mit Rotkohl und Nudelsalat mit Salami geben. Dazu "deutsche Suppe" und Kaiserschmarren.
Also, dann mal zu der kritischen Auseinandersetzung der Speise.
Der Sauerbraten war recht dick geschnitten und dazu schön zäh, so dass ich mir ca. 10x anhören durfte, dass das Zeug hart ist. Auch meine tapfere Verteidigung, dass das in Deutschland anders ist, brachte wohl wenig.
Der Rotkohl, war Rotkraut mit ein wenig Fleisch drin und die Salami war zum einen keine Salami, wie wir sie kennen und zum anderen, waren das nur Nudeln mit zwei Scheiben Salamiimitat - keine Spur von Salat.
Die deutsche Suppe, die sich als Kohlsuppe entpuppte, wäre für meinen deutschen Gaumen das richtige gewesen, wenn hier nicht, wie eigentlich in jeder Suppe und in jedem Salat dieser ätzend-vorschmeckende frische Koreander drin gewesen wäre.
Der Kaiserschmarrn war lecker, aber leider kein Kaiserschmarrn. Soviel zur hiesigen deutschen Küche.
Eigentlich sollte ich jetzt noch bis 17:00 Uhr zwei Treffen haben, aber das sieht eher dünne aus.
Naja, dann kann ich die Zeit nutzen meinen gestern angefangenen Bericht über Argentinien zu beenden - das wird auch Zeit - einige Details sind mir gestern kaum noch eingefallen.

Nun denn, ich werde mir jetzt ein paar gerade von Filip bekommene Bilder anschauen und dann geht's ja auch schon bald ins Hotel und heute abend, oh Wunder, zu einem Geschäftsabendessen.

Viele liebe Grüsse und ein schönes Wochenende,

Rinne :)
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