Frühling!

Trip Start Jul 23, 2004
1
53
88
Trip End Nov 03, 2004


Loading Map
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of Argentina  ,
Wednesday, September 22, 2004

Hallo!

Bevor ich wieder loslege, ein paar weitere Beobachtungen, bei der einen bin ich mir nicht sicher, ob ich die schon einmal kundtat.

Hier in Argentinien (in Brasilien war es aber genauso) sind die Hausnummern immer verdammt hohe Zahlen. Anfangs dachte ich, dass das deren Grössenwahn sei - wenn sie sonst kaum was haben, dann haben sie wenigstens hohe Zahlen ;-)
Aber nein!
Deren Zahlensystem hat einen richtigen Sinn. Im Gegensatz zu unserem einfachen Zählen, ist ein Block immer 100 Meter lang und das Haus bekommt die Nummer, auf dessen Meter der Eingang steht. So kann man ziemlich gut Entfernungen abschätzen.
Und wenn man Leute hier nach Orten fragt, sagen sie auch häufig sowas wie "Das ist ca. 10 Blocks entfernt".

Bei Luis hab ich festgestellt, dass er scheinbar ein wenig abschätzig über Brasilien denkt.
Jedenfalls ist er ganz fest der Meinung, dass mein hiesiger Bericht viel besser sein wird als der über Brasilien.
Ich geb zu, dass das hier sehr viel vorbereiteter war ... aber ob der Bericht dadurch nun gleich besser wird, bezweifle ich noch.
Teilweise hat da ja auch ein wenig mit Glück zu, wie man an Information rankommt.

Und noch was zu einer staatlichen Kinowerbung:
Argentinien ist gerade dabei die Wirtschaftskrise von 2001 zu überstehen. Trotz allem, wie Ihr ja schon gelesen hast, geht es hier vielen wirtschaftlich schlecht.
Die Regierung schien sich also gedacht zu haben, dass eine Werbung, die die Menschen aufbauen will und gleichzeitig ein wenig (verlorenen) Nationalstolz herstellen soll, eine tolle Idee sein könnte.
Nun ja: Die Werbung lenkte ihr Augenmerk auf das, was Argentinien wirschaftlich ausmacht.
Also, zum einen den Tourismus - da geh ich mit, da das hier alles billiger geworden ist, ist das für Touristen attraktiv und das Land, was ich bisher sah, ist schön.
Dann Fussball - was soll das denn für ein Wirtschaftsfaktor sein? Mit Fanartikeln kann man sicherlich gut verdienen und auch Übertragungsrechte gehen gut ... aber dass das ein Land wieder hoch bringt ... zudem ist Argentinien ja nun schon länger nicht mehr der Kracher auf internationalem Niveau.
Und ausserdem Dulce de Leche - sowas wie Nougat und sieht aus wie Karamel. Ich hab es in Deutschland noch nie gesehen. Somit könnten sich hier wirklich Exportchancen ergeben. Aber Nahrungsmittel sind ja auch nicht so geeignet, um den Aufschwung zu bringen.
Alles in allem - eigentlich eine ziemlich traurige Werbung, die das Ausmass der Tragödie ganz unfreiwillig zeigte.

Was ich gestern abend noch so gemacht habe, schreib ich, wenn ich vom Interview zurück bin.

Da bin ich wieder, zurück vom Interview und auch vom Mittagessen - diesmal ohne den Kuchenklauer.

Was hab ich gestern abend gemacht?
Zum einen fand ich einen Copyshop, der mir zu heute eine pdf-Datei mit meinen Visitenkarten ausdrucken und schneiden wird. Die 20 Stück, die ich von Filip bekommen hatte, sind fast aufgebraucht. Und bei Interviewtreffen mit Fremden ist es immer blöd, wenn die mir eine Karte anbieten und ich nur nett lächeln kann.
Ausserdem hab ich gestern zwei Geschenke für Luis gekauft. Eine Flasche Wein einer Sorte, die er zu mögen scheint und argentinische Pralinen.
Dummerweise war ich im Laufe des Abends zu neugierig auf die Pralinen, so dass Luis dann wohl doch nur den Wein bekommen wird. Zum Glück mach ich mir aus Wein nichts. ;-)
Der restliche Abend verlief ruhig - ich blockierte für eine Weile den PC im Hotel, weil ich noch eine Menge Mails zu schreiben hatte.
Einen leicht patzigen Landsmann strafte ich mit Ignoranz während er sich in Spanisch abquälte mir zu sagen, dass die PCs ja schliesslich für alle seien.
Ich dachte nur "das werde ich das nächste Mal auch sagen, wenn die wieder besetzt sind" und "gleich um die Ecke gibt es ein billiges Internetcafé".

Morgen früh geht's dann nach Rosario, in die Provinz Santa Fé. Die Stadt soll ganz schön sein. Ich hoffe nur, dass ich nicht die ganze Zeit mit Walter "abhängen" muss. Es kann gut möglich sein, dass er mich aufgrund von Gastfreundschaft nicht allein in der Stadt lassen will ... und sowas kann ich ja dann auch schlecht ablehnen. Mal sehen, wie's wird.

Da ich so langsam wieder hemdenlos werde, muss ich heute auch noch mal meine Freunde von der Wäscherei aufsuchen.

Der Rest des Abends ist noch frei - mal sehen, was passiert.

Zuhause, in Berlin, scheint wirklich gerade OP-Zeit zu sein. Erst Filips Backenzahn, dann die Kastration (ich lass das absichtlich im Singular und ohne den Zusatz "Katzen", weil das einen so auf ganz andere Gedanken kommen lässt, hehe) und jetzt nochmal Filips Backenzahn - diesmal ein anderer.
Ich hätte vielleicht beim ersten Kennenlernen den Pferdegebisstest bei Filip machen sollen - jetzt häng ich da mit drin, wenn es im nächsten Jahr heissen wird, Filips Gebiss wieder herzustellen. ;-)

Nun denn, genug geblödelt für heute!

Liebe Grüsse,

Rinne
Report as Spam

Use this image in your site

Copy and paste this html: