Halbnackte Tatsache

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Monday, September 6, 2004

Hallo,

gestern fing genauso an, wie der Samstag - mit einer Taxifahrt.
Diesmal zum Parque de Ibirapuera.

Dieser Park ist eine grosse grüne Lunge mit vielen Sportmöglichkeiten und noch mehr Menschen.
Ich war leider nicht ganz so sonnig angezogen, wie das Wetter war, so dass ich dem ganzen Treiben nur zuschauen konnte.
Zuallererst fiel mir auf, dass die Menschen in dem Park sehr zeigefreudig sind, besonders die Männer.
Viele, die es sich erlauben können, und auch einige, die es besser nicht tun sollten, turnten oberkörperfrei durch den Park.
Wobei mir wiederum auffiel, dass Tattoos bei Männern ziemlich "in" zu sein scheinen. Besonders beliebt ist neben dem Rücken die Innenseite der Oberarme und die äussere Rippengegend - das aber nur als Beobachtung.
Relativ bald fand ich es sehr schade, dass ich meine Inline-Skates nicht dabei hatte, da es im Park eine grosse, überdachte und dazu noch sehr glatte Fläche zum Fahren gibt.
Nach zwei, drei Stunden hatte ich den Park dann fast vollständig erkundet, einen kleinen japanischen Garten angesehen und die Statuen, die ich eigentlich sehen wollte, noch nicht gefunden.
Konnte ich aber auch nicht, da die ausserhalb des Parks sind - ganz lustige Idee vom Touriführer, das so darzustellen, als wären die innerhalb des Parkes.
Aber nun gut.
Die Statuen fand ich dann auch.
Anschliessend fand ich mehr oder weniger kompliziert meinen Weg zum Kunstmuseum von Sao Paulo und zum gegenüberliegenden Park.
Dieser Park hat mehr was von einem Regenwaldgebiet und ist aufgrund des dichten Blätterdachs deutlich kühler.
Kurz vor meinem Eintritt in das Museum kam ein junger Mann in einem leicht zu grossen, lindgrünen Anzug auf mich zu und fragte mich, ob ich Englisch spreche.
Eh ich mich versah, fragte er mich über eine Bibelstelle aus und las mir dieselbe dann auch vor.
Was für mich ein ganz besonderes Fest war.
Der junge Mann war Zeuge Jehovas - und ist es sicher immer noch. Er lies dann allerdings auch wieder von mir ab, als ich ihm sagte, dass ich morgen schon wieder Sao Paulo verlasse, und daher nicht die englischsprachige Zeugen Jehovas Bibelstunde mitmachen könne.
Und an "Wacht auf" und "Wachturm" hatte ich auch kein Interesse.

Das Museum hatte, zumindest von den Namen der Künstler, ein paar ziemliche Schätze. Ich sah u. a. Renoir, Gaughin (schreibt der sich so?), van Gogh und Picasso.
Derartig kunstgeschwängert trat ich dann auch den Heimweg an.
Da allerdings die Busbrücke an Sonn- und Feiertagen nicht aktiv ist, baute ich mir eine eigene Brücke, indem ich ein Taxi nahm.
Der Taxifahrer schoss dann erstmal knallhart an der Haltestelle vorbei. Er fand dann aber nach einem kurzen Hinweis von mir den Weg zurück.
Der Rest der Fahrt war dann unspektakulär.

Den gestrigen Abend rundete ein erneuter Kinobesuch ab - diesmal Collateral mit Tom Cruise.
Eigenartig, aber spannend.
In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich von einer Anti-Musik-und-Film-Piraterie-Werbung erzählen wollte.
Es ertönt eine Stimme: "Sie klauen doch keine Autos, oder Handtaschen, oder im Supermarkt. Warum laden Sie dann illegal aus dem Netz Filme runter?"
Diese Sätze waren mit den jeweiligen Aktionen untermalt. Die Heldin der Werbung bricht ihren Download dann ab und die Werbung endet.
Die Werbung wäre auch was für unsere Kinos.

Da heute irgendwie alle Museen und Park geschlossen haben, die ich gerne sehen möchte, werde ich mir heute einen ruhigen Tag auf dem Sonnendach des Hotels machen und mein GRE-Test-Vorbereitungsbuch durchackern.

Eine schöne Woche wünscht

Rinne :)
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