Discoerfahrung und politische Inkorrektheiten

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Saturday, August 14, 2004

Guten Morgen aus dem (wie eigentlich immer) um die 25 Grad Celsius warmen Antigua!

Da ich nicht gleich mit dem Vokabel-Lernen beginnen wollte, hab ich mich doch entschlossen, für heute einen Eintrag zu zaubern.

Gestern abend waren Carolyn und ich wie angekündigt in einer Disco. Obwohl hier in Antigua laut Auskunft meines Lehrer "in der Disco" fast angebracht wäre, weil es wohl nur zwei Discos geben soll - aber vielleicht irrt er sich auch.
Wir waren in der gleichen Disco wie am Abend zuvor. Es war anfangs genauso stimmungsvoll - mit dem einzigen Unterschied, dass die Musik diesmal synchron zum Video lief - und nicht Michael Jackson, sondern Black Music gespielt wurde.
Wir beiden waren auch die ersten, die dann irgendwann tanzten. So gegen 22:00 Uhr hatte sich der Laden dann endlich etwas gefüllt, und der DJ führte uns durch eine Mischung aus HipHop, trancigem House, einer kleinen Spur internationaler Chartmusik und Latinopop.
Kurz vor 01:00 Uhr gingen wir wieder, zum einen weil die Discos hier in Antigua eh 01:00 Uhr schliessen müssen (Anwohnerschutz), zum anderen weil ich gestern so blöd war und auf die Frage, ob 8:00 Uhr zum Frühstücken gut sei, einfach nickte.
Was mich in der Disco am meisten erstaunte, war der Verhaltensunterschied der tanzenden einheimischen Mädels zu den meisten Frauen, die man tagsüber so sieht.
In der Disco waren sie total locker, vollkommen selbstbewusst und vollkommen westlich - ohne jeglichen Schein von Tradition.
Im alltäglichen Stadtbild hingegen kann es schon vorkommen, dass man Paare sieht, bei denen die Frau eindeutig tiefergestellt ist (gestern lief vor mir ein Pärchen, bei dem der Mann die ganze Zeit seine Hand am Hals der Frau hatte).
Aber wahrscheinlich handelt es sich entweder um anders erzogene Frauen (liberal vs. traditionell) oder es spielt es ein wenig die Tatsache rein, dass sich nach der Hochzeit für die hiesigen Frauen einiges ändert (lt. meinem Lehrer).

Heute morgen war ich frischer als erwartet und hatte gerade mit Carolyn gefrühstückt, als sich Ryo zu uns gesellte.
Ich hab heute festgestellt, dass Ryo nur asiatisch aussieht, ansonsten bedient er ein paar amerikanische Stereotypen.
Jeden Satz, den er an mich richtete, beendete er mit "man". (Yeah! ;-) )
Zuerst fragte er Carolyn, ob Ihr Vater beim Kukluxklan sei, und ob er in ihrer Stadt wegen seines Aussehens erschossen werden würde.
Im Nachhinein sagte mir Carolyn, dass diese KKK-Frage wunderbar geeignet ist, um in den USA gleich gehasst zu werden.
Mich fragte er dann anschliessend, ob ich Nazi sei. Auch eine schöne Frage.

Viel mehr ist bisher nicht passiert, aber das musste ich einfach festhalten.

Euer Rinne
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