Kleine Armenspeisung

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Flag of Guatemala  ,
Thursday, August 12, 2004

Hallo, ich hoffe, Ihr hatte alle einen schönen Donnerstag - hier kommen die ungeschönten Fakten von gestern abend und heute - wobei gestern abend mehr los war.

Gestern kam ich das erste Mal zum Abendessen zu spät, bei mir wurde allerdings keine Tragödie draus gemacht, da ich a) sonst immer pünktlich bin und b) Carolyn Bescheid gesagt hatte, wo ich bin.
Ryo kam ungefähr 50 Minuten später zu spät zu seinem dann schon kalten Abendessen mit der Ausrede, er hätte sich verlaufen.
Wenn man bedenkt, dass Antigua total geradlinige Strassen hat und auch nicht riesengross ist und sogar einen zentralen Orientierungspunkt hat, muss er entweder Blinde Kuh beim Nachhausegehen gespielt haben, oder er hat gelogen.
Er wurde von Carolyn im Auftrag von unserer Gastoma dann erstmal ermahnt. (Heute mittag war er dann pünktlich.)
Abends gingen Carolyn und ich in den "Verrückten Affen", dort sollte eine Toga-Party steigen. Allerdings waren nur die Barkeeper mit Togen (oder Togas?) gekleidet, wobei einer der Barkeeper gleichzeitig mit seiner Körperbehaarung scheinbar den Affen geben wollte.
Während einer unmenschlich grossen Portion Nachos (aber dazu später mehr) - ich hätte es wissen müssen, als ich den Preis sah, dass es viel ist - erzählte mir Carolyn, dass Ryo nach dem Essen bei ihr war und sich einerseits ein wenig beschwert hatte und andererseits vollkommen seltsame Fragen gestellt hatte.
Er wollte unter anderem wissen, wo wir denn unser Geld getauscht hätten (in einer Bank?), ob die Banken hier denn sicher seien - nicht dass die das Geld von ihm nehmen und ihm nichts geben.
Eine andere schöne Frage war dann, woran er denn erkenne, dass es eine Bank sei (man muss dazu sagen, dass fast alle Banken ein grossen "Banco"-Schild draussen dran haben - aber das ist sicherlich zu weit vom Englischen entfernt, um das verstehen zu können ;-))
Da er auch keine Ahnung vom Wechselkurs hatte, hätte Carolyn ihn herrlich übers Ohr hauen können, aber sie war doch menschlich.
Die beste Frage war allerdings, ob er bei den Strassenverkäufern mit Kreditkarte zahlen könne - um diese Frage richtig geniessen zu können, muss man sich vor Augen führen, dass die Mehrzahl der Strassenverkäufer nicht viel mehr hat, als die Waren, die sie gerade verkaufen - da werden sie sich sicherlich den Luxus eines Kartenlesegerätes gönnen. Das würde ich auch machen, wenn ich kaum genug zu essen hätte.

Da die besagte Nachos-Portion wirklich riesig war (@Alexandra: Wie Du siehst, isst man das hier auch), blieb ca. die Hälfte übrig.
In einem Mutter Theresa-Anfall fragte ich die Kellnerin beim Zahlen, ob wir eine Plastikschale bekommen könnte, um das Essen dann den Obdachlosen geben zu können.
Zuerst schaute sie irritiert, dann etwas mitleidig, aber letztlich bekamen wir die Plastikschale und somit etwas später eine obdachlose kleine Frau Nachos mit Käse und Guacamole in Unmengen.
Ich hoffe übrigens, dass die Frau die Nachos besser vertrug als ich - mir bereiteten sie heute "viel" Freude.

Das weitaus grössere Erlebnis heute war jedoch ein recht störungsfreies und zeitnahes Telefonat mit Filip. Und ich bekam mal wieder ein paar Bilder von den Katzen.
Während ich hier teilweise im Dschungel rumturne, treibt zuhause unsere Aloe Vera eine Riesenblüte (naja, die Blüte ist nicht so gross, aber der Stiel) - aber man kann halt nicht alles haben.

Heute abend geht's mit Carolyn noch in eine Bardiscothek - ich will unbedingt mal wissen, welche Musik hier gespielt wird (bisher waren das immer sehr westliche Töne in den Kneipen, etc.)

Viele Grüsse,

Euer Rinne
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