Wochenendausflug

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Flag of Guatemala  ,
Monday, August 2, 2004

Hallohoho!

Da ich die letzten zwei Tage nicht zum Schreiben kam, hol ich das jetzt nach.
Auf weitere Fotos müsst Ihr vorerst wieder verzichten, da ich erst Ende dieser Woche eine neue CD brennen lassen werde und dann auch erst wieder Bilder hochladen kann.

Am Wochenende war ich am (bzw. sogar auf dem) Atilánsee und in Chichicastenango. Aber schön der Reihe nach.

Samstag früh sollte es um 6:00 Uhr von meiner neuen Unterkunft aus losgehen. Ich stand rechtzeitig auf, machte mich fertig, als es schon 5:45 Uhr klopfte, klingelte und hupte.
Ich sprang, nur halb fertig, zur Tür - vor mir stand der Fahrer, der meinte, dass es jetzt losgehen müsse.
Ich machte ihm klar, dass ich erst zu 6:00 fertig sei - schliesslich war das die Zeit.
Er meinte aber, dass man immer schon 15 Minuten vorher fertig sein müsse (was ich nicht wusste) - ein wenig grimmig und mit einem "ich komme noch mal wieder, bitte seien Sie dann endlich fertig" fuhr er davon.
Wir waren in dem Minibus ungefähr 10 Personen plus Fahrer. Die Landschaft war wunderschön, die Strassen vielerorts gut bis sehr gut und der Fahrstil rasant.
Man muss ja nicht immer sehen, was hinter der gleich kommenden Kurve ist, wenn man gerade zum Überholvorgang ansetzt. ;-)
Nachdem wir unsere Taschen im Touribüro abgegeben hatten, ging es auf's Boot.
Der See ist wirklich "hammer" - 128 qkm gross, herrlich blau und von Bergen bzw. Vulkanen umgeben.
Rundherum soll es 12 Dörfer geben; wir besuchten 3 davon.
Zwei waren sehr touristisch und eigentlich auch nicht sooo sehr sehenswert. Das letzte schien ein wenig das Rückzugsgebiet der Strassenverkäufer zu sein, da hier das Leben ohne Beachtung der Touristen einfach weiterging.
Mit einem herrlichen Sonnenbrand im Gesicht kam ich gegen 16:00 Uhr wieder an der Anlegestelle an.
Eigentlich sollten wir dort abgeholt werden, aber das Vorhaben zog sich ein wenig hin.
Irgendwann hatten wir unser Gepäck dann und wurden ins Hotel gebracht. Ich teilte mir für die Nacht ein Zimmer mit Patti.
Der Reiseführer hatte die Häuser mit den Worten "ruhig, im deutschen Landhausstil" beschrieben. Ruhig war es zwar, aber deutscher Landhausstil sieht eindeutig anders aus. ;-)
Am Abend waren wir bei einem Italiener und liessen den Abend ziemlich ruhig ausklingen.

Da wir am Sonntag morgen 8:00 Uhr vom Hotel wieder abgeholt werden sollten, standen wir gegen 6:30 auf und machten uns fürs Frühstück fertig.
Der Frühstücksraum öffnete um 7:30 Uhr - mit bestellen und Zubereitungszeit hatten wir dann ca. 10 Minuten für's reine Essen.
Die Pancakes waren wirklich gut und anders, als ich sie bisher immer (sowohl hier als auch in Deutschland) gesehen hatte. Sehr viel luftiger und dicker.
Aufgrund der kurzen Zeit war es jedoch eher ein Reinschaufeln als ein Essen.
Die ganze Hetzerei war allerdings überhaupt nicht nötig, da wir uns der Touribus vergass, und wir erst gegen 9:00 Uhr mit einem Extrabus abgeholt wurden.
Ausser Patti und mir war nur noch ein Pärchen im Bus (naja, und der Fahrer, der bedeutet ruhiger fuhr).
Während der Fahrt dudelten US- und europäische Hits im Radio, jedoch nur die Instrumentalversionen, was mal eine Abwechslung war, denn sonst werden meist nur englischsprachige Hits gespielt - scheinbar um die Touris nicht zu sehr zu befremden.
Nach unserer Ankunft liessen wir unser Gepäck im Wagen, was sich später (zumindest zeitweise) als Fehler rausstellte.
Nachdem wir uns ein Hotel im Kolonialstil angeschaut hatten, ging es direkt auf den Markt. Hauptsächlich wurden hier Kleidungsstücke, Decken, Teppiche und allerlei Handwerkszeug verkauft, aber auch Fleisch und andere Nahrungsmittel.
Die Preisverhandlungen sind nicht ganz so aufwendig wie in Arabien, aber trotz allem sind die Preise zuerst einmal überhöht.
Der Startpreis für eine Decke (ja, ich habe eine solche Decke gekauft) waren 300 Quetzales = 30 €.
Nach etwas Rumeiern kaufte ich sie für 165 Q.
Beim weiteren Rumlaufen bekam ich dann mit, dass jemand anderes ein ähnliches Modell für 110 verkauft hätte.
Da es so ziemlich mein erstes Basarfeilschen war, tat mir das aber nicht so sehr weh.
Nachdem wir den Markt gesehen hatten, besuchten wir noch zwei Kirchen.
Die eine hatte ein wenig okkultistische Züge, was aber hauptsächlich daher rührte, dass die Beleuchtung gegen Null tendierte.
Obwohl der katholische Glaube hier weit verbreitet ist, existiert er oft doch nicht so wie bei uns.
In der einen Kirche sah es so aus, als würde ein Mann aus roten Bohnen der Frau die Zukunft lesen lesen und in beiden Kirchen lagen unzählige Blütenblätter verstreut.
Da wir nach dem Bummel noch 2 Stunden bis zur planmässigen Abfahrt Zeit hatten, assen wir noch eine Kleinigkeit im Hotel.
Eigentlich war bei der Ankunft ausgemacht worden, dass wir gegen 14:00 Uhr vor dem Hotel wieder abgeholt werden sollten.
Nun ja, 14:00 Uhr waren zwar einige Busse vor dem Hotel aber nicht unser.
Nach einigem Rumfragen fanden wir Busse von unserem Reiseveranstalter, allerdings war unser Gepäck nicht dabei, was die Sache ein wenig erschwerte.
Irgendwie fand man nach einer guten Viertelstunde dann doch in einem der Busse unser Gepäck und nach einer weiteren halben Stunde ging es dann in einem grossen, normalen Reisebus zurück nach Antigua, wobei der Fahrer es eilig hatte und entsprechend fuhr.
Der eigentlich Verlust meiner Tasche wäre zwar nicht schön, aber erträglich gewesen, allerdings hatte ich in der Tasche auch meinen Hausschlüssel - und die Komplikationen wollte ich mir wirklich ersparen.

Nach meiner Ankunft bei meiner Gastomi, kam ich sogar ein wenig mit ihr ins Gespräch - ich hab das Gefühl, dass sie eindeutig engagierter für Ihre Gastschüler ist.
Anschliessend ging es nochmal zu einem Italiener, nur diesmal halt in Antigua.
Zuerst hatte ich die Annahme, dass mein Körper das bekanntere europäische Essen besser verträgt, aber das war ein Trugschluss.
Zwischenzeitlich glaube ich ja, dass irgendwas in alle Speisen getan wird, um durch die dadurch hervorgerufenen Verdauungsprobleme die Abflussrohre ein wenig zu entlasten.
Überall, wo ich bisher in Guatemala war, ist es erwünscht, dass das gesamte benutzte Klopapier in einen Beistelleimer gepackt wird, da die Abflussrohre so dünn sind. (Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Eigenart schon mal beschrieben habe ...)

Auf meinem Weg nach Hause kam ich, wie fast immer, am Park vorbei. Von einer der Ecke dröhnte relativ laute moderne Latinomusik. Da es noch recht früh war, und ich bisher noch keine "Jugendtanzveranstaltung" hier in Guatemala gesehen hatte, ging ich hin.
Der Hüftschwung einiger Pärchen war regelrecht umwerfend.
Recht lustig war das Verhalten von einigen einheimischen Jugendlichen: Hier in Guatemala ist die Machismokultur relativ ausgeprägt, was im schlimmsten Fall bedeutet, dass der Mann eine oder mehrere Freundinnen neben seiner Frau hat, der Frau aber gleichzeitig verbietet, zuviele Kontakte ausserhalb der Familie zu haben.
Einige der tanzenden jungen Männer, bzw. einige, die dabei standen, benahmen sich ziemlich gockelig, als wollten sie ausprobieren, wie weit sie das Machosein draufhaben. :)
Nebenbei erfuhr, dass diese Disco jeden Sonntag bis 22:00 Uhr am Markt stattfindet ...

Der Rest des Abends war dann eher gewöhnlich und unspektakulär.

Ich wünsch Euch eine schöne Woche - bis bald hier im Tagebuch :)

Rinne
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