Erste Eindrücke

Trip Start Jul 23, 2004
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Trip End Nov 03, 2004


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Flag of Guatemala  ,
Sunday, July 25, 2004

Hallo!

Ich werde heute mal die letzten zwei Tage zusammenfassen. Das Einstellen von Bildern kann noch etwas dauern, da ich noch nicht weiss, wo ich die hochladen kann und darf. Um den Mangel auszugleichen, werde ich schön bildlich schreiben :)

23.07.

Der Flug mit British Airways war angenehm, wenn der Sitz auch ein wenig eng war - komischerweise war ich erstaunlich müde.
Die Einreise in Grossbritannien klappte mühelos und nach ca. zwei Stunden ging es dann auch in einer wesentlich grösseren Maschine weiter.
Ich wusste gar nicht, wie riesig doch Heathrow ist: Als ich in der Haupthalle stand, sah ich ein Schild, das mir den Weg zu meinem Flugsteig wies. Darunter stand "20 Min.".
Nun ja, die Zeit war wohl eher für Gehbehinderte oder Spaziergänger gedacht. :-)

In der Maschine hatte ich einen Fensterplatz. Neben mir sass ein "britischer Gentleman" - so richtig, wie man sich einen Briten vorstellt. Herrlicher Akzent und im Anzug.
Er war auf dem Weg nach Lima, um dort ein altes Schiff zu besichtigen und kannte aufgrund von einigen Aufträgen für die deutsche Marine ein paar deutsche Technik- und Armeebegriffe. :)
An den bei älteren Menschen häufig anzutreffenden Mundgeruch hatte ich mich recht bald gewöhnt.
Auf der anderen Seite des Ganges sass ein Pärchen, wovon sie scheinbar auch bei American Airlines arbeitet. Die Stewardess fragte uns dann irgendwann (also den Briten und mich), ob wir denn mit dem Pärchen tauschen würden. Wir bekämen auch Freibier.
Obwohl ich zu verdattert war, dieses grosszügige Angebot abzulehnen (wo ich Bier so liebe), behielten wir unsere Fensterplätze.

Der Fussraum in der Maschine war selbst für mich erträglich. Zwischendrin konnte ich sogar mal eine Stunde schlafen - man sollte vor dem Schlafen den Kaugummi allerdings rausnehmen, da die Speichelproduktion doch gut angeregt wird und ich somit etwas vor mich hingesabbert hatte.
Zu essen gab es relativ viel - für Getränke hatte ich ja selbst gesorgt - da gibt's ja immer zu wenig im Flieger.

Den Zeitvorsprung von ca. 20 Minuten, den wir rausgeflogen hatten, wurde in Miami gleich zunichte gemacht - wir warteten erstmal 30 Minuten bis wir an einen Schlauch angeschlossen wurden.

Vom Flugzeug sah Miami sehr so aus, wie man aus vom Beginn bei den Golden Girls kennt. Alle Strassen wie auf dem Reissbrett gerade und Palmen.

Die USA-Einreise war auch problemlos - ich hätte es mir schlimmer vorgestellt.
Allerdings war mein Aufenthalt dort sehr viel länger als gedacht. Da eine Maschine ausfiel, ging es erst 5 Stunden nach der Ankunft weiter.

Von dem Flug bekam ich nicht allzu viel mit, da ich hier nochmal einnickte. Ich ging da gerade stramm auf die 24-Stunden-Unterwegs-Sein Zeit zu.

Zu meiner grossen Freude kam mein Gepäck in Guatemala City nicht an. Aber das muss ja auch nicht sein. ;-) So eine seltsame Vorahnung hatte ich vorher schon gehabt, da ich zweimal umsteigen schon günstig zum Gepäckverlieren fand.
Wie sich im Nachhinein rausstellte, hatte die "Travel Security Agency" meine Tasche komplett inspiziert und es dann, trotz des langen Aufenthaltes, nicht geschafft, sie wieder rechtzeitig in den Flieger zu schaffen.

Wie angekündigt wurde ich von einer Schering-Mitarbeiterin abgeholt. Sie hatte ein Schering-Schild und ich muss sagen, dass ich mich nicht an irgendwelche Sicherheitstipps hielt. Es gab weder ein Passwort noch irgendwas - die Frau passte auf die Beschreibung und das reichte mir auch. (Es gibt hier auch wirklich nicht so viele guatemaltekische Frauen, die für Europäer gross sind.)

Die Fahrt nach Antigua in einem abgedunkelten Jeep dauerte ca. eine Stunde. Sehr viel sah ich nicht, da es schon dunkel war (es wird hier im Winter immer gegen 18:00 Uhr dunkel).
In Antigua angekommen dauerte es eine Weile, bis wir das Haus meiner Gastfamilie gefunden hatten.

Als ich mein Zimmer sah, war ich erstmal geschockt.
Das erste, was mir ins Auge stach, war eine "nette" Hinweis- und Verbotsliste:
Essenszeiten, keine Freunde, keine elektrischen Geräte, kein TV, etc.
Vieles davon ist eigentlich nicht so schlimm, aber als Willkommensgruss, wenn man hundemüde ist, war das wirklich nicht geeignet.
In meinem Zimmer ist ein Bett, ein Schreibtischimitat und ein kleiner Schrank, allerdings ohne Liegeflächen.
Das "geilste" im Haus ist das Bad. Ich bin mir nicht sicher, ob die Familie für sich ein eigenen Bad hat, aber es gibt in diesem Bad ausser Klopapier keine Anzeichen dafür, dass es benutzt wird - keine Handtücher, keine Kosmetika, nichts.
Aber zumindest eine Dusche und warmes Wasser. :)

Am ersten Abend schlief ich recht erschöpft und todtraurig ein.

24.07.

Ich wachte relativ früh auf - gegen 6:15 Uhr. Mein Biorhythmus ist noch immer ein wenig auf Deutschland eingestellt ...
Gottseidank hatte ich einmal Unterwäsche, einen Schlafanzug, Deo und (ganz wichtig) Haargel dabei, so dass ich mich wenigstens irgendwie waschen und sauber anziehen konnte.
Ich wusste gar nicht, wie saugfähig ein Seidenpyjama doch sein kann. ;-)
Durch das Duschen schreckte ich einen Nachtfalter auf, allerdings liess der mich in Ruhe.
Etwas weniger angenehm fand ich das spinnenähnliche Tier in dem Türspalt am Boden. Ich, ganz mutig, pustete runter, um zu sehen, ob es sich bewegt.
Wie ich beim Rausgehen dann sah, war es wohl schon vor geraumer Zeit in der Tür eingequetscht worden.

Das Frühstück war recht britisch. Bohnen, Spiegelei und Brot. Die Bohnen war aber sehr lecker und bei Eiern kann man eh wenig falsch machen.
Nach dem Essen machte ich mich erstmal auf den Weg zum Geld wechseln und Telefonkarte kaufen. (Meine Frage, ob ich über das Familientelefon angerufen werden könnte, wurde abgelehnt.)
Da ich meinen Pass vergessen hatte, verzögerte sich das Geldwechseln noch etwas, aber schliesslich hatte ich dann alles.
Bis 15:00 rief ich dann mehrfach beim Flughafen an, was mit meinem Gepäck und dem Transfer nach Antigua sei.
Es war zwischenzeitlich in Guatemala eingetroffen. Allerdings war die Angestellte "wirklich" zuverlässig. Sie sagte mir zweimal, dass sie anrufen würde, aber so recht schien sie daran selbst nicht zu glauben.
Ich durfte vom Familientelefon anrufen, so teuer erscheinen mir Inlandsgespräche aber auch nicht. Mein Geld, dass ich dem Familienvater dann gab, lehnte er nicht ab.
Es war komisch, aber ich hätte ein wenig erwartet, dass er sich ziert, aber Geld ist halt Geld :)

Nachdem ich erfahren hatte, dass mir die Tasche nicht gebracht wird, wurde mir ein Taxi von meiner Schering-Abhol-Dame organisiert.
Als ich dann gegen 18:30 mit Tasche wieder in Antigua war, ging es mir auch schon viel besser.
Eigentlich wollte ich an dem Abend noch in ein Kinocafé, aber da es sehr stark regnete, blieb ich zuhause.
Da ich hier bisher noch recht viel Freizeit habe - der Sprachkurs beginnt erst am Montag - bin ich mit Marias Buch auch schon recht weit.

25.07.

Ich bin heute auch wieder recht früh aufgestanden. Da heute Sonntag ist, gibt es kein Essen in der Familie, bisher hab ich ein paar Kekse gegessen.
Andreas hatte recht - eigentlich gibt es hier auch alles. Der Supermarkt ist zwar komplett anders als bei uns (weniger hell, eher wie eine Lagerhalle und ramschiger), hat aber auch Deos, etc. :)
Ich hatte heute vor, mit einer von der Touristenpolizei geschützten Tour einen der Aussichtspunkte zu betrachten (dieser Service ist hier völlig kostenlos). Da heute hier aber eine lokale Feierlichkeit ist (ich glaube Gründungsfeier der Vorgängerstadt von Antigua), hat die Touripolizei alle Hände voll zu tun.
Ich werde stattdessen eine Stadttour machen - da ich von der Touristeninformation ein Sightseeing-Blatt bekommen habe.

Da ich so langsam Hunger bekomme und ich ausserdem hier im Tagebuch auch up-to-date bin, werde ich mich jetzt wieder ins Getümmel stürzen.

Alles Liebe,

Rinne :)
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