Ab in die Huegel ...

Trip Start Aug 11, 2006
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Trip End Sep 25, 2006


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Flag of Vietnam  ,
Wednesday, August 16, 2006

Gegen 7:30 Uhr klingelte der Wecker ... denn vorgestern begann unsere Huegel-Wander-Tour.
Wir fuhren mit einem privaten Bus in ein abgelegenes Doerfchen einer ethnischen Minderheit in Vietnam zum Mittag, sammelten dort unsere Koechin fuer die zwei Tage ein, assen dort und fuhren dann weiter, um dann letztlich ca. 3 Stunden zu unserer "Schlafstaette" zu wandern.
Der Anstieg war am Anfang ziemlich stark ... und die meisten in der Gruppe gingen es stark an, aber konnten das Tempo nicht die ganze Zeit halten.
Waehrend der Tour hatten wir auch einen lokalen Reisefuehrer, um mit den Einheimischen reden zu koennen - er kuemmerte sich um alle Probleme auf der Tour. Von ihm erfuhren wir auch, dass Vietnam "das Volk der Viet im Sueden (von China)" heisst.
Unsere erste Unterkunft war ein gemeinsamer Schlafsaal im Hauptraum einer grossen Huette. Die Toilette war ein Betonplumpsklo und die Dusche ein geraeumiger Kaltwasserspeicher mit Kelle. Die Dusche war gut und ausreichend - es tat einfach gut den Schweiss abzuwischen. Die Toilette benutzte ich nicht. Ich machte nur einen Geruchstest und stelle fest, dass ich dort wohl eher ueber den Mund abfuehren wuerde.
Nach einem Fussballspiel, das bei der hohen Luftfeuchtigkeit und der Waerme sehr schweisstreibend war, gab es dann Abendessen und Maisschnaps (wie kraeftiger Hustensaft). Nach einigen Runden Kartenspiel gingen wir dann alle in unsere Betten mit Moskitonetzen. Und GottseiDank hatte ich Ohropax dabei. Die Grillen, Zikaden und teilweise auch die Hunde waren richtig laut, so dass der Rest der Gruppe wohl recht schlecht schlief ... ich wachte nur zweimal kurz auf und schlief sonst durch.
Sylvia ging es in der Nacht richtig schlecht ... sie musste sich uebergeben und hatte den naechsten Tag ueber auch Bauchgrummeln und mehr.
Am naechsten Morgen ging es dann wieder 8:30 Uhr los auf die Fussreise - diesmal zu einer 6 - 8 stuendigen Wanderung - dem laengsten Teil der gesamten Wandertour.
Ziemlich bald nach dem Verlassen des Dorfes rief mich die Natur und ich rief zurueck - der Strassenrand war um einiges besser als die vorige Dorftoilette. Die Strecke war zuerst weniger anstrendend als am Tag davor aber wurde nach ca. 1/3 recht steinig, rutschig, abschuessig und mit netten Abhaengen gleich neben dem Pfad.
Und genau dort hatte ich ein geradezu berauschendes Erlebnis. An einer Stelle uebersprang ich einen Stein und kam ein wenig in Fahrt. Eigentlich kein Problem - ein, zwei Bremsschritte und man steht wieder. Da der Pfad aber recht abschuessig war, konnte ich nicht richtig bremsen. So schoss ich also ein paar Meter weiter. Danach, kurz vor einer "Auslaufecke" rutschte ich mit dem linken Fuss ab - und viel in den nebenanliegenden Abgrund. Zu meinem grossen Glueck war der gesamte Abhang bewuchert mit jungen Bambuspflanzen. Nachdem ich mich einige Male seitlich und auch einmal vorwaerts ueberschlagen hatte, konnte ich mich an den Pflanzen festhalten - eine kurze Atempause. Dann rissen die Pflanzen und ich fiel weiter. Nach ca. 10 Metern, Kristine meinte gar 20 Meter, kam ich zum Stehen. Der lokale Tourbegleiter kam relativ schnell hinterher gesprungen. Da der Weg sich an meiner Absturzstelle weiter unten vorbeischlaengelte, musste ich gottseidank nicht den ganzen Weg zurueckkriechen, sondern konnte mich von den Pflanzen befreien und war dann schnell wieder auf dem Weg.
Getan hatte ich mir nichts, oder wenig. Jedenfalls hatte ich keine Schmerzen - und hab auch jetzt noch keine. Ich hatte lediglich eine recht grosse Beule an der linken Seite des linken Schienbeins und eine am rechten Knie. Die Beulen sind aber heute schon weg und dafuer habe ich einige "anstaendige" blaue Flecken an den Beinen. Aber nur dort, der Rest ist heil geblieben - ich hatte wohl wirklich Glueck im Unglueck.
Das zweite Drittel der Tour nach dem Absturz konnte ich nicht richtig geniessen. Ich war noch so vollgepumpt mit Adrenalin vom Sturz, dass ich mich recht zitterig fuehlte, sehr aufpassen musste und auch langsam ging. Die Gruppe und Kris reagierten aber wirklich klasse. Sie waren sehr besorgt. Kris sagte mir, dass, fuer den Fall, dass dort etwas Schlimmeres passiert, die Gruppe denjenigen mittragen muesste, weil kein Transportmittel rankommen koennte - und Handyempfang bestand dort auch nicht.
Nachdem wir unterwegs Mittag assen, ging es noch ca. 1,5 Stunden bis zu unserem Nachtlager weiter. Wieder ein gemeinsamer Raum, aber diesmal ein Haus auf Stelzen und auch mit Fenster - insgesamt sehr viel freundlicher als das andere. Die Dusche verfuegte diesmal ueber Wasserhahn, Schuessel und Kelle - und die Toilette ueberging ich - war ja genug Dschungel drum herum. Die anschliessende Nacht war nicht ganz so erquickend, weil wir mit duenner Matratze auf dem Boden schliefen und die blauen Flecken ziemlich drueckten, wenn ich auf der Seite lag.

So, und heute ist bisher nicht soo viel passiert. Der letzte Teil der Wanderung dauerte gerade mal 1,5 Stunden, es war eher ein Spaziergang. Meine erste Packung Gummibaerchen bekam ein lokaler Kindergarten - ich denke, die Kinder dort haben sich sehr gefreut.
Insgesamt ist die Landschaft sagenhaft. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist alles gruen, soweit das Auge reicht. Und die doerfliche Bevoelkerung freut sich in der Regel ueber Touristen und winkt viel und freundlich - besonders die Kinder.

Morgen frueh brechen wir dann in die Halong Bucht auf. Wenn ich mich recht entsinne, ist die Halong Bucht sogar Weltkulturerbe der UNESCO. Wir sind 1,5 Tage dort und werden die Nacht auf einem Boot verbringen. Dort ist dann Schwimmen, Rudern und Entspannen angesagt.
Schade nur, dass es aufgrund der Aequatornaehe (Singapur, der Endpunkt der Reise, liegt fast auf dem Aequator) immer schon gegen 18:30 Uhr dunkel wird.

Ich werde wohl am Samstag wieder die Moeglichkeit haben zu schreiben.

Bis dahin,

Rinne
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