Wochenende mit Feiertag

Trip Start Aug 24, 2008
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Trip End Dec 22, 2008


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Flag of Hong Kong  ,
Tuesday, September 16, 2008

Nach etwas längerer Pause mal wieder - dann mal los.

Freitag: Eigentlich nichts Besonderes. Ein ruhiger Tag mit einem angenehmen Abendessen und irgendwann dann ein Anruf, der zu einem "Wir sehen uns ja bald wieder" führte. Ganz herrlich. ;-)

Samstag war ereignisreicher, da ich eine Fähre nach Macau nahm. Das Finden der Fähre war bereits ein Erlebnis, da ich zum üblichen Pier gegangen war, die Fähren nach Macau aber nicht von dort ablegen. Also zügig eine smart-gekleidete, junge Frau gefragt (Volltreffer, gutes Englisch und Ortskenntnisse), die mir dann den Weg erklärte.
Die Ausreise aus Hong Kong lief recht problemlos. Und die Überfahrt war toll. Beinfreiheit und ein nicht zu starkes Wiegen. Ein paar Mal döste ich gut weg.
Die Einreise nach Macau war dagegen nicht so spektakulär. Es dauerte eine kleine Ewigkeit - und irgendwie scheint auch alles übers Wasser einzureisen. Danach dann raus, Taxi geschnappt und ab in Richtung Altstadt. (Letztlich gibt es, grob gesagt, nur Casinos oder die Altstadt). Nach Glücksspiel war mir an diesem Tag mal nicht. ;-)
Nur ein interessanter Fakt zu den Casinos: Macau soll mehr Geld mit Glücksspiel einnehmen als Las Vegas, wer hätte das gedacht.

Und dann die Altstadt, tja. Zuerst ließ ich mich ein wenig treiben. Das war nicht soo spaßig, da alle Touristen letztlich in der Altstadt ankommen. Und großartig "alt" erschien da wenig. Also was an portugiesischen Einfluss erinnerte. Es wirkte eher wie eine große Fußgängerzone - aber das kann ja bereits eine Attraktion sein, wenn man sonst überall mit dem Auto hinkommt und bummeln nur von Einkaufszentren gewöhnt ist.

Somit entschied ich mich dann, zu den Glanzlichtern zu laufen. Zuerst zur Ruine einer Kirche. Hübsch anzusehen. Und angeblich die kunstvollste katholische Kirche, die je in Asien errichtet wurde. Weiter ging es zur Festung (endlich ein bisschen grün) und anschließend zum Museum von Macau.
Letzteres war interessant gestaltet, zwar nicht sonderlich groß, aber eine gute Auszeit vom Trubel in der Altstadt.

Danach ließ ich mich nochmal treiben. Diesmal mit mehr Erfolg. Ich kam in Straßen, die normalerweise kaum ein Tourist besuchen wird, weil es eigentlich nichts zu sehen gibt - außer dem alltäglichen Leben. Es war das Bild, das ich bereits aus anderen Ländern der Region kannte - kleine, offene Läden auf Straßenhöhe, darüber dann meist Wohnungen. Alles ein wenig dreckig und recht ruhig. Aber schön. Nur leider trieb ich in die komplett falsche Richtung, aber das hat Treibenlassen wohl so an sich.
Das Schöne an Macau ist, dass ich die Schilder der Händler in der Regel gut verstehen konnte, da die Schilder meist auch in Portugiesisch angegeben wurden. Und schriftlich ist es von Spanisch nicht so weit entfernt.
Das Portugiesische hat sogar noch so viel Einfluss, dass ein kleines chinesisches Mädchen, dem ich kurz half, auf Portugiesisch "danke" sagte. :)
Irgendwann hatte ich einen Park erreicht. Auch hier wieder der Portugiesen-Einfluss, da ein regelrechter Fitness-Park aufgestellt war. Das habe ich bisher nur in Brasilien gesehen, das ja bekanntlich auch viel von Portugal abbekommen hat. :)
Generell war der Park von alten Menschen bevölkert, die sich alle mehr oder minder geschlechts-getrennt voneinander aufhielten. Die Männer spielten Karten oder dösten, meist im Sitzen, während die Damen zumeist in Gruppen zusammen standen und schwatzten.

Nach dem Park passierte nicht mehr so viel. Ich überlegte noch kurz, ob ich einen Strandabstecher machen sollte, entschied mich aber dagegen, da kein vernünftiger Busplan zu finden war (der Nachteil, wenn man ohne Einheimischen dort ist) und eine Taxifahrt zu teuer gewesen wäre.

Also zurück auf die Fähre. Gleiches, eindösendes Gefühl. Diesmal leider mit weniger Beinfreiheit.

Den Abend war ich unentschieden zwischen "Ausgehen - nicht ausgehen" - ersteres siegte dann. Ich ging zwar allein aus, aber diesmal gefiel mir die Musik besser. Und zum Beobachten von Menschen braucht man ja auch eigentlich keine Begleitung. Zum Anlächeln auch nicht. :)

Sonntag ... eigentlich war ich für einen Strand verabredet. Mit dem jungen Mann von Donnerstag. Der rief dann allerdings so spät an, dass wir aus dem Strand eine kleine Bergwanderung machen wollten. Eigentlich total beknackt bei ca. 33 Grad. Aber, tja.
Letztlich wurde auch daraus nichts. Der Gute war eher kaputt vom vorigen Tag, so dass wir uns eine DVD anschauten. Und ich mal wieder eine Wohnung von innen sah. Diesmal im Stil eines alten chinesischen Hauses. Ziemlich groß für eine Person in Hong Kong. Sogar mit (wenigen) Pflanzen und zwei Katzen. Und auch die Katzen sind hier kleiner, nicht nur die Menschen. Cooper und Yuna sind dagegen förmlich Riesen.

Abends ging es zum Laternenfestival, denn Sonntag war Mitt-Herbst-Festival, das ungefähr den Stellenwert von Ostern bei uns hat. Man trifft sich mit Freunden bzw. der Familie und isst Mondkuchen - kleine, recht reichhaltige Küchlein, mit unterschiedlichen Füllungen. Und man sieht auch Erwachsene mit Laternen.
Dabei fiel mir ein, dass wir als Kinder doch auch Lampion-Umzüge hatten, meist im Kindergarten. Ich habe allerdings total vergessen, warum wir das gemacht haben - gab es einen speziellen Anlass? Für eine kleine Aufklärung per E-Mail oder Gästebuch wäre ich total dankbar. :)

Und heute ging es dann endlich an den Strand. Die Fahrt dorthin war einfach und so nachvollziehbar, dass ich auch allein hingehen werde. Das Wasser war warm, der Sand feinkörnig-hell und der Strand eigentlich nicht zu voll, wenn man davon ausgeht, dass heute ein Feiertag ist. Und man sollte sich auch nicht von den Leuten an Land täuschen lassen. Nur weil man an den Strand geht, heißt es hier noch nicht, dass man auch ins Wasser geht. Es ist wohl wirklich so, dass viele Asiaten nicht schwimmen können. Und auch nicht besonders gern braun werden.
Weitere Besonderheiten: Es gibt Umkleideräume, ähnlich wie in Sporthallen. Damit man sich auch ja nichts abguckt, wenn man sich am Strand umzieht.
Dafür sind die Duschen dann wieder für alle - was dazu führt, dass alle in "Bademode" duschen - da geht der Sand ganz besonders gut raus.

Auf dem Rückweg nach Hause machte ich noch einen Abstecher über die Innenstadt. Da heute wie gesagt Feiertag ist, hatten die philippinischen Haushelferinnen frei (sonst nur 1 Tag pro Woche). Ich erkenne sie eigentlich immer nur daran, dass es viele Frauen in Gruppen sind.
Dann mal die Frage an die Leserschaft: Wie würdet Ihr Euren freien Tag fernab der Heimat gestalten? Sicherlich mit Freundinnen, das schon. Aber man würde doch sicherlich irgendwohin fahren, wo es ein wenig schön ist.
Nicht so die gemeine Philippinerin! Nur ganz wenige machen sich auf an den Strand. Der Großteil sitzt in der schwitzig-staubig-heißen Innenstadt auf dem Boden und spielt Karten oder liest. Selbst an Hauptstraßen. Sehr gesund sah das jedenfalls nicht aus.

Da das Wochenende insgesamt recht aktiv war, wird der heutige Abend eher ruhig.

Ich umarme Euch - liebe Grüße,

Rinne
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