Von Ponferrada nach Cacabelos (486m)

Trip Start Jun 01, 2011
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Trip End Jun 30, 2011


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Where I stayed
Albergue municipal "Santuario de la Quinta Augustia"

Flag of Spain  , Castile-León,
Thursday, June 9, 2011

Heute Nacht hatte ich glücklicherweise wieder meine gelben Stöpsel im Ohr und bin nach zwei Glas Rotwein, vom Reisebericht schreiben und hochladen der Bilder totmüde und schlafe sofort ein. Sabine hingegen hatte dieses Mal keinen Rotwein, keine Berichte geschrieben UND keine gelben Schalldämpfer in den Ohren. Die Folge: Seeeehr schlechter Schlaf, man sieht es ihr deutlich an. Sabine beschreibt mindestens fünf verschiedene Handyklingeltöne, knarzende Bettroste, Hustenanfälle, Schnarchgeräusche, unter anderem die von mir (jaja ...der Wein, der Wein :-). Die Abwasserleitung der sanitären Anlagen führt direkt durch unser Verlies. So hört man bei jedem Spülvorgang den Darminhalt am Winkelrohr aufschlagen, bevor er um die Ecke weiter nach unten rauscht. Mahlzeit. :-)

Apropos Mahlzeit: Beim Früstück sitzen die Phillipsburgerin, deren Freund aus Rauebeeig kommt und der Schweizer Walter. Die liebe Lou aus Brasilien setzt sich zu uns an den Frühstückstisch.

Der Weg aus der Stadt ist schlecht beschildert, aber dank Stadtplan im Reiseführer und gutem Orientierungssinn finden wir auf Anhieb hinaus. Merkwürdig ist, dass in der Herberge schätzungsweise 200 Leute sind, aber man auf dem Weg kaum jemanden antrifft.
Der Camino ist hier weniger spektakulär. Wir laufen hauptsächlich auf geteerten Straßen in der Ebene bei angenehmen Temperaturen und Sonne.

Wir machen eine Kaffeepause in Fuentes Nuevas und treffen den Schweizer namens Walter. Die Neuseeländerinnen Debbie und Adea und der kanadische Storch Paul laufen nach einem Smalltalk diesmal vorbei. Kurze Zeit später kommen Rita und Wolfgang aus Berlin vorbei und schwärmen uns von ihrem Hotel vor, während Sabine neidvoll zuhört. Dann kommt Ingrid aus Karlsruhe, setzt sich dazu und trinkt noch einen Kaffee mit uns.

Weiter führt der Weg durch einen langgezogenen Ort namens Camponaraya. Nach dem Ort wird es landschaftlich wieder schöner, weil es ein von Weinreben eingesäumter Feldweg ist. Hin und wieder laden Kischbäume zu einer kleinen Naschrast ein. Wir hören hinter uns immerzu eine Frau mit schlimmem österreichischem Dialekt. Wir tun so, als ob wir unsere Schuhe binden wollen und lassen sie an uns vorbei ziehen. Wir hatten Angst uns könnte es so gehen wie Hape mit der Österreicherin, die immerzu "A Gschäfdarl" gesucht hat.
Wir haben fast unendlich viel Zeit für unsere 425 km, so beschliessen wir, diese Etappe wieder etwas früher zu beenden, damit wir nicht eine Woche auf unseren Rückflug warten müssen. Unser Etappenziel ist diesmal nur ca. 18 km entfernt, es heisst Cacabelos. Sabine ist auch hundemüde und sehnt sich nach einer ruhigen Herberge.

Die Albergue municipal "Santuario de la Quinta Augustia" liegt am Ortsausgang von Cacabelos Richtung Villafranca. Es ist eine recht originelle, um die Kirche errichtete Herberge und besitzt 35 Einzelzellen mit jeweils zwei Einzelbetten und genügend Ablageflächen darin. Sie ist perfekt ausgestattet und ein echter Luxus für 5 Euro. Die sanitären Anlagen sind sauber. Es gibt viel Platz, um seine Wäsche zu waschen und auch genügend Wäscheständer, um die Wäsche in der Sonne zu trocknen.
Da es noch früh am Tag ist, beschliesse ich, alles gründlich zu waschen. Sabine holt währenddessen Ihren Schlafmangel nach.
In der Herberge übernachten auch Lou aus Brasilien, Rita und Wolfgang aus Berlin und Heinz Erhardt, der mit richtigem Namen Dieter heisst.

Den Abend verbringen wir in einem sehr netten Restaurant zusammen mit Dieter aus Hannover, Rita und Wolfgang aus Berlin und Lou aus Brasilien. Heute haben wir geschlemmt. Das 3-Gänge-Menü (Gemüsesuppe oder Fischsuppe, Gemüse-Lasagne oder Fleisch mit Pommes Frites, Salat und einen Schokoladenkuchen oder Crepes mit Schoko oder Milchreis oder Karamellpudding), dazu gibt es Brot, Wasser und Rotwein für schlappe 9 €, war eines der Besten auf dem ganzen Camino.

Für die morgige Bergetappe sind wir jetzt bestens vorbereitet :-)

Wetter: angenehm mild, sonnig.

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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Comments

Yvonne Hochholdinger on

Ich werde langsam aber sicher süchtig nach Berichten von euch. ich lese (fast )täglich, sodass ich heute gesehen habe, dass ihr auch für den Rest meiner Familie schon ein Stück gegangen seit. Ich freue mich sehr darüber und werde den "Nichtlesern" die entweder: zu viel arbeiten(Uwe) zu viel lernen müssen(Sven der morgen Prüfung hat!!) oder am anderen Ende der Welt ihr Leben chillen(Ines) von eurer Widmung erzählen. Ich umarme Euch
Lieb Grüße Yvonne

Alexandra Michael und Alina on

Hallo Ihr Lieben!
Es macht richtig Laune eure Reiseberichte zu lesen und die Bilder, bzw. Videos anzusehen. Ab Morgen sind wir im Urlaub, aber auf jeden Fall weiterhin mit unseren Gedanken bei euch. Weiterhin viel Freude und schöne Erlebnisse auf eurer Pilgerreise wünschen euch MglG AMA

Miriam on

Nachdem Ihr jetzt über eine Woche unterwegs seid, wollte ich mal nachfragen, wie es Euren Füßen jetzt geht. Der neue Pilgerstab steht Sabsi ausgezeichnet ;-D
Auch für mich sind Eure Berichte gern gelesene Abendlektüre - hör nicht auf zu schreiben!

Joop on

Donderdag en vrijdag moet ik altijd om 5 uur opstaan. Toch wachten met naar bed gaan tot jullie verhaal is verschenen. Heel mooi, hou vol

Diny on

Auch ich bin begeistert und René du kannst sehr schön erzählen, freue mich wie alle die hier geschieben haben auch jeden Tag über die tolle Berichten und Bilder. Ja, ich möchte auch wissen ob die Füßen euch noch weit tragen können?? Alles Liebe von uns 2 "Alten", viele schöne Begegnungen und Erlebnissen weiterhin.

rene_sabine
rene_sabine on

@Miriam: Die Füse haben nix. Aber das war beim letzten Mal auch 14 Tage so. Ich klopfe auf Holz, dass es diesmal besser geht. Aber ich denke schon, denn ich habe meine Fotoausrüstung von 6,5 kg auf 2,5 kg reduziert. Wir laufen kleinere Etappen. Es ist laaange nicht so heiss, und wir laufen langsam und zu guter Letzt: Ich habe mir echte Leder-Bergschuhe gekauft, die atmen im Vergleich zu den Gore-Schuhen um Klassen besser.

rene_sabine
rene_sabine on

@Alle: Schön, dass ihr Freude daran habt. Wir haben' s auch :-)

Joop on

Hoe is het met de fietsers. In de herbergen hebben wandelaars toch de voorrrang? Is er dan nog plaats voor die arme fietsers?

rene_sabine
rene_sabine on

Radfahrer werden in der Tat benachteiligt. Sie muessen oftmals bis 18 Uhr warten. Ist dann die Herberg nicht voll, dürfen sie bleiben. Ansonsten heisste es weiterradeln. Und auch nicht jede Herberge akzeptiert Radfahrer (Wegen Platzmangel für die Räder). Das gilt allerdings nur für die kirchlichen und municipal Herbergen, habe ich mir soeben erklaeren lassen. Es gibt auch viele, viele private Herbergen, die jeden Pilger nehmen, in der Reihenfolge, wie sie ankommen. Du solltest Dir aber auf jedenfall eine Liste im Internet suchen, die Radpilger nehmen. Das sollte zu finden sein.

rene_sabine
rene_sabine on

@Alle: Ihr seid Klasse! Vielen Dank für Eure tollen Reaktionen!!!

sylvief
sylvief on

Hehe ... oja, der gruselige 90-Mann-Keller-Schlafsaal! Die Nacht werde ich wohl auch nicht vergessen. Diese nette Abwasserleitung hatte ich auch direkt über dem Kopf. Zuerst vernahm ich die Klospülung im oberen Stockwerk und kurz darauf rauschte es über mir vorbei. Lecker! Dazu durfte man sich in den schmalen Betten auch nicht unbedacht umdrehen, da die Absturzgefahr doch sehr groß war. Ja, und dann noch die Schnarcherei und das Rascheln ... Ein Glück wollte ich das wackelige Stockbett nicht mehr verlassen, sonst wäre ich wohl mit meinem Trekkingstock Amok im Schlafsaal gelaufen. ;o)

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