Australische Herzlichkeit am Carmila Beach

Trip Start Oct 01, 2010
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Trip End Ongoing


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Flag of Australia  , Queensland,
Thursday, April 14, 2011

Das bilderbuchmässige Woodgate hinter uns gelassen, fahren wir durch Bundaberg und Rosedale um schliesslich in das an der Küste gelegene Town of 1770 zu gelangen. Der Name rührt daher, dass Captain James Cook hier im Jahre 1770 seine Spuren hinterlassen hat. Dieses doch recht isolierte Kleindorf breitet sich malerisch aus, und für ein Entgelt finden wir hier einen Campingplatz direkt am Strand. Etwas Besonderes dieses Ortes ist, dass sich die Küste hier so windet, dass wir – obwohl wir uns an der Ostküste befinden – westwärts aufs Meer schauen können, und dies bedeutet Sonnenuntergang über dem Meer! Eher eine Seltenheit an der Ostküste. Der rundgeschwungene Sandstrand beherbergt Palmen und Bäume die fast bis ins Wasser reichen. Vorgelagert finden sich einige Sandbänke, und dahinter reiht sich schliesslich irgendwann mal das Festland von Australien auf, mit welchem wir ja verbunden sind. Das Wasser trägt nahezu keine Wellen, und die Ruhe hier macht sich erstaunlicherweise auch auf dem fast ausgebuchten Campingplatz breit. An diesem schönen Ort erfreuen wir uns auch an den vielen verschiedenen Vögel, an einem Opossum, einer neugierigen grossen Echse und an einem verschmusten roten Kater, der uns wie die Echse ab und zu mal einen Besuch abstattet (in den Camper darf natürlich nur die Katze). Mit zwei hier kennengelernten Schweizern, Patricia und Bryan, welche auch auf einer Weltreise sind geniessen wir einen gemütlichen Abend mit leckerem Essen und Wein.































Nach vier Nächten verlassen wir den idyllischen Ort 1770 wieder. Es geht weiter nordwärts, vorbei an Gladstone, Rockhampton, Yeppoon, Parkhurst und Marlborough, bis wir schliesslich in Carmila ankommen. Die Fahrt gestaltet sich abermals als sehr langweilig… Jedoch brennt in uns eine grosse Hoffnung: Wir haben erfahren, dass man hier angeblich legal und erst noch gratis am Strand campieren darf. Noch letzte kleine Einkäufe in Carmila, und dann geht es während 6 Kilometern über eine stetig enger werdende Strasse, bis diese schliesslich von einem Sandweg fortgesetzt wird. Und dann tatsächlich: Entlang an einem schier endlosen Strand finden sich immer wieder sandige Abzweigungen zu sehr coolen Naturnischen zwischen Buschwald direkt am Strand. Nur sehr Wenige haben sich hier gegenwärtig eingenistet, demzufolge ist es sehr friedlich und ruhig. Zu Fuss erkunden wir zunächst diverse zwischen den Bäumen gelegene Plätze. Schliesslich wollen wir mit unserem schweren 2WD-Camper nicht im Sand stecken bleiben. An einem Spitzenplatz stellen wir schliesslich unseren Camper hin, spannen das Vorzelt auf und installieren uns. Wow, direkt am Strand. Ich sammle gleich noch einige Stücke des trockenen, teils ästhetisch aussehenden Schwemmholzes für das Lagerfeuer am Abend. Ja auch das darf man hier, was uns als „Brätler" und Lagerfeuergeniesser natürlich besonders erfreut!

















Der Strand verläuft hier derart flach, dass sich bei der gegenwärtig herrschenden Ebbe das Meer gute 800 Meter zurückgezogen hat. Den Gezeiten ist hier sicherlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn nur ca. 50 Kilometer südlich von hier befindet sich St. Lawrence, wo angeblich die weltweit zweitschnellsten gezeitenbedingten Strömungen herrschen.

Wirklich, was für ein einzigartiger Ort! Das Meer hat sich am nächsten Morgen, begleitet von prächtiger Morgensonne direkt über dem Wasser, fast ganz dem Strandende zugewandt. Es herrscht Flut, und das den sich überschlagenden kleinen Wellen entspringende, sanfte Plätschern vernehmen wir bereits vom Bett aus im Camperinnern. Herrlich ist es, direkt am Meer, unterhalb des Gemütlichkeit spendenden Vorzeltes unseres Campers zu Frühstücken. Später, nach erfolgtem Rückzug des Meeres erkunde ich senkrecht zur Landmasse geschätzte vierhundert Meter des freigesetzten Meeresboden. Wie auch in Woodgate erfreue ich mich an den faszinierenden Muster und Szenen im Sand, jede einzigartig, nicht von langer Beständigkeit, und stetig im Takt der Gezeiten neu geformt. Es werden einem noch weitere 300-400 Meter des durch die Ebbe freigesetzten Bodens angeboten, doch hin zum Meer wird es zunehmend sumpfig und matschig, so dass ich lieber davon absehe. In der Zwischenzeit vergnügt sich Sarah mit kreativem Basteln. Aus gefundenem Fischerdraht schnürt sie eingesammelte Muschelschalen kunstvoll zu einem schönen Mobilet zusammen.













































Hier inmitten der Abgeschiedenheit dürfen wir übrigens die wohl nettesten und hilfsbereitesten Campernachbarn kennenlernen. Ein älteres australisches Ehepaar hat sich – nach freundlicher Bitte um Erlaubnis – in dieselbe Aussparung ans Meer gesetzt, wo wir uns befinden. Wir geniessen die freundlichen und aufgestellten Gespräche mit ihnen; ihre Anwesenheit hat dem Dasein an diesem Platz zusätzlichen Charme gegeben, und um es kurz zu machen: Nachdem sie uns bereits frische Passionsfrüchte geschenkt und Strom ihres Generators spendiert haben, (damit wir unsere Autobatterie für den Kühlschrank und Laptop laden können) laden sie uns doch glatt zum Abendessen bei ihrem Wohnwagen ein! Selbstgemachter Braten mit fünf verschiedenen Gemüsen, plus Kürbis und Kartoffeln – Wow! Von ihnen, Glen und Jan, erfahren wir, dass sie bereits mehrere Jahre an diesen schönen Ort herkommen um die Osterferien zu verbringen. So erzählen wir uns gegenseitig spannende Geschichten über Herkunft, Familie und auch unserer Reise.
Nicht genug, fragen uns am nächsten Tag Glen und Jan ob wir eigentlich noch genügend Nahrungsmittel hätten. Da wir an diesem einmaligen Ort länger als ursprünglich geplant verweilen herrscht in unserem Kühlschrank wirklich gähnende Leere, was sie vermutlich auch irgendwie heraus spüren. Sie geben uns schliesslich doch tatsächlich einer ihrer Fische, welche Glen heute Morgen aus dem Meer gezogen hat. Natürlich fixfertig filetiert, und ein frisches Ei sowie Milch um Panade für den Fisch zu machen auch gleich dazu! Wir sind von der Herzlichkeit dieser Zweier überwältigt. Dass wir heute noch einmal elektrischen Strom ihres Generators erhalten, haben wir das schon erwähnt? Dieser geschenkte frische Fisch, zusammen mit einem Lachsüberbleibsel aus unserem Tiefkühlfach gedrillt mit etwas Dill und Knoblauch, Gemüsereis und über dem Feuer gemachtem Schlangenbrot ist wirklich ein Gourmet-Essen, und dies erst noch hier draussen. Wo sich die Sonne schon weit unter den Horizont angesiedelt hat sitzen wir bei fast vollem Mond zu Viert am Lagerfeuer und verbringen die restlichen Stunden des gemütlichen Abends mit Geschichten erzählen und Stimmung geniessen. An dieser Stelle nochmals: Thank you very much Len and Jan for everything you gave us!





















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Comments

rita & päpu pesche on

Hey, sooooooo schön!

Grüessli us Bärn vom riti u vom päpu pesche

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