Von fuedliblutten Schnecken und Meistertauchern

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Malaysia  , Sabah,
Wednesday, August 8, 2012

Wir sitzen hier gerade in einem Internetcafe im dueppigen Klima New Dehlis. Der Ventilator flitzt seine Runden so schnell er kann. Aber nuetzen tut es nicht viel. Ich glaube, mit der Hitze hier ist es das gleiche wie mit dem Verkehrschaos. Besser man gewoehnt sich schnellstens daran und akzeptiert die Lage, oder man verlaesst das Land am besten gleich wieder.

Bevor nun bald "Indienblogs" folgen werden, wollen wir euch doch noch kurz von unseren "Ferien" erzaehlen. Nach zwei anstrengenden Stadtbesichtigungen (Singapur und Kuala Lumpur) hatten wir uns diese redlich verdient.

Wir verbrachten sie tauchend in Sipadan und Mabul. Sipadan ist eine der Top 10 Tauchdestinationen dieser Welt. Tauchen in einer der Top 10 Tauchdestinationen dieser Welt bedeutet, sich ueber- und unterwasser gegen ein Heer chinesischer und japanischer Kampftaucher mit gigantischer Fotoausruestung (ja ich gebe zu, die haessliche Fratze des Neids zeigt sich hier gerade ein bisschen) durchzukaempfen
Damit dieses Unterwasserparadies nicht voellig ueberrannt wird, hat die malaysische Regierung schon vor Jahren Tagestauchkontingente eingefuehrt. Man braucht ein Permit um in diese phantastische Unterwasserwelt abtauchen zu koennen. Mit unserem Permit klappte gottseidank alles. Wir hoerten spaeter in Mabul von einer Tauchkameradin, dass die Agentur ihres verschlampt hatte. Oha, das haetten wir dann eher weniger cool gefunden. Extra dahin fliegen und erst dort vor Ort erfahren, dass wir das bereits bestaetigte Permit doch nicht erhalten. Da haette wohl sogar der friedfertige Flo einen Aufstand angezettelt.
Wir hatten drei perfekte Tauchgaenge in Sipadan. Klare Sicht, ruhiges Meer, keine Stroemung, Sonnenschein. Unser Tauchguide fuehrte uns zielsicher zu den riesigen Baracuda- und Jackfishverbaenden. Er liess uns genug Zeit, um mit den Tierschwaermen zu schwimmen. Wir fuehlten uns inmitten all der Fische wie in einem Tornadostrudel. Das naechste Highlight folgte in Form von Grau- und Weisspitzen Riffhaien sowie der riesigsten Unterwasserschildkroete die wir je gesehen haben. Die Oberflaechenpausen verbrachten wir plantschend im tuerkisenen Wasser und relaxend am weissen Sandstrand.

Die restlichen 3 Tage verbrachten wir in Mabul, einem guten Tauchrevier fuer die kleinen Schoenheiten der Unterwasserwelt. Flo und ich betrieben waehrend der Tauchgaenge einen regen "wer findet die meisten Schnaeggli (Nudibranches) "-Wettbewerb. Leider Gottes muss man sagen, dass die Korallenriffe so gut wie tot sind dort. Dies eine Folge der mittlerweile schwerst verbotenen "Zyanidbombenfischerei". Ironischerweise sieht man jedoch in diesen ausgebleichten Korallen die kleinen bunten Krebsli und Schnecken besser.

Ab dem dritten Tag ging es fuer uns und die Tauchguides bergab. Unsere Unterwasserkamera gab den Geist auf. Ausserdem tauchten 4 russische Meistertaucher und ein schottischer Juengling vom Typ "ich bin zu cool fuer diese Welt" auf, welche die armen Tauchguides in den Wahnsinn trieben. Der Juengling hatte 2 Wochen vorher seinen 'Divemaster' gemacht und musste nun allen beweisen, wie wahnsinnig gut er doch taucht. Wir waren schon zu Beginn leicht irritiert, als wir sahen, dass er seine Sauerstoffflasche mit der ganzen Ausruestung daran einfach stehen liess. In der ersten Lektion unseres 'Open Water' Kurses hatten wir gelernt, man muesse die Flasche immer hinlegen. Denn wenn sie faellt, kann es ihr gegebenenfalls den Flaschenhals abschlagen und dann hat man eine 200 Bar Bombe, die durch die Gegend flitzt. Item. Als er auf dem ersten Tauchgang mit uns feststellen musste, dass die doofen Schweizer ohne Divemaster Lizenz viel ruhiger tauchen als er und deswegen gegen Ende noch viel mehr Luft hatten als er, musste er ein Exempel statuieren und weigerte sich, mit uns und unserem Guide aufzutauchen. Er war die ganze Zeit ueber sehr viel tiefer unterwegs gewesen als wir. So tief, dass er unbedingt am Ende seines Tauchgangs einen Dekostop haette einlegen muessen, um seine Stickstoffsituation in den Griff zu kriegen. Konnte er aber nicht mehr, da.....er keine LUFT mehr hatte:-) Das Kerlchen verschwand noch am gleichen Abend von der Bildflaeche, weil alle ueber ihn lachten und er von so ziemich jedem Tauchguide auf der Basis zusammengestaucht wurde. Ausserdem konnte er theoretisch eh nicht mehr tauchen nach seinen Eskapaden. Er haette eine Oberflaechenpause von 2 Tagen einhalten muessen. Wuerde mich nicht wundern, wenn er auch das ignoriert haette und einfach mit einer anderen Agentur wieder rausgefahren waere.
Und dann die Russen, alle mit brandneuem eigenem Equipment. Einer von ihnen schaffte es nicht mal bis ins Wasser: Seekrank. Der zweite der Maenner ging nach 5 Minuten unter Wasser verloren und wurde 100 Meter entfernt nur dank eines Hotelangestellten des Oelplattform-Hotels im hohen Wellengang wieder entdeckt. Die zwei Frauen, denen der Tauchguide gesagt hatte, sie sollten auftauchen, falls er nach 2 Minuten nicht von der Suche nach dem Typen zurueck sei, signalisierten der Australierin Katie, sie haetten noch genug Luft und weigerten sich aufzutauchen, wie ihnen befohlen worden war. Als wir den suessen, kleinen Malaytauchguide fragten, wie sein Tauchgang gewesen sein, schuettelte dieser nur verzweifelt seinen Kopf und meinte: "ich will nicht darueber reden". Am naechsten Tag gingen wir mit ihm tauchen:-) Offenbar hatte es am Abend  einen riesigen Fight gegeben unter den Guides, wer von ihnen die Russen am folgenden Tag mit unter Wasser nehmen muss. Toent vielleicht alles mega lustig hier, aber fuer die Tauchguides ist es das nicht. Sie tragen die Verantwortung, falls einem der Klienten etwas passiert. Da spielt es dann keine Rolle mehr, ob die Kunden Idioten sind und sich nicht an die Regeln gehalten haben.

Wir genossen die Tage trotz dieser Geschichten und der kaputten Kamera in vollen Zuegen. Wenn wir nicht unter Wasser waren, schmusten wir mit den Babykatzen. Vor allem Mimi hat es Flo angetan. Das rotweisse Schaetzeli war von einem der Tauchguides adoptiert worden. Er war per Zufall dazugelaufen, als malaysische Kids das kleine Wesen als Fussball missbrauchten. Er hat sie gottsjaemmerlich zusammengeschissen deswegen, war daraufhin fast vom Vater der Kids attackiert worden, hat sich Mimi geschnappt und sie nie mehr zurueckgebracht.
Leider sind die Tierli auch auf der Tauchbasis nicht immer sicher. Die Lady des Chefs sperrt die 3 Racker manchmal unter einen Putzkessel und beschwert diesen mit einem Stein. Und das nur, weil sie beim Abendbuffet die Gaeste um Essen anmaunzeln, was nebenbei erwaehnt zumindest als wir da waren, niemanden auch nur im geringsten gestoert hat. Ja, manche Menschen....


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