Salzig

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Bolivia  ,
Saturday, May 5, 2012

Der zweite Tag unseres Treks begann mit etwas Autoservice: in den Tank fuellen kann man nur, was man bereits dabei hat und um Pablosky in der Kaelte das anspringen etwas zu erleichtern, fuellten wir kochendes Kuehlwasser (ich liebe den Ausdruck) nach.
Die Route fuehrte sofort wieder bergauf und wir erreichten den Arbol de Piedra, den steinernen Baum, nach etwa einer Stunde. Diese Felsformation liegt inmitten der hoechstgelegenen Wueste der Welt und ist natuerlich ein beliebtes Fotosujet entlang der Route. Unser Stopp wurde etwas verlaengert, da an unserem fahrbaren Untersatz ein Radlager in die Bruecke gegangen war. Anders als bei uns, wo so etwas wohl den Abbruch der Expedition und verzweifelte TCS-Telefonate nach sich gezogen haette, zog Pablo sich das Kombi an und wurde in der Grabbelkiste auch fuendig. Was der nicht alles dabei hatte...

Wir nutzten die laengere Pause, um noch mehr Fotos zu schiessen. Xavier ist da besonders kreativ. Er schiesst rund um die Welt Photos von seinen Hand- und Kopfstaenden. Auf seiner Website www.downsideup.fr wirbt er damit fuer mehr Toleranz gegenueber der Krankheit Epilepsie und auch einfach Andersartigkeit. Wir finden seine Fotos ziemlich cool, auch wenn manchmal noch etwas Photoshop zum Einsatz gelangt. Oder haben wir tatsaechlich alle vier den Handstand gleichzeitig geschafft ;-)?

Nachdem der Land Cruiser wieder fit war, fuhren wir direkt zur naechsten Panne, diesmal blieben wir einfach im Sand stecken. Aussteigen und schieben erwiesen sich aber als probate Mittel und wir waren schnell wieder flott. Bis wir nach dem anschliesenden Fotohalt den Motor starten wollten... Auch hier zeigen sich die Vorteile robuster Technik: mit etwas Draht und einer Zange kann man die alten Starterrelais einfach flicken. In San Juan, einem Pueblo mitten in der Wueste, machten wir nur kurz halt, die beiden Pannen und der inzwischen noch eingetretene Platten hatten uns etwas verspaetet. Jetzt konnte nichts mehr passieren, wir mussten nur noch durch einige Doerfer fahren, entlang der hier noch in Handarbeit schuftenden Bauern, bis zu unserem 5-Stern Hotel am Rand des Salar, der Salzwueste von Uyuni. Denkste...

Ploetzlich ratterte es hinten links ziemlich stark, wir hatten unseren zweiten Reifenschaden an einem Tag. Pablo warf einen verzweifelten Blick zum Himmel und murmelte "porque todo a me?!" Und der Reservereifen war ja bereits drauf. Zum Glueck benutzen die Einheimischen der Praktikalitaet halber Reifen mit richtigen Schlaeuchen drin, so wie beim Velo. Mit etwas Murks konnten wir mit einem Meissel und einem Schraubenzieher den Pneu von der Felge quetschen und ein des Weges fahrender Bauer hatte eine Luftpumpe dabei, ein anderer einen Flick. So kamen wir nach Anbruch der Dunkelheit im Pueblo am Rande der Wueste an, der arme Pablo war mit den Nerven voellig am Ende. Er hatte Angst davor, wir wuerden in bei der Touragentour verpetzen und er seinen Job verlieren. Wir machten ihm jedoch klar, dass, solange er alles zu flicken imstande sei, ein paar Reifen mit Profil vollauf genuegen wuerden, seinen Ruf wiederherzustellen.
Die Uebernachtung tatetigten wir in einem Hotel, welches aus Salz erbaut war, was schon etwas speziell ist. Der Spruch beim Abendessen: "kann mir mal bitte jemand das Salz..." ist hier fehl am Platz.

Am dritten Tag stand nun die Durchquerung der Salzwueste auf dem Programm. Ohne Angst vor weiteren Reifenschaeden auf dem weichen Terrain fuhren wir durch die blendend weisse Endlosigkeit. Einzige Orientierungspunkte waren weit entfernte Berge am Horizont, welche sich in der flickernden Luft und dem flachen Wasserfilm spiegelten. Der Salar ist auch gaebig, um Photos mit optischen Tricksereien zu schiessen, wir koennen Euch versichern, dass fuer diese Bilder kein Photoshop noetig war.

Das Grand-Hotel Salz inmitten der Wueste ist zum Glueck nur noch ein Museum, nachdem, jahrelang das Abwasser einfach ins Salz geleitet und er Abfall in der Wueste gestapelt worden war. Wir koennen nur hoffen, dass dieses Naturwunder noch lange in einer unberuehrten Form besichtigt werden kann, denn unter dem Salz lagern die groessten Lithiumvorraete der Welt. Elektromobilitaet laesst gruessen :-(

Als Abschluss besichtigten wir noch den Zugfriedhof ausserhalb von Uyuni, hier wurden seit beginn der Eisenbahnerei in Bolivien alle nicht mehr benoetigten und kaputten Zuege und Lokomotiven zur Ruhe gesetzt, auch dies ein surrealer Ort, der vor allem durch seine Einsamkeit und Unaufgeraeumtheit besticht. Auch hier planen die Tourismusentwickler ein "richtiges" Museum. Eine Idee, die hoffentlich scheitert.

Zurueck in Uyuni erkannten wir schnell, dass wir nun endgueltig in Bolivien angekommen waren. Einer nach unseren zweieinhalb Monaten in Argentinien und Chile voellig anderen Welt. die Strassenszenen waren wieder chaotisch, die Marktschreier ueberall praesent und uebernachten konnten wir fuer umgerechnet 5 Franken pro Person.
Bienvenidos a Bolivia





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