00º00'07''

Trip Start Apr 07, 2011
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144
237
Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Ecuador  , Pichincha,
Sunday, January 1, 2012

Am Neujahrstag machten wir uns auf, den noerdlich von Quito verlaufenden Aequator zu besichtigen. Wie wir schnell herausfanden, besichtigten wir in Tat und Wahrheit die Monumente, welche angeblich auf oder eben neben dem Aequator liegen. Das bekannteste der Monumente, die Touristenfalle Mitad del Mundo, liegt gemaess GPS ca. 240m (oder 7 Bogensekunden) suedlich der magischen Linie. Schuld daran sind, wer sonst, die Franzosen. Sie haben 1743 hier die genaue Kruemmung der Erdoberflaeche am Aequator vermessen. Nur in Ecuador verlaeuft der Aequator naemlich durch ein Gebiet mit festen, zu Vermessungszwecken brauchbaren, Gelaendepunkten, sprich den Andengipfeln. Die restlichen Orte rund um die Welt sind von Wasser oder Regenwald bedeckt. 
Fuer Cloeidi war und bleibt es ein riesiger Skandal, dass jemand diese fuer die Erde so wichtige Linie falsch platzieren konnte. Der Ingenieur versuchte beschwichtigend, die ungefaehr 200m in Relation zu ungefaehr 20000km halben Erdumfangs zu stellen, was einem Messfehler von 0.001 Prozent entspricht. Ohne Erfolg...
Natuerlich gibt es genau 7 Bogensekunden weiter noerdlich eine zweite, kleinere Touristenfalle. Auch dort existiert eine Linie mit der Aufschrift 0000'00'', allerdings mit dem Zusatz "according to GPS".  Nebst ein wenig Voelkerkunde und einer Anleitung fuer Schrumpfkoepfe made in Amazonas werden dem gutglaeubigen Touristen verschiedene Experimente zur Corioliskraft (Eier balancieren, Wasserwirbel rechts- bzw. linksherum) vorgefuehrt. Ich vertraue bezueglich Physik jedoch eher Bibi, meinem pensionierten Physikdozenten aus Burgdorf. Warum auf mein Gleichgewichtsorgan voellig andere Kraefte als auf ein Huehnerei wirken sollen, ist mir jedenfalls schleierhaft.
Wo genau der Aequator nun liegt oder sich gemaess Wikipedia waehrend des Jahresverlaufs sogar ein wenig herumbewegt, ist reine Definitionsfrage. Fest steht, dass wir im Verlauf unserer Reise schon drei der fuenf imaginaeren Kreise/Breitengrade (Polar- und Wendekreise) auf der Erdoberflaeche ueberschritten haben. Vielleicht schaffen wir ja alle fuenf!? 
Es gibt uebrigens ein Bauwerk aus der prae-Inkazeit, welches nach heutigen Erkenntnissen genau auf dem Aequator liegt, was auch wieder Zufall oder, wenn man im Beatenberg lebt, nur das Werk von Ausserirdischen sein kann. Die Franzosen waren es hoechstwahrscheinlich nicht, die haben ja im Moment andere Probleme.
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