Geburtstags-Weihnachtsgeschenk

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Costa Rica  , Province of Puntarenas,
Saturday, December 24, 2011

Der Corcovado Nationalpark auf der  Osa Peninsula im Sueden Costa Ricas weist auf Grund seiner geographischen Lage, der Topographie, seinem Klima und der Bodenbeschaffenheit eine unglaubliche Artenvielfalt auf. Er vereinigt  2.5 % der gesamten Biodiversitaet der Welt auf seinen 52'469 Hektaren, um genau zu sein. 13 verschiedene Oekosysteme wie Regen- und Nebelwaelder, Seen, Mangroven, Straende, Korallenriffe, Suesswasserfeuchtgebiete, Suempfe etc. sind in diesem geschuetzten Gebiet zu finden. Diese Systeme wiederum beherbergen 700 Baumarten, 237 Pilzarten, mehr als 375 Vogelarten, kurz gesagt 50 % aller bekannten Pflanzen- und Tierspezies in ganz Costa Rica. 

Toente fuer uns Naturliebhaber schwer nach Paradies auf Erden. Wir beschlossen, unsere Weihnachtstage dort zu verbringen.
Die Anreise war wieder einmal eine Tortur. Fuer die laeppischen paar km von Quepos nach Puerto Jimenez brauchten wir mehr als 10 Stunden. Es lief einmal mehr nach dem System: Aussteigen wo der Buschauffeur findet dass wir aussteigen sollen. Dann an der staubigen Strassenkreuzung mit einer Tankstelle, einem Beizli und einer handvoll Strassenarbeiter 4 Stunden warten bis ein Bus kommt, dessen Chauffeur findet, er koennte uns eigentlich mitnehmen, weil seine heutige Route per Zufall in die gewuenschte Richtung geht. Habe ich schon mal erwaehnt, wie sehr ich es verabscheue, von Buschauffeuren abhaengig zu sein. Diesbezueglich ist Zentralamerika groesstenteils ein Albtraum. Nun, selbst schuld. Wir haetten das Shuttle vom Hostal nehmen koennen. Haette uns total 70 Dollar gekostet, dafuer waeren wir nach 1.5 Stunden ohne durchgeklopften Hosenboden am Zielort gewesen.

Am 22. Dez. um fuenf Uhr in der Frueh, starteten wir ins Abenteuer. Es begann mit einer 2 stuendigen Holperfahrt in einem Pickup ueber Stock und Stein und durch Fluesse. Schon auf dieser Fahrt sichteten wir bunte Voegel, wilde Orchideen und Wildschweine, sowie einen der schoenen, blauen Morphos. Schnell stellten wir fest, dass die Begeisterung unseres Guides Natu/ Alvaro etwas leicht Obsessives hat. Sollte uns nur recht sein. Es geht nix ueber motivierte Naturfuehrer auf einem solchen Trip. 

Zu Fuss ging es weiter. Zuerst entlang des Strandes. Anstrengend durch den Sand. Aber der Blick auf die maechtigen, tuerkisblauen Brecher und die wilde Schoenheit der Strandfauna entschaedigten fuer alles. Als der offizielle Dschungeltrail begann,  war Natu dann gottseidank zu beschaeftigt mit Referieren um mich alle 10 Minuten mit der Frage zu belaestigen, ob er nicht meinen schweren Rucksack tragen solle.
Von dem studierten Biologen lernten wir in den folgenden 7 Stunden enorm viel:

- es gibt im Regenwald Nuesse, welche wie die Haselnuss-Schoko Luxemburgerli von Spruengli aussehen. Sie enthalten eine Vorlaeufersubstanz von Dopamin und sind somit fuer die Therapie von Parkinsonpatienten interessant.

-Pecarries, die Wildschweine, werden auf Grund einer Substanz in den Yam Samen, welche sie fressen, unfruchtbar. Die Einheimischen und danach auch Europaer entdeckten dies. Daraufhin wurde auf Basis dieser Substanz die erste Pille zur Geburtenkontrolle entwickelt.

-Gewusst, dass Jasmin und Kaffe der selben Pflanzenfamilie angehoeren, Pumas Schildkroeteneier moegen, Tapire tauchen koennen und manche Ameisen in Dornen von Farnen leben um Parasitenbefall zu verhindern?!
Etc......

Schliesslich kamen wir am Wegabschnitt entlang des Strandes an,  welcher kritisch war wegen der Flut. Der Strand ist dort nur schmal und landseitig durch eine Felswand begrenzt. Leider ist Natu nicht der geborene Wellenleser. Als er schliesslich das Kommando zum losrennen gab, war es fuer Flo und mich als hinterstes Glied schon zu spaet. Waehrend das andere Paerli einigermassen trocken durchkam, wurden wir von der Seite gebadet und von oben geduscht mit Salzwasser. Gottlob war die Kamera im Drybag. Aber die Kleider trockneten wegen des Salzes und der hohen Luftfeuchtigkeit die drei Tage nicht mehr. Die Schuhe waeren so oder so nass geblieben, wir hatten noch nie zuvor so viele Fluesse und Baeche durchquert. War nicht schlimm. Es war so warm, dass wir Tag und Nacht im Badezeug haetten rumlaufen koennen. 

Am 23. erkundeten wir 15 km primaeren und sekundaeren Regenwald um die Rangerstation Sirena, wo wir unser Zelt aufgeschlagen hatten. Sekundaer bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Regenwald in dem Gebiet erst seit den 40ern wieder nachwaechst, weil vorher Goldgraebersiedler das Territorium fuer sich beanspruchten.
Wir badeten in einer herrlich kuehlen Lagune, beobachteten Krebslein, welche auf Grund ihrer orangen Beine Hallowen Krebse genannt werden und fluechteten vor einem Affen, der es sich offensichtlich zum Ziel gesetzt hatte, uns auf den Kopf zu 'bislen'. 
Und wir beobachteten belustigt unseren 34 jaehrigen Vogelfan Natu, der vor Glueck ueber die Sichtung eines weissen Habichts (offenbar hoellisch selten) total aus dem Haeuschen geriet. Noch zehn Minuten, nachdem der Vogel schon laengst die Fliege gemacht hatte, brabbelte er selig vor sich hin wie beautiful das Tier doch gewesen sei. Selbstverstaendlich pflichteten wir bei.
Am Abend spaet, als es in der Schweiz schon der 24. war, zauberte Flo ploetzlich drei Paeckli aus seinem Rucksack. Yuhuuuu! Sogar eingepackt in 'Feliz navidad' Geschenkpapier. Zum Geburi Yazzi-Wuerfel (das erste Set ging verloren, war ein herber Verlust), zu Weihnachten ein Buch und weil ich sein Liebstes bin, einen Makroadapter zum Foetele. Konnte es kaum fassen.

Am 24. verliessen wir um 4 Uhr Morgens diesen friedlichen Ort und marschierten zurueck in die Zivilisation. Gleich neben der Station sichtete Flo im Lichtkegel der Stirnlampe ein Paar glaenzende Augen. Diese Augen und die geschmeidigen Bewegungen des nur schemenhaft sichtbaren Tieres erinnerten frappant an Monsieur Monello. Ein Katzentier. Puma, wie bestellt zu meinem Geburi:-)
Es war bewoelkt. Surreale Stimmung entlang des Strandes. Was fuer ein Ausflug. Ein wuerdiges Weihnachtsgeschenk an uns selbst.

Zurueck in Puerto Jimenez sprinteten wir, verschwitzt und schmutzig wie wir waren, ins Internetkaffe und riefen unsere Familien an. Denn was ist schon Weihnachten, ohne die vertrauten Leute zu Hause!
An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschoen fuer all die Glueckwuensche, welche mich an diesem Tag ueber Telephon und via Internet in Form von Mails und sogar Video-Happy-Birthday-Songs erreichten. Ich habe mich wahnsinnig gefreut.
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Comments

Ferdi on

Hoi zäme
Eifach sackstarch, dä Bricht u d'Bilder!
E liebe Gruss, Fe

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