Klar und klar = blau, alles klar?

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Costa Rica  , Guanacaste,
Friday, December 9, 2011

"They say when god finished painting the sky blue, he washed his paintbrushes in the Rio Celeste"

Soviel zur mythologischen Erklaerung der Wasserfarbe des Rio Celeste, dessen Besichtigung wir uns zum Ziel gesetzt hatten.

Der Rio Celeste fliesst durch den Tenorio Vulkan-Nationalpark im Norden Costa Ricas. Perlen des Parks sollten eigentlich, wie dem offiziellen Namen nach nicht anders zu erwarten, die vier Vulkangipfel sein. Es erstaunte mich nach der Flussbesichtigung allerdings nicht mehr, weshalb alle Einheimischen immer nur von diesem Naturphaenomen sprechen und den NP eigenmaechtig in Rio Celeste NP umgetauft hatten. 
Auch ueber die statistisch und tatsaechlich geringen Besucherzahlen wunderte ich mich nach der Anreise nicht mehr. Die letzten 15 km ueber eine holperige dirt road, welche ihren Namen so was von verdient, waren sogar in unserem 4WD Mietwagen gelinde ausgedrueckt eine Qual. Ganz abgesehen von all dem Mastvieh ( Kuehe, Schweine, Huehner), welches sich uns todesmutig und oft sehr unverhofft in den Weg stellte.  Auf der Hauptstrasse im 80er wohlbemerkt.

Nun, die Muehe hat sich gelohnt. Am Parkeingang drueckte uns der Waechter eine skizzenhafte Lagebeschreibung, Kunsthandwerk selbstredens, in die Hand und wir stiefelten los. Es ging durch saftig gruenen Dschungel bis hoch zum Ursprung des blauen Flusses.

Hatten wir schon auf dem ganzen Weg hierher wie die kleinen Kinder ueber all die farbigen Pflaenzli und die Blattschneiderameisen, welche den halben Dschungel abzutransportieren schienen, gestaunt, so blieb uns nun an dieser Quelle endgueltig der Mund offen stehen! Zwei Fluesse mit klar durchsichtigem Wasser vereinigen sich hier zu einem kleinen Strom, dessen Wasser BLAU ist. Die Ursache fuer dieses Wunder soll laut der Wissenschaft chemischer Natur sein. Der eine Fluss spuelt Vulkanschwefelmineralien an, der andere Calciumcarbonat. Interagieren diese zwei Mineralien, resultiert blaues Wasser. Oder schwang etwa doch Gott seine Pinsel:-)? So oder so, cool ist die ganze Sache allemal

Auf dem Rueckweg schwenkten wir unsere Fuedli in den warmen Quellen, welche im Gegensatz zu den kommerzialisierten in La Fortuna gratis, absolut spektakulaer gelegen und die meiste Zeit touristenfrei sind. Ueber unseren Koepfen flatterten die Morphos (blauste Schmeterlinge). Paradise! Die Abschlussszene bot der blaue Fluss, der in einen Wasserfall mit hellblauem Pool muendet. 

Zurueck gings durchs gruene Huegelland. Waeren da nicht all die Palmenzuchten, Ecofarmen und Ananasfelder gewesen, haetten wir uns glatt in den 'Emmentaler Hoeger' gewaehnt. 
Und dann doch wieder typisch Zentralamerika: fahren hinter einem Car her auf dessen Heckscheibe wiedereinmal ausladend die Aufschrift "en Dios confiamos" prangt. Ist ja schoen fuer sie. Finde die Botschaft jedoch im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr nach wie vor etwas schwierig!

Am Abend packte zumindest Flo dann entgueltig das Heimweh. 
An der Laguna Arenal hatte sich der Schweizer Franz Ulrich vor 48 Jahren mit seiner Frau eine kleine Hotelanlage namens 'La pequena Helvecia' aufgebaut. Auf dem Gelaende finden sich Unterkuenfte und ein Resti im Chaletstil. Eine Bergbahn mit Tunnel und Viadukt, welche bei einem Drehrestaurant endet. Ein Kuhstall mit waschechten Simmetaler Chuee, ein AEBI-Selbstfahrer und ein mini Chilchli. Und dann steht da noch der silbrig-rote Touristenbus. Vorne mit der Anschrift 'Arenal-Tours', seitlich mit dem Schriftzug 'Automobilverkehr Frutigen-Adelboden'....jawoll, einer der alten, 2stoeckigen Skibusse. Fee Floerli entpuppte sich als Nostalgiker. 
Nach einem Schwatz mit Franz genehmigten wir uns ein Fondue. Ist ja schliesslich Dezember. Die Kaesemischung war zwar nicht gerade Chlidietu-Chaesi Niveau, aber das tat dem Erfolg dieses Tages keinen Abbruch. Strahlend wie die Maikaefer sassen wir an diesem Tisch mit rot-weiss karrierter Decke, zwischen Weihnachtsbaum und Kuhglocken, vor uns das dampfende Caquelon und lauschten der Schweizer Handoergelimusik. Nicht einmal vom Geko an der Wand liessen wir uns unsere Illusion dieses Heimatausflugs zerstoeren.
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Comments

Barbara on

und wann gibt's die bildli von diesem blauen wasser??? will ich sehen! ;-)

grussele,
barbara

Silvia Flück on

Habe wieder einmal einige Stunden in euren Blogs verbracht. Dabei vergisst man schier in einer sicheren Winterstube ohne Vulkanstaub, Blattschneideameisen, Sauerstoffflasche, .... zu sitzen! Dieses geheimnisvolle Wasserblau haben wir in Australien beim Mt Gambier in einem Kratersee bestaunen können! Danke für eure kurzweiligen Berichte mit Verzauberungseffekt!

Martin on

Habe sie Euch jetzt auch die andere Kamera gemopst?

onthesunnyside
onthesunnyside on

Nein, Scheiss Vista PCs in La Fortuna...unbrauchbar

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