Goldfieber

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Costa Rica  , San José,
Wednesday, December 7, 2011

Aufmerksame Leser unseres Blogs haben vielleicht bemerkt, dass wir schon lange kein Museum mehr besucht haben. Dies hat, wir gebens zu, vor allem mit Desinteresse unsererseits zu tun. Das Goldmuseum in San Jose hat uns deswegen gefallen, weil hier die ausgestellten Gegenstaende sehr interessant und kurzweilig in einen Kontext gesetzt werden, so zum Beispiel mit allen fuenf Arten von katzenhaften Raubtieren, welche in Costa Rica vorkommen. Einige der Exponate sind interaktiv, (ohne Computer!), so dass wir auch unseren Spieltrieb ausleben konnten.

Viele der praekolumbianischen Hochkulturen in Zentral - und Suedamerika waren kunsthandwerklich sehr aktiv und betrieben untereinander regen Handel u.a entlang der Karibikkueste. 
1502 landete Christopher Kolumbus auf seiner vierten Reise in die "neue Welt" an der Kueste Costa Ricas. Als er die indigene Bevoelkerung mit all ihrem Goldschmuck antraf, benannte er seine "neu entdeckte Kueste" Costa Rica = reiche Kueste. Die Europaer begannen sogleich, sich einen Teil des Reichtums zu sichern. Des oeftern auch ohne ehrenhafte, handelsmaennische Gegenleistung (Pluenderung, Erpressung: Gold gegen entfuehrte Stammesfuehrer...).

Im Jahre 1950 begann die Zentralbank Costa Ricas praekolumbianische Stein-, Keramik- und Goldartefakte zu sammeln. Ziel: Erhalt und Schutz costaricensischen Erbes. Die Fundstuecke sind datiert von 500 BC bis 1600. Seit 1982 hat diese archaeologische Kollektion eine permanente Heimat im Museo de oro gefunden. Trotz aller Anstrengungen sind die gewonnenen Erkenntnisse ueber die Gesellschaften, welche diese Gegenstaende schufen und benutzten, marginal. Ursache ist, nebst den Grabespluenderungen durch die Spanier, das in der juengeren Vergangenheit entflammte kommerzielle Interesse an den archaeologischen Funden.

Die Besichtigung dieser gueldenen Wonne wollten wir uns nicht entgehen lassen. Ueber 2.5 Stunden sahen wir uns normalen Goldschmuck, Kampfschmuck der Krieger, die edlen Grabbeigaben und die kleinen Hilfsfiguerchen der Schamanen fuer religioese/spirituelle Riten und heilerische Seancen an. 
Schamanen waren die wichtigsten Spezialisten in der Fuehrungsrige der praecolumbianischen Kulturen. Sie besassen, so glaubte man, die Faehigkeit in jenseitige Welten vorzudringen. Goldene Miniaturnachbildungen von Land-, Wasser und Luftwesen wurden von ihnen als Mediatoren oder Hilfsgeister eingesetzt. Frosch-und Vogelimitationen waren dabei besonders beliebt. Der Frosch, weil er in zwei verschiedenen Medien ( Luft und Wasser) leben kann und somit des Schamanen Faehigkeit, in verschiedene Welten zu reisen, verkoerperte. Der Vogel, weil die Aggressivitaet gewisser Spezies die Macht des Schamanen symbolisierte, negative Kraefte zu bekaempfen.

Wie gut die Leute von damals ihre Umwelt kannten und mit ihr interagierten, bezeugen diverse Stein- und Keramikalltagsgegenstaende (z.B eine Platte zum Kornmahlen), welche in Form einwandfreier Imitationen von Jaguaren, Pumas, Tiger etc. gestaltet wurden.

Zur Bearbeitung des Goldes und der anderen Metalle bedienten sich die Kulturen je nach Region unterschiedlicher Techniken. Zum einen gab es die Haemmertechnik zum anderen die lost-wax-technique. Bei letzterer wurde der Schmuck oder das Hilfsgeisterchen fuer den Schamanen zunaechst mit Bienenwachs geformt und dann in eine spezielle Kleie eingemauert. Danach gossen sie das erhitzte Gold/Metall durch einen kleinen Zulauf ins Kleiegrab. Der Wachs schmolz infolgedessen und floss durch einen kleinen Abfluss an der Unterseite des Gefaesses ab. Das Gold haertete aus und voilą, fertig war das Hippiegspaenschtli. 
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