Sheep River Provincial Park

Trip Start Apr 07, 2011
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Trip End Dec 08, 2012


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Flag of Canada  , Alberta,
Saturday, July 9, 2011

Wilderness ungeplant
Wann immer wir in der Natur draussen sind, gehen wir natuerlich auch Wandern. Die National- aber auch die Stateparks haben ein Netz von Wanderwegen, von halbstuendigen rollstuhlgaengigen Autobahnen bis zu Routenvorschlaegen fuer mehrtaegige Wildnistreks, hier Backcountry Hikes genannt. In Ermangelung guten Kartenmaterials, bewegen wir uns meistens in der obersten Klasse der markierten Wanderwege, so an die 20km Strecke und bis 1000 Hoehenmeter duerfen es schon sein. Im Sheep River Provincial Park, suedlich von Calgary ging ich ins Visitor Centre, um mir die Wegskizzen und Empfehlungen fuer einen Trail abzuholen und mich nach Zustand, Wetter und nicht zuletzt auch Baeren zu erkundigen. Alles bestens, Topokarten seien nicht noetig. Wir sollten also am naechsten Tag keine Probleme haben. Oder so...
Den Trailhead, also den Einstiegspunkt, zu finden, kostete uns eine gute halbe Stunde und Zusatzkilometer im Wald. Von da an ging alles glatt und auch eine vom Unwetter weggerissene Bruecke konnte uns nicht aufhalten. Es ging stetig und steil aufwaerts, wir konnten einen fuetternden Specht beobachten und ein Reh mit zwei Jungen lief uns direkt vor die Nase. Am hoechsten Punkt angekommen, ging es auf der anderen Seite des Bergrueckens wieder hinunter. Wir gelangten schliesslich in ein relativ breites Bergtal mit vielen Waldlichtungen, Baechen und gruenen Wiesen. Hier wurden die Wegmarkierungen spaerlicher und der kuemmerliche Rest des Weges gabelte sich zu allem Uebel immer weiter auf, kam wieder zusammen oder verlief sich an irgendeinem, in unserer "Karte" nicht eingezeichneten Bachlauf. Man versuche einmal, in einem flachen, bewaldeten Tal die Topografie anhand von unvollstaendig eingezeichneten Wasserlaeufen einzuschaetzen. Da haette auch unser Kompass, natuerlich im Auto, nichts mehr geholfen. Als wir dann feststellten, dass wir tatsaechlich beinahe einen Kreis gelaufen waren ( das kann uns doch nicht passieren!), beschlossen wir, den Weg zurueck zu gehen, obwohl wir von unserer Rundwanderung schon mehr als drei Viertel zurueckgelegt hatten. So an die 15km erwarteten uns und Hoehenmeter waren es auch mehr als 700. Cloeidi kochte vor Wut und wollte moeglichst schnell jemandem an die Gurgel, in etwa 3 Stunden wuerde die Gefahr eines Bear-Encounters infolge der Daemmerung stark ansteigen. Das ging an die Nieren und so lief sie ziemlich forciert in den groben Anstieg hinein. Resultat: wir fanden zwar den Einstieg in den alten Weg wieder, aber der Aufstieg zurueck war alles andere als ein Zuckerschlecken. So lang ist mir noch nie ein Weg vorgekommen. Der Umstand, dass wir den ganzen Tag ueber niemanden sonst hier gesehen hatten und das Wetter auch noch schlechter wurde, liess uns nicht gerade entspannter laufen. Nach dreieinhalb Stunden forciertem Marsch waren wir gluecklich, die Strasse im Tal unten vor uns zu sehen. Die letzten zwei Kilometer zum Auto zurueck nahmen uns zwei Locals mit, welche uns sagten, dass die Wege hier mangels Geld nicht mehr gepflegt wuerden. Koennte man uns auch VORHER sagen. Nun den, jeder Wanderer ist fuer sich selbst verantwortlich und wir hatten nun unsere Backcountry-Erfahrung gehabt. Anstatt 20 Kilometern waren es halt am Schluss ca. 33 und das doppelte an Hoehe. Wir fragen nun immer zweimal nach dem Wegzustand und benoetigtem Kartenmaterial. So geht das!
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