Auf dem Pacific Coast Highway

Trip Start Sep 05, 2006
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Trip End Sep 27, 2006


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Where I stayed

Flag of United States  , California
Wednesday, September 6, 2006

Dank Extrem-Zeitzonen-Jumpings sind wir natürlich schon in aller Frühe wach. Da bietet es sich an, nach Salinas zum Monterey County Clerk zu fahren und die Bürokratie für die Hochzeit abzuwickeln. Das Amt macht um 8 Uhr auf, keine 10 Minuten später stehen wir auch schon auf der Matte. Wir füllen einen Antrag auf Ausstellung einer Marriage License aus, schwören mit erhobener Hand, dass in dem Antrag nichts gelogen ist, zahlen 69 Dollar Bearbeitungsgebühr und halten nach einer Viertelstunde das Dokument in der Hand. Das ging fix. Die Beamtin kann gar nicht fassen, dass wir so weit geflogen sind um zu heiraten...

Jetzt gibt es erstmal Eier, Pancakes und alles, was zu einem ordentlichen amerikanischen Frühstück dazugehört, in einem kleinen Café in Downtown Salinas. Naja, Downtown... Es gibt eine ganz hübsche Main Street, die man irgendwie aus den 50er Jahren hinübergerettet hat, ohne dass die Gebäude einem Parkplatz hätten weichen müssen. Jetzt lässt sich die Straße fast schon als "Historic District" vermarkten. Das Frühstück ist jedenfalls großartig und auf dem Weg zurück nach Monterey kommt sogar hier und dort die Sonne durch. Wird auch Zeit. An der Küste selbst ist aber nach wie vor dichter Nebel die Macht.

Zusammen mit unseren Freunden machen wir uns dann auf Richtung Süden. Der Julia Pfeiffer Burns State Park ist das erste Ausflugsziel. Beim letzten Kalifornien-Urlaub hatten wir uns tatsächlich den berühmten Wasserfall am Strand entgehen lassen. Damals Versäumtes soll nun nachgeholt werden. Und kaum sind ein paar Kurven auf dem Highway 1 gefahren, reißt auch schon der Nebel auf und die Sonne strahlt vom Himmel. Wir halten bei erstbester Gelegenheit an und genießen den Blick auf das türkisblaue Wasser. Großartig!

Das mit dem Nebel ist aber nicht ganz ausgestanden: Die Fahrt geht immer abwechselnd durch dichte Suppe und strahlenden Sonnenschein. Das Wetter sorgt wirklich für dramatische Momente an dieser an sich schon spektakulären Küste und so lassen wir uns über eine Stunde Zeit für die 40 Meilen bis zum State Park.

Auf dem Parkplatz angekommen hinterlegen wir brav acht Dollar im dafür vorgesehenen Kästchen. Außer uns scheint das kaum jemand zu tun. Ich finde aber, dass das Geld hier gut angelegt ist, auch wenn wir nur den kurzen Pfad zum Aussichtspunkt gehen. Schließlich sind Einrichtungen wie diese die ersten, die staatlichen Etatkürzungen zum Opfer fallen. Leider krallen sich ausgerechnet in der kleinen Bucht am Wasserfall die Wolken fest. Schade zum Fotografieren, aber trotzdem wunderschön.

Nach einer Weile stummer Bewunderung satteln wir wieder die Impalas und machen uns auf den Rückweg nach Carmel. Wir schauen beim Reverend vorbei, der uns am nächsten Tag zu Mann und Frau erklären soll. Bryan ist ein cooler Typ: dürfte Mitte 50 sein mit blankpolierter Glatze, fährt einen Pick-Up Truck und erzählt uns beim Lunch, wie er Anfang der 70er durch Europa getrampt ist und dort gelernt hat, dass der (christliche) American Way of Life nicht der allein selig machende ist. Seitdem ist er für alle möglichen Lebensentwürfe offen, egal welchen Glaubens man ist - oder auch nicht. Hauptsache Love & Peace. Passt jedenfalls wunderbar an diesen Ort. Wir verabreden uns zur Trauung am nächsten Tag um 13 Uhr am Strand von Carmel-by-the-Sea. Das ist doch mal ein Date!

Anschließend schauen wir uns noch die Stelle für morgen an. Dort weht ein kräftiger Wind, der jetzt die Wolken wieder landeinwärts treibt – uns beschleicht ein etwas mulmiges Gefühl. Aber vielleicht haben wir morgen ja mehr Glück mit dem Wetter.

Nach einem Stopp im lokalen Safeway Supermarkt und der Besorgung von Getränken und allerlei Kleinigkeiten fahren wir dann endlich ins Hotel. Die Unterkunft haut uns ziemlich aus den Schuhen: Die Carmel Valley Ranch ist ein Ressort, etwa 10 Meilen von Carmel entfernt und traumhaft in den Hügeln gelegen. Der Golfplatz wird zwar gerade generalüberholt, aber sonst ist alles vom Feinsten. Da ich bei der Reservierung angegeben hatte, dass wir zur Hochzeit anreisen, gibt es gleich mal ein Upgrade in eine Suite mit eigenem Whirlpool auf der Veranda. Wobei auch die Standardsuites mit Wohnzimmer und Kamin ausgestattet sind. Sehr gemütlich. Zum Empfang begrüßt uns ein kleines Rudel Rehe vor der Zimmertür.

Die Abendgestaltung steht damit fest: „Cold beer in the hot tub.“ Vorher fahren wir noch mal nach Monterey in die Cannery Row zum Essen. Das Bubba Gump ist zwar eine echte Touristenfalle, aber frittiertes Seafood eine Leidenschaft von mir. Bis auf Conny können sich alle mit der Auswahl anfreunden. Der Braut hat die Aufregung vor der Hochzeit auf den Magen geschlagen. Oh je! Kein Bier für sie heute Abend. Und auch nichts von dem Sekt, den uns das Hotel komplimentärer Weise in die Suite stellt.

Unterkunft: Carmel Valley Ranch (267 Dollar)
Gefahrene Meilen: 130
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