Arches, Goblins und ein Slot Canyon

Trip Start Sep 05, 2006
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Trip End Sep 27, 2006


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Flag of United States  , Utah
Thursday, September 21, 2006

Heute beeilen wir uns mal mit dem Frühstück und verabschieden uns von Kim und David. Ins Gästebuch schreiben wir noch, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden. Das Cali Cochitta hat uns sehr gut gefallen. Und in Moab gibt es noch so viel zu unternehmen: Rafting auf dem Colorado, eine Fahrt durch die La Sal Mountains, unzählige Touren in den Canyonlands...
 
Weil die Sonne morgens lacht, für später aber schon wieder Regen angesagt ist, machen wir uns zeitig auf in den Arches NP. Den Delicate Arch wollen wir auf jeden Fall im Sonnenlicht sehen. Die Wanderung dahin macht Spaß. An einem uralten Farmhaus vorbei geht es über glatte Felsen und am Ende einen schmalen Sims. Dann biegt man um eine Ecke – und der Arch steht vor einem. Für diesen Anblick wurde das Adjektiv „majestätisch“ wohl erfunden. Der Bogen ist auch viel größer als wir ihn uns vorgestellt haben. Der Delicate Arch ist auf jeden Fall eines der Highlights der Reise!

Auf dem Rückweg schauen wir noch nach den Petroglyphen kurz vor dem Parkplatz, dann ziehen sich auch schon wieder Wolken zusammen. Wir fahren noch zum Double Arch. Dann wird es so grau am Himmel und der Park auch so voll, dass wir beschließen weiterzufahren. Immerhin steht heute noch ein bisschen Programm an.

Näxt Stop: Goblin Valley! In das Tal voller knubbeliger Felsen führt ein Abzweig vom HW 24, den wir nach zwei Mal Linksabbiegen erreicht haben. Das erste Mal nach 30 Meilen hinter dem Arches Nationalpark von der 191 auf die Interstate 70, das zweite Mal nach weiteren 34 Meilen eben auf die 24. Die führt entlang der San Raffael Swell nach Südwesten weitgehend durch Nichts. Aber die Berge sind hier nett anzusehen weil bunt gestreift. Nach 23 Meilen erreuchen wir die bestens ausgeschilderte Straße zum State Park. Auf der geht es noch mal 20 Meilen (also für hiesige Verhältnisse ein Katzensprung) bis zur Ranger Station. Der Eintritt kostet 5 Dollar und wir erkundigen uns gleich, ob der Little Wild Horse Canyon in der Nähe sicher zu betreten ist. Den wollen wir auf jeden Fall noch besuchen. Jetzt aber erstmal zu den Goblins.
 
Goblin Valley ist wirklich ziemlich drollig. Vor allem im hinteren Bereich gibt es unzählige, dicht beieinander stehende Felsen, die tatsächlich an Gnome erinnern. Oder an die Häuser der Schlümpfe. Die Formationen sind nur hier zu finden und auf unterschiedlich feste Sandsteinschichten zurückzuführen. Wie Pilzköpfe sind die härteren Felsen auf den weicheren Unterlagen liegen geblieben. Wir spazieren eine ganze Weile zwischen den Goblins umher, aber der Blick zum Himmel verspricht schon wieder nichts Gutes. Nach einem kurzen Snack am Picknickplatz fahren wir daher weiter auf einer Dirt Road zum LWHC. Die ist mal in einem Topzustand! Kurz vor Ende der Straße wissen wir warum, denn vor uns fährt eine Maschine, die die Strecke begradigt. Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
 
Der Little Wild Horse Canyon ist zwar einer der bekannteren Slot Canyons im Südwesten. Am Trailhead stehen aber nur drei weitere Autos und in den nächsten Stunden sehen wir gerade mal zwei Menschen. Der Canyon ist einfach spektakulär mit engen Stellen, die geformt sind wie in Antelope, Rillen wie in der Wave und steil aufragenden Wänden wie in den Zion-Narrows. Wir haben uns eigentlich nicht viel vorgenommen, weil die Rangerin vorhin meinte, an einigen Stellen stünde das Wasser knöcheltief im Canyon, der Boden ist aber fast völlig trocken.
 
Vom Parkplatz aus geht es zunächst ein trockenes Flussbett entlang mit einigen knorrigen Bäumen am Ufer. Dann teilt sich das Tal in den Bell und den Little Wild Horse Canyon. Beide Schluchten lassen sich auf einem Rundweg verbinden. Das schaffen wir aber schon zeitlich heute nicht, deshalb wollen wir nur so weit wie es geht in den LWHC reingehen. Dazu klettern wir über einen Felsabbruch, der aber kein größeres Hindernis darstellt. An einigen Engstellen im Canyon selbst gibt es später noch weit unüberwindlicher scheinende Felsen zu erklettern. Uns macht das hier aber richtig Spaß!

Nach einer Stunde wird der Canyon dann weiter. Hier machen wir kehrt, denn den aufregendsten Teil haben wir jetzt passiert und mehr Zeit ist auch nicht. Wir wollen aber auf jeden Fall irgendwann mal zurückkommen und dann den Rundweg gehen. Um 17 Uhr sind wir zurück am Auto und fahren wieder auf die 24. Übrigens bei schönstem Wetter. Die Wolken von vorhin sind weitergezogen.
 
Vor uns ragen die Henry Mountains auf, eines der letzten Stücke unberührter Wildnis der USA, wo angeblich noch wilde Bisons grasen. Bei Hanksville (Liste bitte!) biegt der Scenic Highway dann nach Westen ab und geht entlang des Fremont River. Damit wechselt auch die Landschaft komplett, denn statt durch Steppe und bunte Felsen fahren wir jetzt durch grünes Farmland. Wie so ein Fluss alles verändert!

Dann muss ich wieder mal scharf bremsen: vor uns steht ein Wasser triefender dreibeiniger Hund auf der Straße. Kein Witz! Ich bitte Conny, doch mal aufzuführen, was uns hier schon alles vor den Kühler gelaufen ist. Mit dem Leben davongekommen sind: zwei Kojoten, Truthähne, Kühe, ein Esel, diverse Gabelböcke, zwei Hirsche, eine Pferdeherde und jetzt dieser erbärmliche Köter. Von den Streifenhörnchen ganz zu schweigen. Erwischt haben dürfte ich ein kleines Vögelchen. Gibt dafür aber weder Spuren noch Zeugen. Die Straße führt dann mitten durch den Capitol Reef National Park, der vor allem durch jenen Fremont River geprägt ist. Hier wachsen sogar Obstbäume, an denen sich die Besucher kostenlos bedienen können. Sehr idyllisch und früher sicher ein Paradies für die mormonischen Siedler. Immerhin ist ringsherum nichts als Wüste, dazu die steil aufragende Verwerfung der Waterpocket Fold.
 
Gleich hinter dem Westeingang des Parks liegt das Städtchen Torrey, Zentrum des Tourismus in dieser Gegend. Die Hotels stehen ziemlich verstreut entlang der 24, die im Ort die Main Street darstellt. Das Best Western ist gleich die erste Unterkunft nach dem Park und bietet einen wunderschönen Blick auf das steile Capitol Reef. Hier checken wir ein, fahren dann aber noch mal nach Torrey rein und besorgen uns Burger und Pommes bei Brink’s, einem ziemlich trostlosen Diner mit Plastikstühlen und gekachelten Wänden. Das Essen hat alles die gleiche Farbe, schmeckt aber okay. Und heute Abend muss es unbedingt Fast Food sein, denn in der Glotze kommt die erste Folge der neuen „Emergency Room“-Staffel...

Ich fahre später noch mal raus aus der „Stadt“, denn ich will den Sternenhimmel sehen. Eine Meile außerhalb der City Limits ist es stockfinster. Nicht so dunkel wie bei uns in der Nacht, sondern wirklich pechschwarz. Man sieht nichts, man hört nichts. Der einzige Sinnesreiz sind die glitzernden Diamanten, die am Himmel über einem ausgeschüttet sind. Sagenhaft!

Unterkunft: Best Western Capitol Reef (80 EUR Über DERTour)
Gefahrene Meilen: 237
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