Ab in den Glutofen

Trip Start Sep 05, 2006
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Trip End Sep 27, 2006


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Where I stayed
Furnace Creek Resort

Flag of United States  , California
Tuesday, September 12, 2006

Okay, heute wird definitiv nicht gewandert. Gar nicht! Zum Frühstück müssen wir auch wieder nur über die Straße gehen. Neben Bodie Mike’s gibt es Nicely’s, einen typischen Diner. Damit kann man mich immer aus dem Bett locken. Der Kaffee in dem Laden ist allerdings ein Tiefpunkt der Reise. Pfui!

Auf zum Mono Lake Visitor Center! Der See hat eine sehr interessante Geschichte: Über eine Million Jahre alt, mit vulkanischen Inseln aber ohne Abfluss und daher zweieinhalb Mal so salzhaltig wie Meerwasser. Und acht Mal so alkalisch. Bis in die 1940er Jahre war die Gegend ein beliebtes Ferienziel. Dann zapfte die durstige Stadt Los Angeles den Mono Lake an – und ließ den Wasserspiegel um 12 Meter sinken! Über die freigelegte Fläche blies der Wind ekligen Staub durch das Tal – weg waren die Touristen. Dafür marschierten nun die Kojoten trockener Pfoten in die Brutgebiete der zu Hunderttausenden hier nistenden Vögel, die einst sicher auf den Inseln hockten.

Nach 16 Jahren harten Kampfes vor den Gerichten erreichten Umweltschützer schließlich 1994 einen Stopp der Wasserentnahme. Die Zuflüsse aus der Sierra Nevada und aus unterirdischen Quellen sollen nun dafür sorgen, dass der See wieder um über 5 Meter steigt. Dann wird auch ein Teil der Kalziumkarbonat-Türme, der Tufas, die man jetzt an den Ufern bewundern kann, wieder im Wasser versinken. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. 

 Nach dem Visitor Center, das etwa drei Meilen nördlich von Lee Vining am HW 395 liegt, fahren wir ans Nordufer des Sees, wo man auf einem Holzsteg durch den trocken gefallenen Uferbereich und an einigen Tufas vorbei gehen kann. Unzählige Vögel machen hier ein Riesentrara und der bakterienhaltige Uferschlamm stinkt nach faulen Eiern. 

Vom Mono Lake fahren wir schließlich auf der 395 nach Süden, Richtung Death Valley, unserem heutigen Ziel. Aber schon kurz hinter Lee Vining können wir einem verlockenden Hinweis-Schild zum "June Lake Loop" nicht widerstehen. Die Route 158 führt durch malerische Ferienorte an vier Seen vorbei, im Winter Kulisse eines beliebten Skigebiets. Unglaublich wie schnell man hier wieder in einer alpinen Landschaft ist, wo sich ein paar Kilometer weiter öde Wüste ausbreitet. Der Loop führt schließlich zurück auf die 395, die kurz vor Bishop auf einer steilen Rampe in das breite Owens Valley abfällt.

In Bishop halten wir an einem Supermarkt: es ist höchste Zeit, mal die Bilder von der Digicam auf CD brennen zu lassen, sonst ist der Speicher bald voll. Zum Glück gibt es jetzt überall die tollen Kodak-Automaten, an denen man das erledigen kann. Pech aber, wenn dem Supermarkt die Rohlinge ausgehen. Andere CDs als die von Kodak nimmt der Automat nämlich nicht. Immerhin: ich ergattere die allerletzte Scheibe, 120 Bilder lassen sich darauf runterladen. Und: wir finden sogar brauchbare Karten zum Versenden unserer Einladungen und Hochzeitsbilder. Sind designtechnisch nicht ganz vorne, aber besser als nix. Heute Abend ist Kartenschreiben angesagt. 
 
Nach einem Snack bei KFC fahren wir weiter Richtung Süden. Ich kann meiner Liste mit öden Orten, in denen ich nicht tot über dem Zaun hängen will, Flecken wie Big Pine und Independence hinzufügen. Lone Pine ist dann wieder ganz vorzeigbar: hübsches Westernstädtchen mit einigen Motels. Hier zweigt die 136 Richtung Death Valley ab. Die Landschaft wird bald wieder aufregender. Wir durchqueren in enger Kurvenfahrt in bunten Farben leuchtende Bergketten im Gebiet des Nationalparks, ehe wir das eigentliche Death Valley erreichen. Leider treten an unserem Auto wieder die Probleme mit den Bremsen auf. Mistkarre! Das Thermometer meldet schließlich 113 Grad Fahrenheit. Uff!

Wenn man bei der Hitze aus dem klimatisierten Wagen steigt, ist das, als würde man eine Backofentür öffnen. So halten wir auch im Death Valley nur einmal, nämlich an den sehr malerischen Sanddünen, lassen dabei aber den Motor laufen, damit die Klimaanlage nicht ausgeht, und sehen zu, dass wir zum Hotel kommen, der Furnace Creek Ranch.

Die Hotelanlage ist riesig, verfügt über ein eigenes Postamt, einen Golfplatz und auch sonst alles, nach dem der Tourist verlangen könnte. Uns ist nur nach Abkühlung – und die ist draußen nicht zu finden, Pool hin oder her. Eine kalte Dusche wäre nicht schlecht, ist aber nicht: das Wasser, das aus dem entsprechenden Hahn kommt, ist mit lauwarm noch zurückhaltend beschrieben. Absurd kommt uns auch vor, dass es im Bad eine Heizung gibt. Wahrscheinlich irgendeine Vorschrift. Angsichts der Hitze reduzieren wir unsere Aktivitäten für den heutigen Tag auf ein Minimum: Karten schreiben, Briefmarken kaufen und ein paar Sandwiches zum Abendessen. Und bei Alamo rufe ich an, um schon mal den Tausch des Mietwagens für den nächsten Tag anzusagen.

Unterkunft: Furnace Creek Ranch (88 EUR über Dertour)
Gefahrene Meilen: 250
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