Die geteilte Hauptstadt

Trip Start Feb 01, 2011
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Trip End Apr 30, 2011


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Flag of Cyprus  , Nicosia,
Wednesday, April 27, 2011

Ankunft: 27.04.2011 07:00 Uhr Limassol
Abfahrt: 27.04.2011 14:00 Uhr Limassol

27.04.2011...

Da wir nur bis um zwei Uhr in Limassol, Zypern, liegen, müssen wir früh aufstehen. Um sechs stehen wir schon unter der Dusche, und um sieben sind wir bereits auf dem Weg nach Nikosia, in die letzte geteilte Hauptstadt der Welt. Todmüde kommen wir nach anderthalb stuendiger Fahrt, noch quasi in der Morgendämmerung, im griechischen Teil der Stadt an. Zunächst laufen wir durch menschenleere Straßen, die Griechen liegen noch im Bett, bis zur St. Johannes Kathedrale, die wunderschön am Rande des verschlafenen Städtchens liegt. Die Kirche hat eher etwas von einem Bauernhof, die Stallungen sind noch zu sehen. Wir laufen von der Kathedrale, an dem Stadtgraben entlang, bis hin zu der Grenze. Auch hier gibt es den sogenannten Todesstreifen, obwohl heute nicht auf Menschen, die die Grenze überqueren wollen geschossen wird. Im Moment befinden wir uns noch auf der griechischen Seite. In den süßen Gässchen gibt es Schuhmacher, Feinkost Geschäfte, und Designer Boutiquen. Hier lässt es sich leben! Ein besonders einschneidendes Erlebnis: es gibt wieder feste Preise! Jedes noch so kleine Armband hat ein Preisschild. Obwohl wir das Handeln am Anfang genossen haben, sind wir jetzt froh uns nicht mehr mit jedem Händler streiten zu müssen.
Nachdem wir eine Weile durch die Gässchen gebummelt sind machen wir uns auf zur Grenze. Der Currywurst Stand "Checkpoint Charly" lächelt uns zwar an, aber von Currywurst und Pommes bekommen wir ja in zwei Tagen bestimmt wieder genug. Wir laufen weiter durch die Grenzzone, deren Bild von Bauruinen und Stacheldrahtzaun bestimmt wird. Dann müssen wir unsere Pässe vorzeigen und bekommen ein Visum für den Tag. Jeder der die Grenze passieren will wird genau beobachtet und dann nochmal von einem Sicherheitsbeamten kontrolliert.
Auf der anderen Seite der geteilten Stadt erwartet uns ein völlig anderes Bild. Während die griechische Seite von bunten Gässchen und kleinen Cafés beherrscht wird, erinnert die türkische Seite eher an einen Bazar. Die Bauruinen setzen sich fort, und die Straßen sind wenig gepflegt. Man kann sich kaum vorstellen, dass es sich um eine Stadt handelt. Trotzdem geht es bunt zu; Straßenhändler preisen ihre Ware an, überwiegend gefälschte Taschen. Es ist vor allen Dingen komisch plötzlich eine ganz andere Sprache auf der Straße zu hören. Wir laufen zu der berühmten Selimiye Moschee, deren Besonderheit ihre Herkunft ist. Sie wurde ursprünglich als Hagia Sophia gebaut und später dann zur Hauptmoschee der Osmanen auf Zypern umgewandelt. Das Bauwerk mit seinen spektakulären Türmen ist gewaltig, erinnert aber eher an ein Meisterwerk der gotischen Bauweise als an eine traditionelle Moschee. Wir setzen unsere Tour fort, wobei Sightseeing für uns bedeutet, dass wir uns einen Überblick über die vielen kleinen Läden verschaffen.
Die "Einreise nach Griechenland" geht schnell, wir zeigen unseren deutschen Pass und schon sind wir durch. Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen haben machen wir uns auch schon wieder auf den Heimweg. Somit geht der vorvorletzte Tag zu Ende.


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