9. Tag Vom Toten Meer zurück nach Amman

Trip Start Oct 02, 2009
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Trip End Oct 16, 2009


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Flag of Palestinian Territory  , Balqa,
Saturday, October 10, 2009

Lang hats gedauert - heute aber ein neuer Eintrag...

Am Morgen noch ein letztes Frühstück mit William und seiner Familie. Danach brechen wir gemeinsam auf Richtung Norden. William fährt im eigenen Auto voraus - er muss nach Amman.

Ich habe vor in der Hotel Gegend im Norden des Toten Meeres meine geschriebenen Postkarten abzugeben. Zumindest dachte ich, dass es an den Hotels bestimmt irgendwo ein Briefkasten gibt.
Während Hotelgäste sicherlich ihre Postkarten im Hotel abgeben können, für alle anderen Menschen ist es glaub ich in ganz Jordanien ein Abenteuer für sich, einen Briefkasten zu finden. Nach meiner Recherche gibt es in Jordanien nur wenige Briefkästen. Die die es gibt befinden sich wo? Na...Na...??? Ja richtig - bei den Postämtern! Die muss man aber auch erstmal finden. Und wenn man schon beim Postamt ist, kann man ja auch die Karten dort abgeben und braucht keinen Briefkasten mehr...
wieauchimmer...meine Karten wurde ich am Toten Meer auch an den Hotels nicht los. Denn dort sind wirklich nur Hotelanlagen mit Parkplätzen davor. Und die Hotels sind eingezäunt. An jedem Eingang sitzt gelangweilt ein Wachmann. Bis ich dem erklärt habe, dass ich nur meine Karten loswerden will, dachte ich mir, fahr ich doch lieber weiter und geniese den Tag.

So habe ich gleich auf dem ersten Parkplatz gewendet und bin weiter Richtung Norden gefahren. An der Stelle, wo die Strasse vom Toten Meer dann Richtung Osten abknickt sehe ich ein großes Schild nach Bethany - The Baptism Site. Dort soll ja Jesus von John (im Deutschen Johannes glaub ich) dem Täufer im - damals wohl noch reichhaltiger vorhanden und sauberen - Fluss Jordan getauft worden sein. Eigentlich stand diese Sehenswürdigkeit nicht auf meinem Plan, aber da ich nun schon Zeit übrig hatte und mir der Weg dahin ja förmlich "erleuchtet" wurde, fuhr ich kurzerhand nach Bethany.

Bethany befindet sich im sensiblen Grenzgebiet zu Israel. Am Eingang zur Sehenswürdigkeit ist ein Parkplatz. Dort werden die Tickets verkauft. Jedoch muss man sich aufdrängen und sagen, was man will, sonst kümmert sich keiner. Auch erhält man keine Auskunft, wie es denn dann weiter geht. Zum Glück hatte ich meinen "Lonely Planet", der mich aufklärte. Man muss auf einen Bus warten, der einen dann ins Grenzgebiet fährt. Der Bus ist eher ein LKW, auf dessen Ladefläche Bänke montiert sind.

Es ist kochend heiß. Zum Glück werden an Ständen Getränke verkauft, selbst die Preise, zwar etwas teurer als woanders, sind einigermaßen vernünftig. Die ganze Gruppe wird durch Gestrüpp geführt und an verschiedenen Stellen wird etwas erzählt. Da ich immer gewartet habe bis alle weitergelaufen sind, um Fotos zu machen, habe ich nicht alles von den Geschichten mitgekriegt. Die eigentliche Taufstelle von Jesus ist mittlerweile ziemlich ausgetrocknet und besteht nur aus überdachten Ruinen. Danach gehts weiter zur neu erbauten Griechisch Orthodoxen Kirche mit goldenem Dach. Direkt daneben ist ein Abgang zum Fluss Jordan - schlammig braun. Fünf Meter über dem Wasser befindet sich die Israelische Taufstelle - ja, auch dort soll Jesus getauft worden sein...

Während ich noch Fotos von der braunen Brühe gemacht habe, ist die Gruppe schon wieder zurück gegangen. Ein Soldat, der den Grenzfluss bewacht, hatte einen geblümten Damenhut und und eine kleine Digicam gefunden, den jemand dort vergessen haben muss. Mit einem geschulten Blick konnte er erkennen, dass weder der Damenhut noch die Kamera zu mir gehörte. Also nahm er die Kamera, setzte sich den Damenhut über seine Militärmütze und lief der Gruppe hinterher. Die Besitzerin von beiden Objekten hatte mittlerweile ihren Verlust bemerkt und kam zurück gelaufen, was zu einer herzlich lustigen Begegnung führte: Der Soldat mit Waffe und geblümten Damenhut auf dem Kopf überreicht der Touristin ihren Fotoapparat, auch von dem tollen Hut musste der Arme sich wieder trennen.

Dann wurde die gesamte Gruppe wieder zurück zum Bus geführt. Auf der Rückfahrt konnte ich besser die Gegend einsehen und stellte fest, dass es viele Baustellen gibt. Später erfuhr ich, dass das Königreich Jordanien kleine Landstücke an alle Kirchen/Religionsgemeinschaften abgetreten hat, nur mit der Auflage, dass sich die dann dort lebenden Mönche (oder wer auch immer) um Gärten kümmern. Das bedeutet, dass auf kleinem Raum eine große Anzahl an verschiedenen Religionen jeweils ihre kleine Kirche mit Garten haben werden. Somit wird auch die Wüstenlandschaft begrünt und wohl in einigen Jahren von jetzt wunderschön aussehen. Und vielleicht hilft ja das friedliche Nebeneinander der Religionen dort auch dem Friedensprozess im Nahen Osten.

Nach diesem Ausflug fuhr ich weiter nach Amman, wo ich im selben Hotel ein Zimmer fand, in dem ich schon Anfangs war. Leider konnte ich dort nur für eine Nacht ein Zimmer haben. Die Hochsaison hatte gerade begonnen und viele Hotels waren ausgebucht. Eine Nacht aber war sicher! Auch für Abends gab es bereits Pläne. Bashar, mein Fotofreund, der schon so viel für mich getan hatte, hatte in einem traditionellen Hammam einen Termin vereinbart. Bashar holt mich am 1. Circle ab und hat seinen Cousin (TT) mit dabei. Es stellt sich heraus, dass TT ebenfalls Couchsurfer ist und bietet mir kurzerhand an, die letzten Nächte bei ihm die Couch zu surfen...Aber zurück zum Hammam: Zuerst in den "Steamroom", den man nur in gebückter Haltung betreten konnte. Dort wurden uns eiskalte Getränke gereicht. Was es war konnte mir keiner sagen - leider - denn es war sehr lecker! Der Dampf öffnet die Poren. Danach kurz unter die Dusche und sofort in den heißen (ja, heiß!!!) Whirlpool. Nach einiger Zeit werden wir 3 von 3 Angestellten des Hammam abgeholt und eingeseift und abgerubbelt. Direkt danach kommt der Masseur: Ein Bär von 2 Metern. "My Name Fadel!" Fadel erzählt mir, dass er aus dem Irak kommt. Und: "If you need something: My Name Fadel!" (das höre ich öfters in den nächsten 30 Minuten...) Die 30 minütige Massage ist wunderbar. Später erzählt mir Bashar, dass er mal mit einem recht zierlichen Freund da war, der weder gut english noch arabisch sprach. Und als Fadel ihm mehrmals versucht hat zu sagen er soll sich umdrehen, dieser dass aber nicht verstand und nicht tat, hat Fadel einfach den zierlichen, eingeseiften Kerl genommen und rumgewirbelt bis er so lag, wie Fadel es wollte...

Nach dem Hammambesuch gings noch gemeinsam in eine Bar. Auf dem Weg wurde noch ein Freund abgeholt. Der stieg ins Auto und sagte als erstes: "Smells like turkish Bath". Nach ein paar Bier gings dann zurück nach Hause bzw. für mich ins Hotel für diese eine Nacht.

Der nächste Tag hielt dann nochmal einen Ausflug und ein anderes Abenteuer bereit...

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