2. Tag in Amman und 3. Tag Abfahrt bis Madaba

Trip Start Oct 02, 2009
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Trip End Oct 16, 2009


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Monday, October 5, 2009

Für den zweiten Tag war ich über Couchsurfing zum wöchentlichen Sonntags-Spaziergang verabredet (Amman Sunday Walk). 8 Uhr sollte Treff sein. Ich also schön zeitig aufgestanden und zum vereinbarten Treffpunkt gelaufen - war zum Glück nicht weit vom Hotel und ich bin am Abend vorher dort schon vorbei gekommen. So beim Sitzen und Warten kommen mir Zweifel. Früh um 8 Uhr ist alles noch zu und unbelebt in Amman. Die meisten Geschäfte machen erst gegen 10 Uhr auf. Zum Glück hatte ich den Post (Achtung: Englischer Begriff für einen Eintrag in einem Online Forum...) zum Weekly Sunday Walk ausgedruckt und in der Hosentasche. Also hab ich den Zettel rausgekramt und ooops... Wie ärgerlich, wenn man nicht richtig lesen kann: Der Treffpunkt ist ABENDS um 8 Uhr! Macht auch Sinn, denn Sonntag ist der erste Werktag der Arbeitswoche, da in islamischen Ländern das Wochenende am Freitag und Samstag ist. Die Arbeitswoche geht von Sonntag bis Donnerstag.

Nun gut: "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Da ich also eh schon wach war und meine Kamera und alles dabei hatte, bin ich also selbst los gezogen und habe ein paar Fotos gemacht. Zuerst ging es wieder Richtung Downtown. Dort über den Goldmarkt. Die ersten Läden waren schon auf und mitten aus einem Laden ruft jemand - ich soll ein Foto machen! Hat er meine Kamera gesehen, oder war ich nur so auffällig, weil es noch so früh am Morgen war - ich weiß es nicht. Aber gerne habe ich ein Foto gemacht. Der Ladenbesitzer war höchst erfreut. Wie ich schon am ersten Tag festgestellt hatte, wollen viele abgelichtet werden, sobald sie jemanden mit einer Kamera sehen. Natürlich habe ich diesen Spaß allein schon aus Höflichkeit mitgemacht. Zudem ersparte es mir aber auch Leute erst ansprechen zu müssen, ob ich sie Fotografieren darf.

Als nächstes kam ich zum Obst- und Gemüsemarkt. Am Anfang wurde noch aufgebaut, später dann alles voll im Gang - Geschrei, Gehandel, Gelächter etc. Eine neue interessante Bekanntschaft: ein Ägypter, der in Ägypten und Berlin Sozialarbeit studiert hat, aber in Berlin nicht arbeiten darf und Ägypten für Sozialarbeiter keine Arbeit gibt. Nun verkauft er frische Kräuter auf dem Markt (Suq) in Amman. Er fragt mich, warum ich in Jordanien und nicht in Ägypten Urlaub mache - Ägypten wäre so viel besser. Ich frage daraufhin, warum er dann hier in Amman ist. Seine Antwort: "Money!" Als die nächste Kundin kommt, verabschieden wir uns.

Weiter gehts durch Souvenirläden und was es sonst noch so gibt. Mein Freund Bashar erklärt mir später, dass es ein Jordanisches Phänomen ist, wie sich Geschäfte ansiedeln: Irgendwo macht irgendwann irgendein Geschäft auf. Ist dieses Erfolgreich, machen sofort drumherum jede Menge andere Läden auf, die genau das selbe verkaufen. So gibt es also den Gold-Suq, den Obst-Suq, den Souvenir-Suq, den Textilien-Suq, selbst den Petshop-Suq (eine Strasse, in der NUR Läden sind, die Haustiere verkaufen) und was auch immer noch irgenjemand gebrauchen könnte.

So verbringe ich den Tag auf den verschiedenen Märkten (Suq) und treffe mich Abends mit den Couchsurfern. Wir treffen uns am 1. Circle. Amman zieht sich entlang 8 Circle (Kreisverkehre). Natürlich gibt es noch viel mehr davon, aber das sind die größten und geben eine etwaige Richtung vor, wo man sich befindet. Etwa 50 Couchsurfer treffen sich und laufen gemeinsam entlang der Rainbow Street, eine moderne Strasse mit vielen Cafes und Geschäften, hauptsächlich von jungen Leuten bevölkert. Auch die Britische Botschaft befindet sich dort, sowie in einer Seitenstraße das bekannte Cafe Books@Cafe. Wir laufen lange, haben den Eindruck, dass wir uns schon verlaufen haben und keiner mehr weiß, wo wir sind. Zwischenzeitlich lerne ich sehr interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen. Wichtigste Bekanntschaft an diesem Abend ist Erik aus Vancouver, Canada. Er ist Reiseleiter und muss einige Stationen seiner späteren Reise auskundschaften. Sein Reiseplan entspricht meiner Planung und wir tauschen unsere Handynummern aus, um uns am nächsten Tag irgendwann auf dem Weg Richtung Petra wieder zu treffen.

Am nächsten Tag hole ich meinen Mietwagen am Kempinski Hotel ab und stürze mich in den wahnsinnigen Verkehr von Amman. Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 20 km/h. Hand ständig auf der Hupe - das gehört dazu. Wobei hupen ALLES bedeutet. Es bedeutet: Vorsicht, erst fahr ich! Es bedeutet: yellah! Jetzt fahr schon, ich lass dich rein. Es bedeutet auch: He, dich kenn ich oder Taxis hupen nach Leuten um zu fragen, ob sie ein Taxi brauchen. Die meisten Strassen haben 2 eingezeichnete Spuren, wenn die Autos daraus dann nur 3 Spuren machen ist es noch einigermaßen übersichtlich... Wie auch immer, nach anfänglichem zögerlichem Fahren hatte ich richtig Spaß an dem Chaos teilzunehmen. Sobald man Amman verlassen hat ist der Verkehr auch nicht mehr so schlimm, jedoch muss man erstmal den Weg aus der Stadt finden! Auf einer großen Autobahnähnlichen Strasse hatte ich den Eindruck, dass ich in die falsche Richtung fahre, da keine Stadt, die ich "auf dem Radar" hatte, ausgeschildert war. Also wende ich nach vielen Km und fahre zurück bis dahin, von wo mir von jemand anderem erklärt wurde, wie ich fahren soll. Also versuch ich der neuen Erklärung zu folgen und nach einigen Kreisverkehren und endlich einem Strassenschild Richtung Madaba bin ich auf dem richtigen Weg...und nach einigen km weiter, wird mir klar, dass ich auch vorher schon auf dieser Strasse war...

Nun gut: Raus aus der Stadt und gleich in der Wüste! Sobald man Amman verlässt sieht man sofort, welche Landschaft einen auf dem Rest der Reise durch Jordanien begleiten wird...unbewachsene Hügel, Berge. Manchmal wusste ich nicht, ob es nur riesige Sandhaufen oder richtige Berge sind.

Erste Stadt auf dem Weg Richtung Petra ist Madaba. Die Stadt umfasst etwa 70.000 Einwohner und wurde durch den Fund eines
alten Mosaiks weltbekannt. Das Mosaik zeigt auf 25 m x 5m eine
Landkarte Palästinas aus den Jahren 560 bis 565. In der Griechisch Orthodoxen Kirche kann man das Mosaik auf dem Boden bewundern. Die Griechische Kirche wurde auf dem Fundament einer Byzantischen Kirche gebaut. Bei dem Mosaik handelt es sich um die älteste Darstellung von Palästina, inkl. Jericho, Bethlehem bis zum Nildelta. Die Topograhie der Karte stimmt nicht ganz, aber es ging den Erschaffern auch eher um Religiöse Darstellungen. Witzigstes Detail der Karte: 2 Fische, die verzweifelt versuchen vom Toten Meer zurück den Fluss Jordan flussaufwärts zu schwimmen...

Da zur Zeit meines Besuches die Hauptstrasse durch Madaba eine riesige Baustelle war, hab ich einige Zeit gebraucht, um die Innenstadt zu finden, in der sich die Kirche bfindet. Auch die Beschilderung zum Berg Nebo verwirrt mich, sodass ich aufgebe und die Strasse Richtung Karak weiterfahre. Das dann aber im nächsten Eintrag...
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