Liebesgrüße aus Sydney

Trip Start Jan 20, 2009
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Trip End Ongoing


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Flag of Australia  , New South Wales,
Sunday, March 8, 2009

Liebesgrüße aus Sydney

 

Seit meinem letzten Bericht ist jetzt einige Zeit vergangen, genau genommen wesentlich mehr als ich eigentlich geplant hatte. Aber hier ist in letzter Zeit so viel passiert, dass kaum Zeit zum verschnaufen blieb, geschweige denn zum ausführlichen Schreiben. Hier ist also der Bericht über
meinen einwöchigen Ausflug nach Sydney. Weitere Berichte sind bereits in Arbeit.

  Nachdem ich beinahe zwei Wochen in Canberra verbracht und mich einigermaßen eingelebt hatte, beschloss ich die restliche Zeit, die mir bis zum Anfang der Orientierungswoche blieb mit einem Ausflug nach Sydney zu verbringen. Mit Hilfe meines Reiseführers wählte ich eine Herberge aus und buchte Unterkunft und Busfahrt über das Internet. Die Busstrecke war dieselbe wie die, die ich schon bei meiner Ankunft zurückgelegt hatte.

In Sydney kam ich dann am 4. Februar um circa 16 Uhr an. Da meine Herberge in der Nähe einer U-Bahnstation lag, erreichte ich diese in kurzer Zeit. Die nähere Umgebung meiner Unterkunft
kann man wohl als "interessant" bezeichnen. In unmittelbarer Nähe befanden sich eine große Anzahl weiterer Jugendherbergen, was erstmal nichts Ungewöhnliches ist. Sobald man aber um die nächste Ecke bog, befand man sich in Sydneys Rotlichtviertel. Da sich dieses aber auf einer anderen Straße befand, kam man mit dem ausschweifenden Nachtleben nicht in Berührung, wenn man das nicht
wollte. Ich bin während meiner Woche diese Straße insgesamt zweimal hoch und runtergegangen. Neben ein paar normalen Clubs, Bars und Diskotheken, gab es einige Stripteaselokale und ein paar Borsteinschwalben boten ihre Dienste auf der Straße an. In den Seitenstraßen, konnte es vorkommen, dass einem Drogen angeboten wurden. Natürlich habe ich von alledem nichts in Anspruch genommen.

In meiner Jugendherberge war ich in einem Sechsbettenzimmer untergebracht. Nach meiner Ankunft  machte ich mit einem Zimmergenossen Bekanntschaft, der auch aus Deutschland stammte. Er war
für ungefähr drei Monate in Australien und besuchte in Sydney einen Englischkurs. Da es sehr heiß war, beschlossen wir zusammen ins nahegelegene Schwimmbad zu gehen um uns dort abzukühlen. Als erstes fiel mir auf, dass auch innerhalb des Bades Linksverkehr herrschte. Wir verbrachten den Rest des Nachmittages hier und machten uns anschließend auf den Rückweg um unser Abendessen zu uns zu nehmen. Dieses bestand aus Spaghetti mit Tomatensauce, was während dieser Woche
zum Standartessen wurde, schließlich gab es nur sehr beschränkte Möglichkeiten Zutaten aufzubewahren und so hielt man alles möglichst einfach. Am Abend gingen wir mit einer großen Gruppe aus der Jugendherberge in einen Club. Dies war von der Herberge organisiert. Man traf sich im Aufenthaltsraum und machte sich dann gemeinsam auf den Weg um in eine nahegelegene Bar oder einen Tanzclub zu gehen. Diese Veranstaltungen fanden praktisch jeden Abend statt und waren eine gute Gelegenheit die anderen Bewohner der Herberge kennen zu lernen.

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes besuchte ich Sydneys Innenstadt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Harbourbridge und das Opernhaus. Ich beschloss hierfür die öffentlichen
Verkehrsmittel zu vermeiden und mich zu Fuß aufzumachen. Mein Weg führte mich durch den botanischen Garten, in dem viele verschiedene interessante Pflanzenarten und, während der Dämmerung, Fledermäuse zu sehen waren. Anschließend kam ich in einen Park, in dem einige Tische mit Schachbrettern aufgebaut waren. Ein weiteres großes Schachfeld befand sich auf dem Boden. Da hier gerade ein Spiel stattfand, beschloss ich eine Weile hier zu bleiben und zu zuschauen. Nachdem die Partie beendet war machte ich mich wieder auf den Weg. Aus dem ruhigen und beschaulichen Park ging es weiter in die hektische und überfüllte Innenstadt dort ging ich Georgestreet entlang, was in etwa dass Equivalent zur Kaiser-Josefs-Straße in Freiburg ist. Nur sind die Dimensionen natürlich etwas unterschiedlich. Schließlich und endlich kam ich dann an Sydneys Wahrzeichen dem Opernhaus an. Nach den obligatorischen Fotos überquerte ich noch Harbourbridge um einen Blick vom anderen Ufer auf Sydneys Skyline werfen zu können. Von hier aus machte ich mich auf den Rückweg zur Herberge um zu Abend zu essen und mich für später auszuruhen.

An Tag Drei besichtigte ich Chinatown und kaufte mit ein paar neue Klamotten in einem riesigen
Einkaufszentrum, in dem eine große Anzahl kleinerer Geschäfte untergebracht waren. In Chinatown gibt es eine Menge asiatischer Geschäfte und natürlich Restaurants. Das Essen ist hier relativ günstig und so beschloss ich hier mein Mittagessen einzunehmen. Am Nachmittag besuchte ich das Aquarium und anschließend den Wildlifepark. Im Aquarium gab es verschiedene Becken mit unterschiedlichsten Fischen in allen Formen und Farben. Besonders beeindruckend war das Ozeanbecken, in dem vier Meter lange Haie, Meeresschildkröten und verschiedene Rochen zu sehen waren. Man durchquerte das Becken in einer Glasröhre, durch die mein einen guten Blick auf die Unterwasserwelt hatte. Es war schon ein beeindruckender Anblick, wenn einer der großen Haie direkt über einem seine Runden drehte. Im Wildlifepark waren dann Australiens Landbewohner zu
bestaunen. Neben einer großen Anzahl verschiedener Insekten, Schlangen und Reptilien gab es natürlich auch die obligatorischen Kängurus und Koalas zu sehen.

Nachdem ich an den ersten Tagen so viel zu Fuß unterwegs war, war es nun an der Zeit sich an einem der Strände Sydneys auszuruhen. Zusammen mit drei deutschen Mädchen die ich in der
Jugendherberge kennengelernt hatte, machte ich mich auf den Weg nach Bondibeach. Unglücklicherweise führte der Weg dorthin an einem großen Einkaufszentrum vorbei, was meine Begleiterinnen zum Ausgiebigen shoppen animierte. Letztendlich gelangten wir dann doch noch an den Strand. Da gerade Wochenende war, war er entsprechend überfüllt. Das Wasser war überraschend kühl, so dass man immer nur eine kurze Zeit darin verbrachte um sich abzukühlen.

Für die beiden darauffolgenden Tage waren dann Ausflüge in die nähere Umgebung von Sydney geplant. Der erste davon führte mich nach Hunter Valley, einem der berühmtesten Weinanbaugebiete
Australiens. Den Ausflug hatte ich über die Rezeption der Jugendherberge gebucht. Morgens um halb acht wurde ich dann mit einem Kleinbus abgeholt. Wir waren eine Gruppe von 12 Leuten aus verschiedenen Ländern. Unsere erste Station war ein Wildnispark, ähnlich wie der, den ich schon in Sydney besucht hatte. Allerdings gab es hier größere Gehege und man kam mit den Tieren in engeren Kontakt. So konnte man zum Beispiel Kängurufutter am Eingang kaufen und es an
die Kängurus verfüttern. Diese fraßen einem sprichwörtlich aus der Hand. Anschließend ging es weiter zu unserer ersten Winzerkeller, wo wir eine Weinprobe vor uns hatten. Hier bekamen wir cirka zehn verschiedene Weine zum probieren, von denen einige wirklich sehr gut waren. Nach dieser Probe war es erstmal Zeit für ein Mittagessen. Dieses nahmen wir in einer kleinen Gaststätte ein. Nachdem wir wieder frisch gestärkt waren, ging es weiter in ein Geschäft, das sich selbst
"Smelly Cheese Shop" nannte. Hier konnten wir ein paar interessante Käsesorten kosten, bevor es dann weiter zur nächsten Weinprobe ging. Auch hier war der Wein sehr gut und ich kaufte auch zwei Flaschen Weißwein, die mir besonders geschmeckt hatten. Nach einer weiteren, dritten Weinprobe hatten wir ungefähr 30 verschiedene Weine probiert, natürlich immer nur in sehr kleinen Mengen,
aber es war nun Zeit für eine kleine Abwechslung. So machten wir auf unserem Rückweg bei einer kleinen Bierbrauerei halt und verkosteten einige verschiedene Biersorten. Einige davon waren nicht schlecht, wenn sie auch nicht an unseren deutschen Bierstandart herankamen.

Der zweite Ausflug führte mich in die "Blue Mountains", einen sehr bekannten Nationalpark, der zwischen Sydney und Canberra liegt. Dieser Ausflug hatte leider nicht so viel Spaß gemacht wir der am Vortag, was aber nicht daran lag, dass hier kein Alkohol ausgeben wurde. Wir hatten einfach Pech mit dem Wetter. Nachdem es am Vortag über 40°C heiß war, war es an diesem Tag auf unter 20°C abgekühlt. Außerdem war es sehr neblig, was die sonst spektakuläre Aussicht von den Bergen verdorben hatte. Wie am Vortag, wurde ich mit einem Kleinbus aus der Jugendherberge abgeholt. Von hier aus fuhren wir in den Nationalpark und sahen uns mehrere Interessante Landschaftspunkte an. Das war eine weitere Sache die mir nicht so sehr gefallen hatte, weil der Ausflug dadurch so ablief, dass man Ausstieg, sich für zehn Minuten an einer bestimmten Sehenswürdigkeit aufhielt und dann wieder zur nächsten weiterfuhr. Sich längere Zeit an einem Punkt aufzuhalten oder eine
kleine Wanderung zu unternehmen, wie ich es mir gewünscht hätte, war leider nicht vorgesehen. Ich werde während meinem Australienaufenthalt wohl noch einmal hierher zurückkommen müssen um die tolle Landschaft dann besser genießen zu können.

Meinen letzten Tag in Sydney verbrachte ich dann damit mich von der aufregenden Zeit hier etwas zu erholen. Schließlich stand in der folgenden Woche die berühmt-berüchtigte Orientierungswoche an meiner Uni in Canberra an (dazu mehr im nächsten Bericht) und dafür wollte ich einigermaßen fit sein. Also beschloss ich entspannt durch Sydneys Innenstadt zu schlendern und die Zeit lesend in Parks zu verbringen.

Der Folgetag stand nun ganz im Zeichen der Abreise. Meine Sachen wurden wieder gepackt und gegen Mittag begab ich mich zum Hauptbahnhof, von wo ich meinen Bus nach Canberra nahm. Die Woche in Sydney war sehr schön und aufregend. Ich habe viel gesehen und viele nette und interessante Leute getroffen. Dieser Aufenthalt wird sicher nicht der Letzte in Sydney bleiben, da es ja recht nahe an Canberra liegt. Aber jetzt stand mir erstmal der Start in das Semester und das akademische Leben bevor, was sich als nicht weniger aufregend herausstellte als die Zeit in Sydney. Aber das ist eine andere Geschichte...

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