Die laengste Treppe der Welt!

Trip Start Nov 22, 2008
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Trip End Aug 01, 2009


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Where I stayed
Huangshan Old Street Youth Hostel

Flag of China  , Anhui,
Thursday, May 21, 2009

 Heute sollte es mit dem Versuch dem Regen zu entfliehen dann mit dem Zug weiter Richtung Norden nach Wuhan gehen. Der Zug war mal wieder der gute alte Hardsleeper, nur dass diesmal die Abteile nach vorne hin offen waren. Wir haben dann erstmal unsere Taschen und die nassen Klamotten im Gepaeckfach verteilt, was unter den Chineschen anscheinend zu ein bisschen Unmut fuehrte. Was bei uns wiederrum zu ein bisschen Unmut fuehrte, war dass die meisten es mit dem Rauchverbot nicht so genau nehmen, was nicht so toll ist, wenn man die Fenster nicht oeffnen kann. Ein tolles Bild war auch die Maennergruppe ein Abteil weiter, die sich anscheinend sehr zuhause fuehlte und entweder im Feinripp oder gleich mit nacktem Oberkoerper dasass. Die Fahrt startete erst um 19 Uhr und war so fuer unsere Verhaeltnisse ein regelrechter kurztripp und so waren wir dann auch schon am naechsten Morgen in Wuhan.

Wir hatten nicht vor hier zu bleiben, sondern wollten gleich weiter nach Hefei. Wir haben also nur kurz ein Fruehstueck eingeworfen und sind dann zum Busterminal. Gluecklicherweise gab es an dem Terminal wenigstens eine englischsprachige Angestellte, weil es sonst wohl ein bisschen schwierig geworden waere. Sie sagte dann auch wir koennten ihr vertrauen und so taten wir das auch beim Ticketkauf. Wir wissen nicht, ob es eine Verarsche war oder nicht, jedenfalls war das Ticket nicht gerade billig und nach einigem Warten wussten wir auch warum. Als man uns zeigte welches nun unser Bus sein wuerde, praesentierte sich uns der Superluxusexpress. Der Bus war dann auch relativ leer (wahrscheinlich reicht ein verkauftes Ticket um ihn rentabel zu machen), nur ein zwei Chinesen (wahrscheinlich hohe Politiker oder gar der Ministerpraesident) sassen bereits in den breiten Ledersesseln. Die Fahrt war dann recht angenehm, auch wen kein Champagner gereicht wurde.

Am Nachmittag kamen wir dann in Hefei an. Der Ort ist kein Touristenort und auch fuer uns nur ein Stopp fuer die Nacht, weil eine Weiterfahrt nach Huangshan zu lange dauern wuerde. Zum Glueck lag das Hotel gleich auf der anderen Seite der Strasse, weil man besonders in solchen Orten immer eine riesen Attraktion darstellt. Als wir es dann geschafft hatten den Hotelangestellten zu erklaeren was wir moechten (man fragt sich immer, was die Leute denken warum man in ein Hotel kommt! Der Versuch nach einem Waescheservice gestaltete sich dann auch noch ein bisschen schwieriger), konnten wir unser Zimmer beziehen. Das Zimmer war dann auch eine echte Ueberraschung, man haette von aussen in der Bude keine Designerzimmer erwartet, um so besser. Die kleine Shoppingtour durch die Innenstadt von Hefei war dann auch alles andere als angenehm, weil man ungefaehr 200x "Hello" erwiedern musste (ich glaube man moechte wirklich kein Star sein!). Im Restaurant ist es dann auch immer wieder schoen zu sehen, wie sich die Angestellten versuchen aus der Verantworung zu stehlen. Es wird immer der mit dem vermeintlich besten Englisch vorgeschickt und selbst beim bedienen schieben sie sich gegenseitig vor.

Am naechsten Morgen, hatten wir dann nach einigem hin und her rausgefunden dass unser Bus vom Eastern Busterminal abfaehrt und es dann auch bis dahin geschafft. Das Ticket war mal wieder extrem teuer und auch nach mehrfachen nachfragen (mit perfektem Chinesisch aus dem Woerterbuch) sagte man uns es gaebe nur einen einzigen Bus. Auf dem Parkplatz mussten wir auch nicht lange suchen, zwischen den ganzen Schrottmuehlen stand ein einziger nagelneuer Luxusbus, wir brauchten also nicht mal das Schild im Fenster lesen koennen, sondern konnten einfach einsteigen. Die Fahrt war dann wie schon die Vorangegangene in den Ledersesseln sehr angenehm und irgendwann kamen wir in einem Ort an. Der Fahrer sagte das waere Huangshan City, aber da wir ja nun schon sehr misstrauisch sind, glaubten wir ihm nicht und beschlossen den Bus nicht zu verlassen. Er wurde dann schon ein bisschen unruhig und unfreundlicher und irgendwann liessen wir uns ueberzeugen (zum Gleuck hatte er diesmal recht, aber wir konnten ja nicht wissen, dass der Ort zwei Namen hat.)

Unser Guesthouse lag diesmal in einer schoenen Strasse voller alter chinesischer Gebaeude, war aber leider sehr teuer. Da wir mittlerweile ein wenig auf unser Budget achten muessen, entschieden wir uns fuer Schlafsaal Betten. Da es hier nur zwei Doppelstockbetten pro Zimmer gab und ausser uns niemand im Zimmer war, dachten wir dass es ganz angenehm werden wuerde. Falsch gedacht!! Erst einmal sind wir dann in der Stad tEssen gewesen, in einem Hotpod Restaurant. Hier bekommt man einen Topf mit zwei verschiedenen kochenden Bruehen auf den Tisch und kann dann anhand der Karte Dachen bestellen die man hinein wirft. Zum Glueck gab es eine englische Karte, nur leider waren die Nummern durcheinander und so haette es dabei zu sehr boesen Ueberraschungen kommen koennen (wie man auf dem Foto lesen kann!). Da eine Kellnerin Englisch sprach, konnten wir aber das schlimmste verhindern. Als wir vom Einkaufen und Essen wieder in unser Zimmer kamen, dachten wir die Welt geht unter. Anscheinend hatte jemand ein ganze Kaeserad zum verrotten in unserem Zimmer versteckt. Nach kurzen suchen hatten wir die Uebeltaeter gefunden, ein kleins paar Sportschuhe. Nach uns war wohl eine Chinesin mit in das Zimmer eingezogen und hatte offenbar ein leichtes Schweissfussproblem, es war ein regelrechtes Gestanksinferno. Offenbar hatte sie das aber noch nicht realisiert und so sahen wir uns gezwungen, die Schuhe auf die aeussere Fensterbank zu verbannen, alle Fenster zu oeffen und die Klimaanlage voll aufzudrehen. Sie hat die Botschaft wohl nicht so ganz verstanden und die Schuhe in der Nacht zurueckgeholt, aber immerhin konnte sie die AC nicht ausschalten, weil wir die Fernbedienung hatten.

Gluecklicherweise mussten wir es nicht so lange in der Hoehle des Fusses aushalten, denn wir wollten frueh los. Der Bus der uns ins Huangshan Gebirge bringen sollte fuhr bereits um 6.15 Uhr ab. Wir hatten bereits am Tag vorher ein Dorm-Bett auf dem Berg reserviert, weil es einer der meistbesuchten Touristenspots in ganz China ist und es da oben recht voll werden kann. Bloederweise sind wir genau an einem Wochenende hier angekommen, aber hatten jetzt keine Lust bis Montag zu warten, also mussten wir da durch. Der Huangshan ist nicht nur eine der schoensten und meistbesuchten Gegenden Chinas, sondern offenbar auch eine der teuersten, so haben werden die Preise fuer Unterkuenfte am Wochenende auch kurzerhand verdoppelt (ein Schlafsaalbett fuer 23,- Euro ist schon eine harte Nummer) und auch auch der Eintritt wurde auf 25 Euro angehoben. Nach einer Stunde Busfahrt kamen wir dann am Fuss des Berges an. Da die meisten Chinesen extrem lauffaul sind und sich mit der Gondelbahn hochfahren lassen, sind die Treppen auf den Berg dann relativ leer. Einige nutzen dann auch gleich das Angebot sich in einer Saenfte die Treppen hochschleppen zu lassen, was dann ein bisschen wirkt wie ein roemischer Imperator (irgendwie aber auch ziemlich daneben!). Man muss allerdings zugeben, dass der Weg nach oben auch nicht gerade ohne ist. Von der Talstation bis zur Bergstation sind es 7,5km (ca. 1000 Hoehenmeter) und das alles ueber Treppen. Wenn man oben angekommen ist, weiss man was man getan hat. Den ganen Weg ueber trifft man Traeger die Essen und alles moegliche den Berg hoch tragen und einem schon ziemlich leid tun koennen.

Auf jeden Fall sah man oben gleich, dass sich die Anstrengung gelohnt hatte, die Landschaft war schon sehr spektakulaer. Die Chinesen sagen sogar, dass wenn man den Huangshan gesehen hat, man nie wieder einen anderen Berg sehen moechte!! Die naechsten Stunden haben wir dann damit verbracht von einem Aussichtspunkt zum naechsten zu laufen, alles ueber Stufen (insgesamt sind es angeblich ueber 9000) und uns die wild geformten Felsen anzusehen. Die ganze Idylle wurde ein wenig von den chinesichen Tourgruppen getruebt, die alle mit den gleichen Basbeallkappen der Fahne ihres Guides hinterherliefen und in etwa die Lautstaerke eines Fussballstadions erzeugten (nur der Guide mit seinem Mikro war dann noch lauter).
An einigen besonders schoenen Stellen bringen Paare dann Vorhangschloesser mit eingravierten Namen an um hier oben fuer immer vereint zu sein. Zum Mittagessen konnten wir uns leider nichts aus einem Restaurant holen, weil die hier wohl jede Verbindung zur Realitaet verloren haben und so wurde es nur ein selbstkochendes Reisgericht (war aber ganz gut.)

Nachdem wir uns dann den ganzen restlichen Tag durch die Tourgruppen ueber Treppen auf verschiedene Gipfel gekaempft hatten, ging es nun daran unsr Hotel zu finden. Es war dann nicht so einfach, Nax verlor zusehends die Motivation und nach noch ein paar weiteren Gipfeln kamen wir an unserem Hotel an. Zuerst dachten wir noch, "nicht schlecht, 4 Sterne", aber dann wurde uns der Schlafsaal gezeigt und die Euphorie war dahin. Erstmal gab es nur getrennte Schlafsaele und dann waren sie noch total muffig und viel zu voll mit Betten gestellt (man kam praktisch nicht drumherum mit seinem Bettnachbarn auf Tuchfuellung zu kommen) und so riefen wir nochmal in unserem Guesthouse in Huangshan City an. Erstmal hatte uns niemand gesagt, dass die Dorms getrennt sind und ausserdem sollten sie "nice and clean" sein. Nach einigem hin und her konnten wir die Zimmer stornieren und wuerden unser Geld wieder bekommen.

Unser Problem nun war aber, dass es zu spaet zum Abstieg war, wir kein Zimmer mehr hatten und ein Doppelzimmer 90 Euro kostete. Was tun? Wir hatten praktisch 2 Moeglichkeiten, einmal im Wald uber nacht ausharren, oder ein Zelt nehmen, die wir zufaellig hinter dem Hotel gesehen hatten. Wir haben uns dann fuer Variante 2 entschieden und konnten auch ein recht laediertes Zelt in Kaufhausqualitaet fuer guenstige 20 Euro die Nacht mieten, dafuer bekamen wir noch 3 platte Luftmatratzen und 2 Bettdecken dazu. Ausserdem bauten zwei Hotelangestellte im Anzug unser Zelt auf (sehr stilvoll), was man fuer den Preis aber wohl auch erwarten kann. Ausser uns zelteten natuerlich nur einige weniger gut betuchte Chinesen, die anscheinden ziemlich verbluefft waren, dass zwei unermesslich reiche Westler auch in Zelten schlafen.
Immerhin war dafuer unser Zeltplatz in aller bester Position, von hier konnte sehr gut den Sonnernuntergang beobachten. Die Nacht war dann erstmal so bequem wie Zeltnaechte halt sein koennen, aber gegen 3 Uhr aenderte es sich dann nochmal wesentlich. Natuerlich fing es an zu regnen und natuerlich war unser Zelt nicht dicht! Nun war es nicht nur unbequem sondern es tropfte einem auch noch Wasser ins Gesicht und die Bettdecke fing an sich vollzusaugen. Zum Glueck wollten wir frueh raus um den Sonnenaufgang zu sehen und so war um 5.30 Uhr die Nacht vorbei.

Wir haben uns den ganzen Morgen dann noch weitere Gipfel, Felsen, Aussichtspunkte und Brucken angesehen, die im Gegensatz zum sonnigen Vortag zwischen den Wolken und Nebelschwaden ganz anders wirkten (eine Stelle sah so aus, als wenn gleich der Fernet-Branca-Vogel vorbeikommt!) und haben uns dann gegen 10 Uhr auf den Weg nach unten begeben. Da es heute Samstag war, wurde es auch Richtig voll hier oben, alles war voller Baseballkappen und gelber Regenponchos und man musste teilweise an den Treppen anstehen (wenn man hierher kommen moechte, sollte man es in der Woche tun!!). Der Hoehepunkt war dann sie sogenannte "Pinie die die Gaeste begruesst" (hier oben hatten alle Felsen und Aussichtspunkte solche Namen), die in ganz China bekannt ist und auf tausend Bildern zu sehen. Anscheinend hat der Baum aber wohl schon zu viele Leute begruesst, was anscheinend sehr anstrengend ist (kein Wunder, auf dem Vorplatz kriegte man kein Bein an den Boden) und so musste er schon durch ein Metallgestell gestuetzt werden, damit es sich nicht bald ausgegruesst hat. Nach der Ost-Bergstation wurde es dann aber sehr viel ruhiger und wir konnten nochmal 8km (diesmal nach unten) Treppen laufen. Alles in allem sind wir bestimmt 25km hier oben rumgelaufen, alles uber Stufen und es war wirklich vergleichbar mit einer Etappe auf unerem Nepaltrek.

Auf unserem Weg zurueck nach Tunxi mit dem Minibus hatten wir dann auch mal wieder Aerger mit dem Fahrer, der uns einfach am Bahnhof rauswerfen wollte obwohl wir ihm vorher klargemacht hatten wo wir hinwollen und so kam es auf de Strasse noch zu einer lautstarken Verhandlung. Sowas zieht immer jede Menge Schaulustige an, da aber keiner den anderen verstehen konnte fuehrte das zu nicht und so verlief die Sache dann einfach im Sand.
Wir haben fuer die letzte Nacht in Tunxi dann wieder das gleiche Dorm genommen, diesmal zum Glueck ohne die Fuesse des Grauens, dafuer mit 2 Chinesen die das halbe Zimmer geflutet hatten (wir werden wohl nie Freunde von Dorms werden!)  Morgens hatten wir dann auch ziemlich extremen Muskelkater ,aber ausser einer Busfahrt nach Hangzhou stand auch nichts an.
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