45°C - The Desert!

Trip Start Feb 18, 2011
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Trip End Feb 25, 2012


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What I did
Mose's Grave
Maqam El-Nabi Musa
Hisham's Palace

Flag of Palestinian Territory  ,
Sunday, May 22, 2011

Los ging es in Richtung Wüste. Unser erster Stopp war das Grab Moses', also das, was als das Grab Moses' gilt. Maqam El in Nabi Musa, was nicht mal eine Stadt ist, sondern eigentlich nur aus dem Komplex besteht, das fuer das Grab gebaut wurde. Mitten in der judäischen Wüste mit einem schoenen Blick auf das Jordantal. Hier wird traditionell der erste Tag der arabischen Pilgerreise nach Mekka beendet, die entlang des Jerusalem-Jericho-Wegs geht. Wie so oft bei den religiösen Plätzen weiß man natürlich nicht, ob das wirklich die Stelle ist, an der Moses gestorben ist. Laut Geschichte soll er vor allem irgendwo begraben worden und dann unterirdisch gerollt sein. Und genau an die Stelle ist er also gerollt. So weit, so gut, es war natürlich unglaublich heiß dort, wir sind ein wenig herumgelaufen und auch schnell wieder Richtung Bus.

Der nächste Programmpunkt war Hishams Palast. Ich weiß auch nicht, warum dieser Punkt gerade ausgesucht wurde und das wusste auch nicht der deutsche Archäologe, der uns dort herumgeführt hat. "Fünf Minuten von hier", sagte er zu unserem Erschrecken, "ist die älteste ausgegrabene Stadt der Welt von 9000 v. Chr." - eine 11000 Jahre alte Stadt? Schnell hakten wir den Punkt mit Hishams Palast ab, der der Winterpalast des damals regierenden umayyadischen Königs Hisham so-und-so war. Beeindruckend war es natürlich schon. Das, was übrig geblieben war, zeigte ein römisches Bad, war sehr prunkvoll und zum Großteil auch nur dazu gedacht, Eindruck zu schinden. Die Mosaiken, die wir gesehen haben, mischten die verschiedensten Zeichen und Objekte von Reichtum, ohne genau zu wissen, was diese Darstellungen bedeuten. Auch die Stuckkunst, die nackte Frauen überall zeigte, zeugt eher daher, dass der König nicht all zu viel Ahnung von seiner islamischen Religion hatte, und von der Bedeutung der Bilder hatte, die auch ganz viele christliche Teile enthielten. Ein Lustpalast eben.
Weiter ging es also zur ältestesten ausgegrabenen Stadt, von der natürlich nicht viel übrig geblieben ist. Sie liegt natürlich viel tiefer als der jetzige Erdboden, da die Städte natürlich immer Schicht für Schicht übereinander entstanden, wenn die letzte Stadt so mit Erde und Sand bedeckt war, dass man sie nicht mehr erkennen konnte. Fotos gemacht, gegangen.

Der Qumran-Nationalpark ist der Ort, an dem die Schriftrollen vom Toten Meer (oder auch die Qumran-Rollen), die ältesten bekannten Bibelschriften, liegen. Auf dem Foto seht ihr, wie die BESTE Überlieferung aussieht. Die anderen fünf bis zehn Schriften sind noch schlechter zu erkennen, noch stärker zerstört o.ä. Da fühlt man sich darin bestätigt, dass diese ganze Grundlage der Religionen, irgendwie für die Katz' ist. Bibel- (oder Thora-)Zitate wörtlich nehmen, Kriege auf dieser Grundlage führen und sein Leben danach ausrichten hat beim Anblick dieser Fetzen noch mehr als sonst Kopfschütteln bei mir ausgelöst.

Diese ganzen Gedanken konnten wir aber ganz schnell verdrängen als es dann endlich losging zum toten Meer! Ein unglaubliches Gefühl! Es riecht schon salzig und auf den Steinen, die an den Ufern liegen, sammeln sich riesige Salzklumpen. Die ersten Schritte verraten einem schon, dass etwas anders ist als sonst. Wenn man bis zu den Knien im Wasser ist, hat man Probleme zu stehen und so haben wir uns bereits im ganz flachen Wasser versucht, hinzusetzen und sich langsam in Liegeposition zu bringen. Der Reiseführer und auch die Schilder warnten: Nicht länger als zehn Minuten im Wasser bleiben, kein Brustschwimmen probieren und wenn man Wasser in die Augen oder in die Nase bekommt, auf den Rücken drehen und aushalten. Und glaubt mir, solche Schmerzen habt ihr noch nie gehabt! Die Gruppenmitglieder wurden schon am vorigen Tag angewiesen, sich nicht am Morgen vor dem toten Meer zu rasieren.
Aber wenn man dann endlich im Wasser ist, vergisst man alles. Keine Möglichkeit unterzugehen und auch das Schwimmen ist fast unmöglich. Arme und Beine ragen schließlich aus dem Wasser, wie soll man da paddeln? Ich brauche also nicht zu erwähnen, dass zwischendrin immer bei dem ein oder anderen eine leichte Panik ausbrach, während dieser wild umhergestrampelt wurde, was natürlich NIE passieren soll. Denn: So bekommen die Leute selbst, sowie ihre umgebenden "Treiber" einen Tropfen Wasser in die Augen, das mehr als 30% Salzgehalt hat. Yippiee! Natürlich wurden Fotos geschossen von uns, wie wir im Meer Zeitung lesen (jemand aus meiner Gruppe hat auch eins von mir gemacht - ich muss nur noch herausfinden, wer!). Der Hinweis, dass man nicht zu lange im Wasser bleiben soll, ist sowieso unnötig. Nach ungefähr acht Minuten hat meine Haut so gebrannt, dass ich schnell unter die Süßwasserdusche musste. So ging es auch den anderen. Meine Haut hat sich am nächsten Tag noch nie so gut angefühlt!

Erschöpft fuhren wir zum Abendessen in Jericho, bei dem es mal wieder das beste Menü gab: Verschiedene Vorspeisenteller in der Mitte mit unglaublichem Humus, leckeren Salaten, Oliven, Dips noch und nöcher, gerollte Weinblätter, gefolgt von der Hauptspeise, die meistens einen Berg des leckersten Fleisches oder Fisches enthielt, als Beilage Couscous und Pommes, damit man sich immer aussuchen kann, rieeesige Nachspeisenteller mit den frischesten Obstbergen, süßen und klebrigen Kuchen, arabischer Kaffee (mit einer leichten Note Kardamom) und als Abschluss für die Genießer (das sag ich natürlich, weil ich immer mitgemacht habe, im Gegensatz zum Großteil der Streber-Stipendiaten ;) ) eine Shisha - so kann man leben, oder? Ihr könnt euch vorstellen, dass sich nach solch einem Essen zum Mittag UND zum Abendessen, das ganze für acht Tage lang, keiner mehr bewegen konnte :)
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