Panzerknacker, Gauchos und nasse Wandervoegel

Trip Start Dec 26, 2011
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47
Trip End Jul 21, 2012


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Where I stayed

Flag of Argentina  , Central Argentina,
Friday, February 3, 2012

03.02
Von San Luis (Capital) gings weiter nach Cordoba (Capital) - dieses "Capital" scheint fur Argentinier sehr wichtig zu sein, weil Cordoba sowohl eine Provinz wie auch deren Hauptstadt ist (wie in der Schweiz Schaffhausen die Haupstadt vom Kanton!). Darum wurde ich beim Kauf des Bustickets nach Cordoba (ohne Zusatz) auch gefragt, ob ich ins "Capital" fahen will - was mich erst mal total verwirrt hat, weil ich ja nicht nach Buenos Aires wollte ... Das Problem hat sich dann aber glucklicherweise schnell geklaert (ich frage mich ja immer noch, wohin ich als super Vorzeige-Touristen denn sonst hinfahren haette sollen?). Der Mann am dritten Schalter was dann sogar ausserst hilfsbereit und hat den Bus, der eine Minute vorher schon haette fahren sollen, extra noch fuer mich aufgehalten so dass ich nicht 2 Stunden am Terminal warten musste!

Trotzdem kam ich erst relativ spaet in Cordoba an. Aber die Stadt war mir gleich von Anfang an sympathisch, weil in der Touristeninformation am Busterminal grade "The world is not enough" von Garbage lief! Im Hostel angekommen (auch sehr nett), erkundigte ich mich nach einer Tour in den nahe gelegenen Nationalpark, wo man Kondore sehen kann. Leider gabs grade keine Wandertouren am Wochenende, aber mir wurde dafuer ein Reitausflug vorgeschlagen ... hmm, zwar sehr skeptisch, habe ich beschlossen, dass das schon mal besser ist als wieder in der Stadt rumzuhangen. Ausserdem war fur nach dem Reitausflug noch ein Asado (argentinisches BBQ) und ein Swimmingpool versprochen :)

04.02.
Am nachsten Tag musste dann erst noch eine kleine Schwierigkeit uberwunden werden, bevor es losgehen konnte zu den Pferden. Ich hatte namlich am Abend zuvor meine Wertsachen (Pass, Geldkarten, restliches Bargeld, Fotoapparat, etc.) in einem Schliessfach mit einem super sudamerikanischen Qualitatsschloss eingeschlossen. Nachdem Fabienne weg war und ich doch keine Lust hatte, meine Sachen immer herumzutragen und in den Hostels manchmal komische Leute sind, hatte ich mir das Schloss irgendwo in Patagonien zugelegt (Ushuaia?). Clevererweise eines mit einer Zahlenkombination, damit ich den Schluessel dazu nicht verlieren konnte. Leider hatte das Schloss aber nach zwei Wochen offensichtlich seine Lebensdauer uberschritten und war nicht mehr aufzukriegen! Nachdem ich am Abend zuvor schon versucht hatte, es mit meinem Schweizer Taschenmesser zu zerstoeren, holte ich mir am Morgen dann Hilfe an der Reception des Hostels. Die nette Frau hat mein Schloss sehr souveran in wenigen Minuten aufgesagt - und ich war eingigermassen froh, dass nicht nur der Verschlussmechanismus sudamerikanische Qualitatsmerkmale hatte, sondern auch der Rest rundrum. Dann musste nur noch kurz ein funktionierender Geldautomat her, um den ganzen Ausflug auch bezahlen zu konnen und los gings!

Auf der Exkursion waren noch Polly und Paul, die beide auch im Hostel ubernachteten, und zwei Medizinstudentinnen aus Belgien, die gerade ein Praktikum in Cordoba absolvierten. Marcelo, unser Tourguide fur den Tag, holte uns vom Hostel ab und hat uns auf der Fahrt zur Farm schon gut mit allerlei Geschichten unterhalten! Auf seiner Farm angekommen, die gleichzeitig auch noch ein Campingplatz beherbergt, gabs erst mal eine Runde Mate. Dieses Mal waren die Erklarungen auf Englisch und ich habe dann auch noch verstanden, was ich in San Luis alles falsch gemacht hatte - aber jetzt bin ich naturlich die absolute Mate-Expertin :)
Anschliessend gabs fur alle Teilnehmer ein Roessli, die zum Gluck ganz brav waren und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ich habe beim Aufsteigen erst mal den anderen zugeschaut und mich dann als letzte auch noch auf so ein Vieh gewagt - so weit war dann mal alles gut! Dann gings gemutlich los, d.h. gemuetlich so lange mein Pferd in der vordersten Reihe war. Sobald wir uberholt wurden, hat's ihm nicht mehr gepasst und wir mussten uns wieder vordrangeln (und das Pferd hat naturlich uberhaupt nicht drauf geachtet, was ich mit den Zugeln zu kommunizieren versuchte ...). Etwas spater durften wir dann noch Trab ausprobieren, wobei es mich aber doch ganz schon durchschuttelte und ich war dann froh, als wir nach ein paar hundert Metern wieder in eine gemutlichere Gangart wechselten. So gings dann (meistens im Schritttempo) rund drei Stunden durch die Gegend - hugelauf und hugelab und durch den Fluss! Nach einer halben Stunde habe ich mich auch schon ziemlich wohl gefuhlt auf dem Pferd und meinem Roessli dann auch voll vertraut, dass es wohl schon weiss was es tut. So konnte ich halbwegs entspannt die Landschaft bewundern. Und obwohl ich ja nur auf dem Pferd sass (und eigentlich nichts machte ausser ab und zu versuchen nach links oder rechts zu steuern um nicht durch Geaest getragen zu werden), war's ganz schon heiss! Zuruck auf der Farm gabs dann erst das versprochene Asado - mit viiiiiiiiel Fleisch und etwas Salat als Beilage - und danach gings ab in den Swimmingpool! Dort wurden wir leider viel zu schnell von Marcelo wieder rausgerufen, weil er uns in die Stadt zuruck bringen wollte. Auf dem Ruckweg hat er uns naturlich wieder gut unterhalten mit Geschichten aus seinem Leben und hat mir verboten, einzuschlafen (ganz schon gemein, ich schlafe immer im Bus oder Auto!). Obwohl ich dann Abends total geschafft war von dem ganzen Ausflug bin ich mit Polly und Paul noch an ein Festival in Alta Gracia (1h von Cordoba) entfernt. Dort gabs Stande mit "landertypischem" Essen von verschiedenen Landern - die Schoggi war bei Deutschland ...? Ausserdem hatte es eine Buhne mit diverse Auffuhrungen von Kunstlern. Polly und ich haben den ganzen Abend sehnsuchtig auf Alex (der Haupt-Act an diesem Abend) gewartet - der dann leider doch nicht so umwerfend war. Wir haben uns darum nach dem ersten Lied auf den Weg zum Hostel gemacht.

05.02.
Nach dem anstrengend Tag zuvor nahm ich's am Sonntag etwas gemutlicher und habe mir die Stadt angeschaut. Es herrschte eine Affenhitze und ich konnte mich gerade so von einer Sehenswurdigkeit zur nachsten schleppen. Als Abschluss habe ich mir dann auch noch den Zoo angeschaut - vieles sieht dort noch aus wie vor 50 (oder 100) Jahren, was ich irgendwie noch cool fand, allerdings nicht fur die Tiere, die alle sehr kleine Gehege hatten. Abends habe ich mit Paul ein bisschen Pasta gekocht (die Kuche hatte sich allerdings in eine Sauna verwandelt) und dann mit Charles und Jerry, beide aus Amerika, gegessen.

06.02.
Weil am Montag immer noch keine Exkursion in den Nationalpark stattfand, habe ich halt mein eigenes Wandergrueppli mit Paul, Charles und Jerry gegruendet und bin mit ihnen nach Capilla der Monte gefahren, wo man auch auf einen kleinen Hugel wandern koennte. Bis alle Herren dann aber mal parat waren und wir mit dem Bus (der auch langer hatte als ich meinte) in dem Stadtchen ankamen, war Mittag und wir mussten erst ein Restaurant suchen (ich hatte naturlich Picknick dabei). Dann gings mal los auf die Suche nach dem Start der Wanderung. Den haben wir nach rund 45 Minuten dann auch gefunden (der Berg liegt etwas ausserhalb der Stadt). An der Basis gabs ein Restaurant und einen kleinen Hippie-Markt. Nachdem wir uns den angeschaut hatte und noch drei Mal zwischen Restaurant und Markt hin und her getigert sind (weil wir nicht herausgefunden hatten, wo denn jetzt genau der Wanderweg ist), hat's angefangen zu regnen! Also war die nachste Pause angesagt ... der Regen hat zum Gluck bald wieder aufgehoert, aber uns wurde dann doch davon abgeraten, noch auf den Berg zu wandern. Unter anderem auch, weil wir so spat dran waren (es war mittlerweile 4 Uhr Nachmittags - hinauf dauerts ca. 2 Stunden, angeschrieben waren 4 Stunden fur die Argentinier). Also sind wir halt wieder zuruck ins Stadtchen gewandert, haben was getrunken, ein Helado gegessen und sind mit Picknick ausgeruestet zuruck nach Cordobar gefahren. Die Wanderung war darum nicht ganz so lang wie geplant, der Tag aber trotzdem recht nett :)

07.02.
Endlich konnte ich auf die Exkursion in den Nationalpark "Quebrada de los Condoritos"! Das war schon mal eine Herausforderung, weil es um 8 Uhr morgens losging, und ich noch immer mude war vom Festival und der Hitze und dem lustigen Ausflug am Tag zuvor. Ausserdem es nur eine sehr kleine Gruppe: Ausser mir gab es noch den Guide und zwei andere Teilnehmer, die alle Spanisch sprachen! Na gut, der nachste Spanisch-Kurs stand auf dem Programm ... :) Wir sind also losgedust Richtung Nationalpark, haben kurz Kaffeepause gemacht und zwei Kondor-Skulpturen bewundern konnen und sind dann auch schon bald losgewandert. Der Guide hat fleissig alles mogliche zu den Pflanzen erzahlt, was ich geduldig mit angehoert habe, aber das war mir dann doch zu schwierig auf Spanisch. Immerhin alle "geografischen" Themen habe ich versucht zu verstehen! Nachdem wir ein paar Stunden durch die wirklich wunderschone Landschaft gewander sind, kamen wir bei der Schlucht an, wo die Kondore nisten und sich von den Aufwinden in die Hohe tragen lassen. Dort gabs Mittagspause und tatsachlich ein paar Vogel zu sehen - vor allem kleinere Raubvogel, von denen ich jetzt auch nicht mehr weiss, wie sie heissen (ich hatte es schon nach 5 Minuten wieder vergessen), aber auch ein paar Kondore! Leider waren sie zu weit weg fur ein schlaues Foto mit meiner Kamera, aber ich konnte sie mit dem Fernglas sehr gut beobachten. Von nahem sind sie ja nicht besonders huebsch (das konnte ich schon im Restaurant bei den Skulpturen feststellen), aber von weitem sehen sie toll aus! Irgendwann hats dann angefangen zu tropfel und wir haben uns auf den Ruckweg gemacht, der dann groesstenteils im Regen stattfand. Das war dann zwar nicht mehr so schon wie am Morgen, aber die Abkuhlung war mir doch ganz recht!
Zuruck in Cordoba habe ich mich dann noch auf Shopping-Tour gewagt und eine neue Piji-Hose erstanden: Super kurz, den sudamerikanischen Verhaltnissen (temperatur- und modetechnisch) angepasst! Fur die letzte Nacht im Hostel in Cordoba konnte ich sie aber leider nicht ausprobieren, weil im Zimmer eine 1A-Klimaanlage vorhanden war und ich jede Nacht froh um die Wolldecke ...

08.02.
Fur meinen letzten Tag in Cordoba hatte ich mir vorgenommen, mal wieder etwas Kultur zu geniessen. Ich wollte eine Fuhrung an der Universtitat machen, die es von Montag bis Samstag jeweils um 10 oder 18 Uhr auf Englisch geben soll. Also war ich punktlich um 10 bei der Uni, leider als einzige Teilnehmerin, weshalb die Fuhrung abgesagt wurde! Noch einen Tag langer in der Stadt bleiben wollte ich aber doch nicht, und die Fuhrung einfach so verpassen auch nicht, also habe ich mich tapfer um 11 Uhr wieder eingefunden fur die spanische Tour! Ich hoffe, das wichtigste zur Geschichte der Stadt und Uni verstanden zu haben - sonst bilde ich mir es jetzt einfach ein :) Anschliessend gings dann direkt zum Busterminal, wo ich aber leider grade alle Busse verpasst hatte und deshalb nochmal ein paar Stunden Zeit totschlagen musste. Also wieder zuruck in die Stadt und noch ins "Museo de la Memoria" - auch das auf Spanisch. Hier war es vielleicht ganz gut, dass ich nicht so genau verstanden habe, was erklaert war - es ging um die Personen, die zur Zeit der Militardiktatur (70-er und 80-er Jahre) verschwunden sind. Ich habe mich anschliessend wahrend der Busfahrt noch ein bisschen zur Geschichte von Argentinien weitergebildet.
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