Ein bisschen Dschungel

Trip Start Jun 18, 2006
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Trip End Oct 29, 2006


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Flag of Ecuador  ,
Friday, October 13, 2006

Nach einem lustigen letzten Abend in Montaņita inclusive der gewagten Krebs-Befreiungsaktion, wollte ich eigentlich am naechsten Morgen um 5 Uhr den Bus nach Guayaquil fahren um dann von dort aus weiter nach Macas, einer kleinen Stadt im Dschungel, zu fahren. So der Plan... Hm, vielleicht war es Freitag der 13. oder jemand hat mein Handy manipuliert. Jedenfalls war ich gegen 2 Uhr im Bett um wenigstens noch zwei Stuendchen schlafen zu koennen. Als ich die Augen aufschlug war es bereits hell und ich bin wie eine Furie schreiend aus dem Bett gesprungen: halb 9. Scheisse scheisse scheisse. Verschlafen ist nicht gerade praktisch, wenn man eine ewig lange Reise vor sich hat. Die Strecke nach Macas ist ja relativ kurz, aber die Strassen in Ecuador sind eben nicht zu vergleichen mit deutschen Autobahnen und ausserdem musste ich mal eben kurz ueber die Anden und auf der anderen Seite in den Dschungel.
Nach dem ersten Schock, einer schnellen Dusche hab ich mich auf den Weg gemacht. Auf dem Weg aus dem Hostal bin ich einigen erstaunten Gesichtern begegnet, schliesslich hatte ich am Vorabend lang und breit erzaehlt, dass ich auf jeden Fall den 5-Uhr-Bus nehmen wollte. So kam ich dann mit dreit Stunden Verspaetung in Guayaquil an und musste mir dann noch anhoeren, dass der Direkt-Bus nach Macas vor rund zehn Minuten abgefahren sei. Suuuuuuuuuuuuuper, also auf nach Cuenca. Am Spaetnachmittag kam ich dort an und musste dann zwei Stuendchen auf den Anschlussbus nach Macas warten. In Cuenca hat es mal wieder geregnet und es war sooo kalt. Auf der Suche nach einem Abendessen bin ich das erste mal nass geworden. Ausserdem wird gerade ein Teil des Busterminals umgebaut, weshalb man immer raus muss, um von einem Teil in den anderen zu kommen, was fuer mich ein ewiges Hin- und Hergerenne bedeutete, sodass ich mich noch ein bisschen im Regen getummelt habe.
Gegen 19 Uhr sind wir nach Macas aufgebrochen und es war so kalt im Bus, dass ich bei der Ankunft bereits krank war. Angekommen sind wir uebrigens mitten in der Nacht. Mein anscheinend nicht ganz so helles Hirn hat einen logischen Fehler begangen. Ich dachte der Bus wuerde rund 10 Stunden von Cuenca nach Macas brauchen (eine Strecke von knapp 250 Kilometern wohlgemerkt, dass muss man sich mal vorstellen). Gut, 10 Stunden, wenn wir um 19 Uhr losfahren, bin ich gegen 7 Uhr morgens dort und kann ich aller Ruhe ein Hostal suchen. Ich gebe zu, das war schon sehr daemlich!!! Hinzu kam, dass wir keine zehn sondern nur rund 8 Stunden gebraucht haben und daher um halb vier mitten in der Nacht in Macas ankamen. Ganz klasse, eine Stadt in der ich noch nie war, mitten in der Nacht an irgendeinem Busbahnhof. Zum Glueck hatte ich eine Eingebung als ich den Bushelfer gefragt habe, wann wir ankommen wuerden. Ich habe ein Hotel angerufen, mir ein Zimmer reserviert und gefragt, ob es ein Problem waere, wenn ich mitten in der Nacht ankommen wuerde.
Natuerlich war es ueberhaupt kein Problem, der Typ am Telefon war so nett. In keiner anderen Stadt bin ich so vielen netten und hilfsbereiten Menschen begegnet ehrlich. Es gibt kaum Touristen in Macas, daher noch so etwas wie ein Geheimtipp, aber jedem der ein bisschen Zeit hat, empfehle ich nach Macas zu fahren.

Mein erster Tag, Donnerstag war leider nicht so ergiebig. Dank der Erkaeltung, die ich mir auf der Busfahrt geholt hatte, habe ich fast den ganzen Tag im Bett gelegen. Der Typ, der in meinem Hotel gearbeitet hat, hat mir heisse Zitrone und Essen gebracht, weswegen ich auch gar nicht aufstehen musste und das Kabelfernsehen geniessen konnte :o) Nachmittags habe ich mir ein bisschen die Stadt angesehen. Ein netter Ort, klein, gemuetlich und nicht viel zu tun.
Am Abend war das offizielle Ende des Wahlkampfes der am Sonntag bevorstehenden Wahlen. Alle Parteien, Kandidaten und Haste-nich-gesehen haben noch mal alles mobilisiert und auf die Strasse gebracht. Sogar in Macas sind stundenlang Autokarawannen durch die Strassen gegurkt. Ich war unterwegs zur Apotheke und habe mir dort den wohl ekelhaftesten Erkaeltungstrunk geholt, den es auf diesem Erdball gibt. Bah bah bah. Einzunehmen mit heissem Wasser. Hm, woher heisses Wasser nehmen?? Ich wollte nicht schon wieder den armen Kerl von meinem Hotel stressen und so bin ich in ein Restaurant, habe dort dieses widerliche Zeug runtergewuergt, ein bisschen mit der Besitzerin gequatscht und dann hat sie mir die Tasse Wasser auch noch geschenkt. Nett was???

Am naechsten Tag gings mir dann schon was besser und mittags wollte ich bereits zurueck nach Quito fahren. Vormittags war ich im Botanischen Garten, wenn man diese Ansammlung von Baeumen so nennen kann. Was die Natur angeht ist Macas wirklich der Wahnsinn, so viel gruen, toll toll.
Als ich dann aus meinem Hotel auschecken wollte, hat dieser Mensch mir tatsaechlich nur eine Nacht berechnet, weil ich in der ersten Nacht ja erst um 4 Uhr dort angekommen bin. Ich hab mich richtig komisch gefuehlt. Diese Menschen haben selbst so wenig, sind aber so nett und grosszuegig.
Um 14 Uhr habe ich dann den "Direkt-Bus" nach Quito genommen... Jaja, grosser Spass und grosses Abenteuer. Zuerst gings ne Stunde durch die Dschungel (die Gegend ist atemberaubend). An einem Fluss mussten alle raus aus dem Bus und ueber eine Bruecke laufen, die Busse nicht passieren koennen. Auf der anderen Seite wartete der naechste Bus und brachte uns nach Puyo, einer groesseren Stadt am Fuss der Anden und am Rande des Dschungels. Auf dieser Fahrt hat ein Indigena neben mir gesessen, mit dem ich irgendwann ins Gespraech kam. So interessante Menschen wie er es war trifft man selten. Er gehoerte zum Stamm der Achuar, von denen es nur ein paar hundert Leute gibt. Er kommt aus einem Dorf mitten im Dschungel, hat aber jahrelang in den Staedten nahe dieser Region gelebt, um dort zur Schule zu gehen und eine Zeit lang zu studieren. Als ich ihn getroffen habe, war er gemeinsam mit seiner Familie geschlagene fuenf Tage zu Fuss und mit dem Kanu von seinem Dorf durch den Dschungel gereist, um in Puyo waehlen zu gehen.
In Puyo haben sich dann unsere Wege wieder getrennt und ich bin umgestiegen in einen Bus nach Riobamba, ungefaehr zwei Stunden von Puyo entfernt. In Riobamba musste ich dann nochmal umsteigen, in einen Bus, der mich dann schlussendlich nach Quito bringen sollte. So weit meine Direkt-Reise, gegen zehn Uhr kam ich endlich zu Hause an.
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