Trostloser 1. Advent

Trip Start Jul 10, 2012
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Trip End Dec 27, 2012


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Where I stayed
Genoa Camp Rest Area
What I did
Lakes Entrance Triathlon, Märit & 90 Mile Beach
Corajingolong National Park
Drummer Rain Forest Walk

Flag of Australia  , Victoria,
Sunday, December 2, 2012

Eigentlich hatten wir den zweiten Teil unserer Australien-Tour so geplant, dass wir nach dem Outback die Strecke von Melbourne bis nach Sydney im australischen Sommer zurücklegen werden. Eigentlich hatten wir gedacht, dass sich die einsamen Küsten im Eastern Gippsland von Victoria bestens zum Verweilen eignen. Eigentlich gingen wir davon aus, dass wir bei angenehm warmen bis heissen Temperaturen erstmals ein Bad im Meer geniessen können. Wie ihr aber alle wisst, ist„Eigentlich" ein Ausdruck, den es wegen seines lückenfüllerhaften Charakters in Texten zu vermeiden gilt und den man eigentlich nicht zu schreiben braucht, weil seine Verwendung eigentlich nur ganz schwach darauf hinweist, dass im Folgenden ein Einwand kommt: Unser Plan geht nicht auf, weil das Wetter uns in keinster Weise entgegenkommt.

Seit wir das Outback vor mehr als einer Woche verlassen haben, war uns leider kein richtig warmer, sonniger Tag mehr beschert. Einzige Ausnahme bildete die Gluthitze von 38 Grad in Melbourne. Wie auch gestern bewegen wir uns in langen Klamotten durch den Tag mit Temperaturen von 15 bis 18 Grad. Wie war das noch mit all den lieb gemeinten Hinweisen zu Hause: „Im November und Dezember nach Australien – da werdet ihr aber sehr heisse Bedingungen antreffen!“ :-) Der australische Sommer zeigt sich zurzeit gar nicht bzw. nur in Form von seinen Minimumtemperaturen. So durchqueren wir auch heute Küstenörtchen mit tollen Stränden, stehen aber vom Winde verweht und frierend vor den sich auftürmenden Wellen. Da sich unseres Erachtens in dieser Region ausser Besuchen von ausgewählten Nationalparks nicht viel Schlaues anstellen lässt und man sowieso wieder inmitten normalster Zivilisation lebt (was uns ja nicht wirklich behagt), müsste das Thermometer einen gewichtigen Sprung nach oben machen, damit das Outdoor-Vergnügen auch wirklich zu einem wird.

Der 1. Advent zeigte sich von seiner trostlosen, bewölkten Seite. Wir schlenderten in Lakes Entrance (der dem Ort vorgelagerte See knüpft eine schmale Verbindung mit dem Meer, daher der Name) am Morgen durch eine regionale Triathlonveranstaltung, vertrödelten unsere Zeit auf einem Trödelmarkt und staunten über den menschenleeren 90 Mile Beach – der Grund ist ja bekannt. Ausser Weiterfahren blieb uns nicht viel übrig. In Cann River führte uns eine unendlich lang erscheinende Schotterpiste zu einem einfachen Campground im Croajingolong Nationalpark. Der Küstenregenwald, der 2009 von einem Waldbrand heimgesucht wurde, bietet wunderbar verlassene Strände. Einen solchen nutzten wir, warm eingepackt, zur Mittagsrast und fuhren die ganze Strecke wieder zur Hauptstrasse zurück, weil uns das Camping mitten im dichten Wald gar nicht zusagte. Ein letzter kurzer Versuch, das Auto zu verlassen, unternahmen wir auf dem Drummer Rainforest Walk. Der kleine Rundweg durch den Regenwald hatte ausser verschiedentlichen Vogelgesängen nicht viel mehr zu bieten; die grössten Kakadus Australiens, Gelbohr- oder Russkakadus, liessen sich nicht blicken. Träge stoppten wir schliesslich in Genoa, wo wir auf einer Rest-Area mit Höchstgeschwindigkeit Fotos nach Hause „dropboxten“. Jörg hatte uns mit seinem Wifi-Hotspot freundlicherweise ein Juwel überlassen, das wir nur zu gerne nutzen...
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